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Drogen- und Suchtbericht 2018: Riskanter Alkoholgenuss: Hamburg ist die Hauptstadt der trinkenden Frauen

"Für viele bedeutet Alkohol ein echtes Problem": Nach Angaben der Bundesregierung trinken Männer und Frauen zu viel Bier, Wein und Schnaps. Vor allem Frauen im Großraum Hamburg greifen oft zur Flasche.

Eine Frau sitzt am Tresen und trinkt einen Cocktail

Gefährlicher Griff zum Glas: Zu viel Alkohol schadet der Leber, schädigt das Gehirn und erhöht langfristig das Risiko für viele Krebsarten

Getty Images

Jeder sechste Deutsche trinkt zu viel Alkohol und schadet damit seiner Gesundheit. Das geht aus dem neuen Drogen- und Suchtbericht 2018 der Bundesregierung hervor, der gestern in Berlin vorgestellt wurde. Auch wenn der Pro-Kopf-Konsum in den vergangenen Jahren gesunken ist, werde Alkohol noch zu oft und vor allem zu gedankenlos konsumiert, warnte Marlene Mortler, die Drogenbeauftragte der Bundesregierung. "Das müssen wir ändern, denn für Viele bedeutet Alkohol ein echtes Problem.“

Wie aus dem Bericht hervorgeht, trinken Männer nach wie vor mehr Alkohol als Frauen. Rund 18 Prozent der Männer und 14 Prozent der Frauen weisen einen riskanten Alkoholkonsum auf. Doch ab wann ist Alkoholtrinken riskant? Als gefährlich gilt es, wenn Männer mehr als 20 Gramm Reinalkohol pro Tag trinken. Bei Frauen verläuft die Grenze bei der Hälfte, als 10 Gramm Reinalkohol. 

Riskanter Genuss beginnt schon bei überschaubaren Mengen

10 Gramm Reinalkohol entsprechen 0,25 Liter Bier oder einem Glas Sekt. Trinken Männer beispielsweise mehr als 0,5 Liter Bier am Tag, gilt ihr Konsum als riskant. Bei Frauen wäre das schon ab 0,25 Liter Bier oder einem Glas Sekt der Fall.

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Bei den Männern ist der riskante Konsum in den letzten 20 Jahren leicht zurückgegangen, bei den Frauen dagegen weitgehend konstant geblieben. Vor allem in Hamburg greifen Frauen zu oft zur Flasche. 16,7 Prozent der Frauen trinken hier gefährlich viel. Der riskante Konsum ist in der hohen Sozialstatusgruppe am höchsten verbreitet.

Riskanter Alkoholkonsum von Frauen nach Bundesländern (mehr als 10 Gramm Reinalkohol pro Tag)

Hamburg16,7 Prozent
Berlin16,0 Prozent
Bayern15,3 Prozent
Hessen15,3 Prozent
Niedersachsen14,4 Prozent
Mecklenburg-Vorpommern14, Prozent
Baden-Württemberg13,9 Prozent
Saarland13,9 Prozent
Rheinland-Pfalz13,7 Prozent
Sachsen13,5 Prozent
Schleswig-Holstein13,5 Prozent
Nordrhein-Westfalen12,8 Prozent
Bremen12,6 Prozent
Thüringen12,0 Prozent
Sachsen-Anhalt10,6 Prozent
Brandenburg9,4 Prozent

Quelle: Drogen- und Suchtbericht 2018

Bei den Männern gibt es keine auffällige Häufung in bestimmten Sozialstatusgruppen. Vor allem in Thüringen (22,7 Prozent), Sachsen (22,6 Prozent) und Berlin (22,3 Prozent) greifen Männer riskant oft zur Flasche.

Laut dem Drogen- und Suchtbericht birgt Alkoholkonsum nicht nur gesundheitliche Risiken, sondern auch der volkswirtschaftliche Schaden ist erheblich: Die direkten Kosten durch Krankheiten, Pflege oder Unfälle liegen jährlich bei neun Milliarden Euro.

Eine junge Frau trinkt Bier
ikr

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