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Brustkrebs: Neue Tumorbank soll Heilungschancen erhöhen

Um bei Brustkrebs die Heilungschancen zu vergrößern, soll an den Kliniken Kassel und Augsburg die bundesweit erste Tumorbank eingerichtet werden.

Um bei Brustkrebs die Heilungschancen zu vergrößern, soll an den Kliniken Kassel und Augsburg die bundesweit erste patienteneigene Tumorbank eingerichtet werden. Befallenes Gewebe soll dort für lange Zeit tiefgefroren zur späteren Erprobung neuer Therapien aufbewahrt werden, teilten beide Krankenhäuser am Sonntag mit. Anders als in anderen Ländern gebe es in Deutschland keine zentralen Tumorbanken, auf die Forscher Zugriff haben.

Die Initiative für das Projekt geht von der Brustkrebs- Selbsthilfegruppe mamazone aus, die zu dem Zweck die Patientenstiftung PA.T.H. gegründet hat. Geplant ist, die Tumorbank auf weitere Kliniken auch im europäischen Ausland auszudehnen und für weitere Krebsarten zu nutzen. Die Gewebe- und auch Blutproben werden für die betroffenen Patienten persönlich sowie für eine patientenorientierte Forschung aufbewahrt. Welche Forschungseinrichtungen das Material verwenden dürfen, entscheidet die Stiftung.

In Deutschland keinen Aufbewahrungspflicht

In Deutschland gibt es nach Darstellung der Stiftung anders als in anderen Ländern nicht die Pflicht, frisch entferntes Tumorgewebe eingefroren aufzubewahren. Dies geschehe nur zu Forschungszwecken an wenigen Krankenhäusern. Üblicherweise werde das entnommene Gewebe nach der Untersuchung entsorgt oder allenfalls kurzfristig mit einer Wachsschicht präpariert. "Bei der Entscheidung, ob und wie Tumorgewebe aufbewahrt wird und wem es zu Forschungszwecken zur Verfügung gestellt wird, spielen Einzelinteressen oft eine viel zu große Rolle", sagte der Krebsforscher Prof. Axel Ullrich.

"Eine Tumorbank, die Gewebeproben für die individuelle Erprobung von vielleicht völlig neuen Therapieverfahren der Zukunft konserviert und mit der zugleich eine praxisorientierte und zeitnahe Forschung ermöglich wird, ist das, worauf Patienten und Ärzte lange gewartet haben", sagte der Direktor des Instituts für Pathologie am Klinikum Kassel, Prof. Josef Rüschoff. PA.T.H.-Gründerin Ursula Goldmann-Posch äußerte die Hoffnung auf schnellere Fortschritte bei der Krebsbekämpfung, wenn die Interessen der Patienten statt der Eitelkeiten einiger Forscher im Mittelpunkt stünden.

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