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Antwort auf Youtube FDP-Politiker nennt Schulvideo von Rezo "populistisch" und "verantwortungslos"


In einem Video übte Youtuber Rezo scharfe Kritik am Umgang der Politik mit Schülern in der Corona-Krise. Ein junger FDP-Politiker wiederum hält die Kernaussagen des Videos für "populistisch".

Wieder sorgt ein Video des Youtubers Rezo für Aufsehen. Der Social-Media-Star kritisiert das Festhalten an den Abiturprüfungen und die Wiedereröffnung der Schulen trotz der Coronavirus-Pandemie. "Wie Politiker momentan auf Schüler scheißen", betitelte Deutschlands bekanntester Youtuber sein neuestes Video, in dem er ausführlich darlegt, wie seiner Meinung nach deutsche Bildungspolitiker die physische und psychische Gesundheit der Schüler gefährden. Am Ende des Videos blendet Rezo die Namen der Kultusminister aller Bundesländer ein und legt seinen Zuschauern nahe, deren Parteien nicht mehr zu wählen. (Mehr dazu lesen Sie hier: "Youtuber Rezo attackiert die Politik in der Corona-Krise scharf")

Matti Karstedt, FDP-Politiker und Vorsitzender der Jungen Liberalen in Brandenburg, hält diese Schlussfolgerung für "populistisch" und "verantwortungslos". Das sagt der Jungpolitiker in einem Video, das er als Antwort auf den Rezo-Clip ebenfalls auf Youtube veröffentlicht hat. "Sorry Rezo: Du machst es dir zu einfach", lautet der Titel der Replik. "Die einzige Botschaft, die dein Video zum Ende ausdrückt, ist die Feststellung, dass alle etablierten Parteien unwählbar sind", kritisiert der 23-jährige Liberale.

Rezo-Video: "Zulauf bei populistischen Rattenfängern"

"Diese Botschaft, in diesen Zeiten, bei deiner Reichweite – das ist verantwortungslos", wendet sich Karstedt an Rezo. Er spricht es zwar nicht offen aus, doch zwischen den Zeilen schwingt der Vorwurf mit, der Youtuber würde mit seinem Rundumschlag junge Wähler in die Richtung der AfD, die an keiner Landesregierung beteiligt ist, treiben. "In diesem Stil bewirkst du nur eins – nämlich ordentlich Zulauf bei populistischen Rattenfängern."

Neben dieser Pauschalisierung stört Karstedt, dass Rezo in seinem Video sämtliche Kultusminister aufzählt, dabei aber die Grünen implizit in seiner Kritik ausspart, da diese aktuell kein Kultusministerium innehaben. Die Partei sei aber beispielsweise durch ihre Gesundheitsminister ebenfalls an den Entscheidungen beteiligt, merkt Karstedt an. Unterschiedliche Meinungen gehörten zur Demokratie, meint Karstedt: "Aber du verkürzt diesen Meinungspluralismus auf: 'Die f*** euch.'"

Schnelle Reaktion aus der FDP

Vor der Europawahl 2019 hatte Rezo mit seinem Video "Die Zerstörung der CDU", in dem er vor allem die Klimapolitik der Union scharf kritisierte, Millionen Menschen – vor allem junge Wähler – erreicht. Dafür wurde der Youtuber für den Grimme-Preis und den Nannen Preis nominiert. Auch sein aktuelles Video wurde bereits mehr als 1,3 Millionen Mal angeklickt. Darin bezeichnet er die Entscheidungsträger, die in der Landespolitik für die Öffnung der Schulen zuständig sind, als "krass inkompetent".

Nach Rezos Kritik an der CDU hatte sich die Union mit einer Antwort schwergetan, ein Video des Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor wurde nie veröffentlicht, schließlich ging die Partei in einem elfseitigen PDF-Dokument auf die Kritik ein. Bei der anschließenden Wahl erlitt die Union schwere Verluste. Im aktuellen Fall kommt die Antwort aus der FDP schnell, auch der Parteivorsitzende Christian Lindner teilte das Video auf Twitter. Die Liberalen sind in Nordrhein-Westfalen für das Bildungsressort verantwortlich – Rezo hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer in seinem Video ausdrücklich für ihre Strategie in der Corona-Krise kritisiert.


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