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Ebola: Kongo meldet erste Ebola-Fälle

Das tödliche Virus hat den Kongo erreicht: Das Land bestätigte erste Fälle von Ebola. Erstmals ist nun auch ein WHO-Mitarbeiter an der Seuche erkrankt. Die Zahl der Ebola-Toten steigt auf 1400.

Der Ebola-Erreger hat nun auch die Demokratische Republik Kongo erreicht. Tests hätten eindeutig bestätigt, dass es in der Provinz Equateur Ebola gebe, sagte Gesundheitsminister Félix Kabange Numbi. Zuvor hatten die Behörden von 13 Toten berichtet, die binnen zehn Tagen an einer unbekannten Fiebererkrankung gestorben waren.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist zum ersten Mal nun auch einer ihrer Mitarbeiter in Westafrika an Ebola erkrankt. Details zum Alter, dem Geschlecht oder der Nationalität gab die WHO nicht bekannt. Es solle die bestmögliche Behandlung der in Sierra Leone eingesetzten Person sichergestellt werden, hieß es lediglich. Die Organisation hat nach eigenen Angaben bislang etwa 400 Mitarbeiter in die von der Ebola-Epidemie betroffenen Länder Liberia, Sierra Leone, Guinea und Nigeria entsandt. Bislang starben nach WHO-Angaben mehr als 1400 Menschen an Ebola.

Im Kampf gegen die Ausbreitung der Seuche in Westafrika greifen einige betroffene Staaten zu immer härteren Maßnahmen. So droht in Sierra Leone ab sofort jedem eine zweijährige Gefängnisstrafe, der Erkrankten Unterschlupf gewährt. Die Elfenbeinküste schloss ihre Grenze zu Liberia und Guinea.

Britischer Ebola-Patient nach London gebracht

An der meist tödlich verlaufenden Infektion erkrankte erstmals auch ein britischer Staatsbürger, wie die Regierung in London mitteilte. Der in Sierra Leone lebende medizinische Helfer wurde Augenzeugen zufolge am Sonntag in seine Heimat geflogen. In einer Mitteilung des britischen Gesundheitsministeriums hieß es, dem Mann gehe es "gegenwärtig nicht ernsthaft schlecht." Die Gefährdung der Bevölkerung durch den Virus bleibe weiterhin äußerst gering, so das Ministerium.

Unterdessen wollen Ärzte in Nigeria, die mehr als zwei Monate gestreikt hatten, wegen der Epidemie an ihre Arbeitsplätze zurückkehren. Das teilte die Ärztekammer des Landes mit. Am Montag würden die Mediziner ihre Plätze wieder einnehmen. Die Ärzte hätten sich entschlossen, ihren Streik aus öffentlichem Interesse vorerst einzustellen. Mit dem Ausstand forderten sie bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter. Die Regierung wollte mehr als 16.000 Ärzte entlassen, weil sie ihre Arbeit während der Ebola-Krise beendet hatten. Der Präsident der Ärztekammer teilte mit, man habe sich mit der Regierung geeinigt.

kis/DPA / DPA

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