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Impfung in "Pop-up-Blumen" Italien baut mehr als 1000 dieser mobilen Impfzentren – auch ein Modell für Deutschland?

Sehen Sie im Video: Italien baut über 1000 dieser mobilen Impfzentren – auch ein Modell für Deutschland?




Eine Frühlingsblume ist das Symbol für die italienische Corona-Impfkampagne: In diesen Designer-Pavillons will die Regierung mit den Impfungen ab Januar 2021 starten. Etwa 1500 sollen auf den Hauptplätzen in den Städten des Landes entstehen.


Die Gebäude bilden einen starken Kontrast zu den Anlagen in Deutschland. Hier legt die Politik den Fokus auf Masse und Funktionalität:  Die Impfzentren entstehen in großen Gebäuden wie Messe-, Industrie- oder Musikhallen.
Möglichst viele Menschen sollen darin unter allen hygienischen Vorsichtsmaßnahmen behandelt werden können – in Hamburg etwa 7000 Menschen pro Tag.  Zusätzlich sind auch mobile Impfstationen und –teams geplant


Die italienische Regierung setzt mit den Pavillons des Architekten  Stefano Boeri ein Zeichen für Ästhetik und Nachhaltigkeit: Ihr Inneres besteht aus Holz, die Außenseite aus Stoff. Das Herz des Gebäudes bildet eine technische Einheit für die Bereitstellung der Impfstoffe. Über das Dach wird das System mit Solarenergie versorgt und ist energieautark.
Die Anzahl der Menschen, die pro Gebäude geimpft werden, ist geringer. Dafür gibt es in den Städten mehrere Stationen.


Das Logo und die Gebäude ziert eine Primel: eine Frühlingsblume, die Hoffnung wecken soll. Mit einem Video bereitet das Land die Menschen auf die Impfung vor.


 „Wir wollten eine Architektur erschaffen, die  ein Symbol für Gelassenheit und Regeneration darstellt“, sagt Stefano Boeri.


Etwa 1,8 Millionen Italiener, Mitarbeiter aus dem Gesundheitssystem und Pflegekräfte, sollen die Impfung ab Mitte Januar erhalten. Italien war das erste Land in Europa, das einen nationalen Lockdown im März 2020 beschloss.


Dass in Deutschland eher große Gebäude als Zentren gewählt werden, hat noch einen anderen Grund: Die Corona-Impfstoffe sind sehr anfällig für Wärme. Sie können nur bei Temperaturen von -20 bis -70 Grad für lange Zeit werden. Bei höheren Temperaturen sind sie zum Teil nur wenige Tage haltbar. In Deutschland werden für den Transport riesige Kühlcontainer wie diese zum Einsatz.  In ihnen kann der Stoff auch gelagert werden.
Etwa 1,5 Millionen Dosen Impfstoff können nach Angaben des Herstellers LR Kältetechnik in einem Behälter gelagert werden.
In den italienischen Pavillions würden diese Systeme nicht unterkommen können – in großen Hallen dagegen schon.


In Zukunft sollen die Impfstoffe jedoch weiterentwickelt werden, sodass sie auch bei höheren Temperaturen länger gelagert werden können. Dann könnten die italienischen Pop-up-Station auch eine  zusätzliche Option für die Impfungen in Deutschland sein. Um viele Menschen schnell zu impfen, sind sie weniger gut geeignet.


Quellen: Stefano BoeriWDR, NDR, NYTimes, Scientific America, 













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In Italien hat ein Architekt Pop-up-Impfzentren entworfen, in denen Corona-Impfungen ab Januar starten sollen. Eine Frühlingsblume ziert das Logo: ein Zeichen der Hoffnung. Sind die Pavillons auch für Deutschland sinnvoll? Wir stellen sie im Video vor.

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