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Strafrechtliche Untersuchung: Medienbericht: E-Zigaretten-Firma Juul im Visier von US-Justizbehörden

Die Staatsanwaltschaft Kaliforniens führt eine strafrechtliche Untersuchung gegen gegen den E-Zigaretten-Hersteller Juul. In Deutschland wurde das Unternehmen bereits mit Markteinschränkungen belegt. 

Ein Mann raucht eine E-Zigarette des Herstellers Juul.

Ein Mann raucht eine E-Zigarette des Herstellers Juul.

AFP

Der E-Zigaretten-Hersteller Juul Labs ist einem Zeitungsbericht zufolge ins Visier der US-Justizbehörden geraten. Gegen das Start-up laufe eine strafrechtliche Untersuchung der US-Staatsanwaltschaft in Kalifornien, schrieb das "Wall Street Journal" am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Juul ließ eine Anfrage zu dem Bericht zunächst unbeantwortet. Ein Justizsprecher sagte dem "Wall Street Journal", er könne eine laufende Ermittlung weder bestätigen noch verneinen.

Heftige Kritik wegen Marketing-Methoden

Die Firma aus San Francisco steht wegen zweifelhafter Methoden bei der Vermarktung ihrer E-Zigaretten an Jugendliche schon länger in der Kritik. Auch andere US-Behörden ermitteln gegen Juul. E-Zigaretten sind in den USA mittlerweile sehr umstritten. Präsident Donald Trump kündigte bereits "sehr strenge" Vorschriften an und bezeichnete die Nutzung von E-Zigaretten als "großes Problem". Marlene Mortler (CSU), Drogenbeauftragte der Bundesregierung, sprach sich ebenfalls gegen die Marketingmethoden von Juul aus. Bereits im Januar sagt sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dass die Markteinführung der E-Zigaretten ein "Desaster für die Gesundheit hunderttausender junger Menschen, die nie zuvor eine Zigarette in der Hand hatten" sei. 

Laut aktuellen Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC sind in den USA inzwischen 530 Fälle von Lungenverletzungen nach dem Gebrauch von E-Zigaretten erfasst. Juul ist der führende Hersteller in den USA, der Tabakriese Altria (Marlboro) hält einen großen Anteil.

In Deutschland wurden Juul jüngst erhebliche Markteinschränkungen auferlegt. Laut einer einstweiligen Verfügung des Düsseldorfer Landgerichts ist der Firma vorerst untersagt, Kartuschen ohne Elektro-Symbol auf dem Plastikgehäuse in den Handel zu bringen. Eine zweite einstweilige Verfügung verbietet es Juul, Kartuschen zu vertreiben, bei denen der tatsächliche Nikotingehalt von dem auf der Packung angegebenen Wert um mehr als ein Milligramm abweicht.

amm / DPA

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