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Feinstaub und Ozon: Gefahr liegt in der Luft

Der Sommer ist da, Sonne und hohe Temperaturen locken ins Freie. Doch Vorsicht! Gesundheitsschädigender Feinstaub und Ozon liegen in der Luft. In manchen Bundesländern wurden die EU-Grenzwerte bereits massiv überschritten. Doch es gibt Zeichen der Besserung.

Steigen die Temperaturen, steigt auch die Ozonkonzentration in der Luft. Das gesundheitsschädliche Gas bildet sich in Bodennähe bei intensiver Sonnenstrahlung aus Stickstoffoxiden und Kohlenwasserstoffen - vor allem aus Autoabgasen.

Grenzwerte schon überschritten

Doch obwohl eine EU-Richtlinie einen verbindlichen Grenzwert für Ozon vorschreibt (maximal 120 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft), der nur an maximal 25 Tagen im Jahr überschritten werden darf, sind bereits jetzt einige Gegenden in Deutschland über diesem Limit, wie aktuelle Messdaten des Umweltbundesamtes zeigen.

Hinzu kommt die Luftbelastung durch Feinstaub. Darunter versteht man kleine Schwebeteilchen (PM10) in der Luft, die höchstens zehn Mikrometer (= zehn Millionstel Meter) groß sind. Das entspricht etwa einem Zehntel der Dicke eines menschlichen Haares. Der Feinstaub in der Außenluft besteht unter anderem aus Dieselrußpartikeln, Industrieemissionen, Straßenstaub und Autoreifenabrieb.

Beim Ozon führt Baden-Württemberg: Hier wurden an verschiedenen Messstationen bereits an mehr als 50 Tagen Grenzwertüberschreitungen registriert. Nicht viel besser sieht es in Hessen und Sachsen aus.

Wird die Alarmschwelle von 240 Mikrogramm überschritten, muss die Bevölkerung alarmiert werden. Dann besteht ein Risiko für alle. Die Verantwortung für die Einhaltung der Grenzwerte liegt bei den Bundesländern, sie müssen sogenannte Luftreinhaltepläne erarbeiten.

Dortmund sehr feinstaubbelastet, Baden-Württemberg führt beim Ozon

Seit dem 1. Januar 2005 ist die EU-Richtlinie in Kraft, die Grenzwerte für den Feinstaubstandard PM10 für die Außenluft festlegt: Seither darf die Feinstaub-Belastung von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft höchstens an 35 Tagen im Jahr überschritten werden.

Das ist in Dortmund schon vor einiger Zeit passiert - dort wurden die Grenzwerte bereits an 49 Tagen in diesem Jahr überschritten. Cottbus folgt mit 43 Tagen. Bottrop, Essen und Gelsenkirchen liegen bereits jetzt schon dicht an der 35-Tage-Grenze.

Feinstaub ist ein echter Killer: Laut EU-Kommission sterben jährlich allein in Europa mehr als 288.000 Menschen vorzeitig daran. Für Deutschland veranschlagt die Studie 65.000 vorzeitige Todesfälle.

Die winzigen Feinstaubteilchen gelangen über Atemwege und Blut direkt in viele Organe, auch ins Herz. Sie verursachen in den Atemwegen lokale Entzündungen und können so die Gesundheit schwerwiegend beeinträchtigen. Mögliche Folgen sind Husten, Atemnot, Atemwegs- und Herzkreislauf-Erkrankungen, Lungenkrebs und vorzeitige Todesfälle.

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Maßnahmen gegen Feinstaub kommen nur schleppend in Gang: Nach langem Hin- und Her hat die Bundesregierung eine Förderung von Diesel-Rußfiltern beschlossen. Am 1. März 2007 trat in Deutschland zudem die Verordnung für Feinstaub-Plaketten in Kraft, die Autos in vier Schadstoffklassen einteilt. Wenn eine Kommune Fahrverbote in Umweltzonen erlässt, können dort nur Autos mit entsprechenden Plaketten fahren.

Um die Feinstaubbelastung zu minimieren, gibt es auf Landesebene vereinzelt Aktionspläne. Vor allem, nachdem bereits drei Mal von Anwohnern gegen ihre Kommune geklagt wurde.

Zwar hatte eine Klage in Berlin keinen Erfolg, aber Berlins Innenstadt, chronisch feinstaubgeplagt, soll ab 2008 zur Umweltzone werden, wie Markus Schlegel vom BUND erzählt. Ältere Fahrzeuge, die bestimmte Abgasnormen nicht erfüllen, dürften dann in den Bezirken Berlin-Mitte, Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg nicht mehr fahren.

Für Ozon sind die Ziele ambitionierter: Bis 2020 sollen die Grenzwerte laut Umweltbundesamt gar nicht mehr überschritten werden. Doch Hoffnung besteht: Im Zeitraum zwischen 1990 und 2004 haben in Deutschland die hohen Ozonwerte deutlich abgenommen.

lub/DPA / DPA

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