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Abnehmen Intervallfasten hilft laut neuer Studie offenbar nicht gegen das gefährliche viszerale Bauchfett

Ein etwas übergewichtiger Mann beim Wandern
Wer inneres Bauchfett abnehmen möchte, ist mit Intervallfasten womöglich nicht gut bedient (Symbolbild)
© Aleksandar Georgiev / Getty Images
Mit Intervallfasten nehmen derzeit viele Menschen erfolgreich ab. Die Ernährungsmethode bietet zudem viele gesundheitliche Vorteile. Doch eines kann sie wohl nicht: dem besonders schädlichen Viszeralfett den Garaus machen.

Die derzeit vermutlich angesagteste Methode, den überschüssigen Pfunden den Kampf anzusagen, ist das Intervallfasten. Populär gemacht wurde diese Technik unter anderem von Dr. Eckart von Hirschhausen oder dem Comedian Bernd Stelter, die damit beide erfolgreich an Gewicht verloren. Hier verzichtet man entweder an jedem zweiten Tag aufs Essen oder richtet sich nach einem von mehreren möglichen Zeitplänen, bei dem jeweils für eine bestimmte Zeit nichts oder nur sehr wenig gegessen wird. In den Intervallen, in denen nicht gefastet wird, darf ganz normal gegessen werden.

Das Intervallfasten ist für viele Menschen leichter durchführbar als eine normale Diät, weil man nicht permanent auf die Größe der Mahlzeiten achten muss, sondern sich für eine überschaubare Zeit zusammenreißt, danach aber unbefangen essen kann. Zudem kann die Ernährungsform mit dem Bonus der Autophagie punkten: Während der Fastenperioden kann sich der Körper darauf konzentrieren, neue Zellen zu bilden und Entzündungen zu bekämpfen. Auch die guten Darmbakterien sollen davon profitieren. So wird man nicht nur schlanker, sondern auch gesünder. Einen einzigen Haken scheint das Intervallfasten jedoch zu haben.

Intervallfasten bietet viele Vorteile

Denn wie Forscher der Universität von Sydney jetzt bei Versuchen an Mäusen feststellten, hilft das Intervallfasten zwar sehr gut dabei, Unterhautfett abzubauen, aber scheitert am ungesunden Viszeralfett, das an und zwischen den Organen sitzt und besonders gefährlich ist. Das Unterhautfett ist die "Fettschicht", die viele Menschen optisch besonders stört – wenn man sich beispielsweise in die Hüfte kneift, spürt man es. Zuviel davon ist insofern ungesund, da es mit seinem Gewicht Knochen und Gelenke enorm belastet, weshalb eine Reduzierung in jedem Fall gut ist. An sich ist das Unterhautfettgewebe aber nicht schädlich.

Anders das Viszeralfett, das man nicht auf den ersten Blick sehen kann. Auch schlanke Menschen, die sich ungesund ernähren, können zu viel davon besitzen. Es sitzt in der Bauchhöhle und ist besonders stoffwechselaktiv: Es bildet bestimmte Botenstoffe, die beispielsweise Entzündungsprozesse in Gang setzen, den Blutdruck erhöhen und eine Insulinresistenz begünstigen können. Viel viszerales Bauchfett erhöht das Risiko für Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall sowie für Diabetes.

Das innere Bauchfett weiß sich zu verteidigen

Die australischen Wissenschaftler stellten in ihren Versuchen fest, dass Intervallfasten tatsächlich viele positive Effekte hat – deutlich mehr als einmaliges Fasten. Beim Intervallfasten zeigten sich bei den Mäusen deutliche Veränderungen bei rund 1800 Proteinen im Fettgewebe. Bei den Mäusen, die nur einmalig fasteten, waren nur rund 300 Proteine in den Fettdepots verändert. "Dieser große Unterschied zwischen Intervallfasten und akutem Fasten deutet darauf hin, dass die wiederholten Fastenzeiten des Intervallfastens die Proteom-Reaktion verstärken", schreiben die Wissenschaftler. (Das Proteom ist die Gesamtheit aller Proteine im Körper eines Lebewesens, Anm. d. Redaktion)

Die entdeckten Veränderungen tragen dazu bei, dass Fettzellen besser in Energie umgewandelt und abgebaut werden können. Doch das gilt leider nur für das Unterhautfettgewebe. Denn das hartnäckige Viszeralfett ragiert anders auf die Fastenperioden: Hier stellten die Forscher fest, dass ein wichtiges Protein, das für den Fettabbau zuständig ist, sich sogar um das Vierfache reduzierte. Stattdessen stieg der Anteil der für den Fettaufbau verantwortlichen Proteine an. "Am auffälligsten im viszeralen Fettgewebe ist dabei das Herunterregeln des Fettlösens und das Hochfahren der Stoffwechselwege für die Synthese von Fettsäuren", so die Wissenschaftler aus Sydney. "Diese Art der Anpassung könnte der Grund sein, warum das Bauchfett selbst bei längeren Diätperioden dem Abnehmen hartnäckig widerstehen kann."

Jetzt, da man dieses Verhalten des ungesunden Bauchfetts festgestellt habe, müsse man herausfinden, "warum das so ist und wie man es verhindern kann", so die Forscher.

Quellen:  Studie"scinexx.de"

wt

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