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Gerichtsbeschluss: Ärzte dürfen Mädchen Bluttransfusion geben, obwohl die Eltern als Zeugen Jehovas dagegen sind

In einem englischen Kinderkrankenhaus schwebte ein kleines Mädchen in Lebensgefahr. Eine Bluttransfusion würde ihren Zustand sofort bessern – doch die Eltern sind Zeugen Jehovas und dürfen diese Behandlung daher nicht erlauben. Der Fall kam vor Gericht.

Ärzte im OP-Saal eines Krankenhauses

Ärzte im OP-Saal eines Krankenhauses. Sie wollen Leben retten – dürfen aber nicht immer.

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Ein fünfjähriges Mädchen liegt im englischen Leeds in einer Klinik. Es leidet an schwerer Sichelzellanämie – einer erblichen Krankheit, bei der es zu gefährlicher Blutarmut kommt. Sichelzellanämie stellt auch heute noch Ärzte vor große Herausforderungen, mit einer Bluttransfusion können aber die gefährlichsten Auswirkungen meist verhindert werden. Im Fall des Kindes in Leeds fürchteten die Ärzte eine "lebensgefährliche Krise", ohne Transfusion drohe das Mädchen zu sterben oder einen Schlaganfall zu erleiden.

Das Mädchen schwebte in Lebensgefahr

Das Problem: Die Familie des Mädchens gehört zu den Zeugen Jehovas. In dieser Religionsgemeinschaft ist das Verabreichen von Blutkonserven ausdrücklich verboten. "Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament wird klar geboten, sich von Blut zu enthalten. Außerdem: Bei Gott steht Blut für Leben. Wir haben also zwei Gründe dafür, dass wir Blut ablehnen: Gehorsam gegenüber Gott und Respekt vor ihm als Lebengeber", erklären es die Zeugen Jehovas auf ihrer Website. Sie weisen darauf hin, dass es zunehmend alternative medizinische Behandlungsmöglichkeiten ohne Bluttransfusionen gebe. Doch nicht in allen Fällen ist das bisher ausreichend.

Im Falle des kleinen Mädchens aus Leeds ist eine Transfusion die einzige Möglichkeit, um rechtzeitig ihr Leben zu retten. Deshalb riefen die Ärzte des Krankenhauses das zuständige Familiengericht an, eine Entscheidung zu fällen. Der Richter bekam sowohl den Standpunkt der Gläubigen erklärt als auch eine medizinische Einschätzung eines Experten zum Gesundhietszustand des Mädchens. Der Vater des Kindes brach vor Gericht zusammen und sagte, er wolle, dass seine Tochter lebe, aber dass er einer Transfusion nicht zustimmen könne.

Es gibt Alternativen – aber nicht immer

Insofern dürften die Eltern womöglich erleichtert gewesen sein, dass das Gericht ihnen die Entscheidung abnahm. Der Richter entschied, dass in diesem Fall eine Bluttransfusion die einzige Möglichkeit und dringend notwendig sei.

Das Gericht entscheidet aber nicht in jedem Fall gegen die Religionsgemeinschaft. Kürzlich ging es um den Fall eines britischen Teenagers, der ebenfalls Zeuge Jehovas war und sich weigerte, mit Blut behandelt zu werden. In dessen Fall sagten die Ärzte vor Gericht, dass eine alternative Behandlung eventuell möglich sei und ausprobiert werden solle, bevor der Junge gegen seinen Willen zu einer Transfusion gezwungen werde.

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wt

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