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Neuer Podcast "Das ist krankhaft": Rezo und Julien Bam verraten, was sie auf dem Klo am Handy machen

Julien Bam und Rezo
Julien Bam (l.) und Rezo folgen auf ihren Youtube-Kanälen jeweils Millionen User
© Harald Schaack
Die Youtuber Rezo und Julien Bam tauschen sich in einem neuen Podcast darüber aus, was in der Social-Media-Welt passiert. Im NEON-Interview sprechen sie unter anderem über ihre eigenen Nutzungsgewohnheiten.

Bekannt sind Rezo und Julien Bam für ihre Youtube-Videos und Streams. Jetzt probieren die beiden Influencer etwas Neues aus: In ihrem Podcast"Hobbylos" wollen sie wöchentlich über ihr Leben und die Ereignisse in der Social-Media-Welt sprechen, manchmal auch mit Gästen. 

Im NEON-Interview sprechen Rezo und Julien Bam über ihre eigene Social-Media-Nutzung, ihre persönliche Bilanz der Pandemie und die Hobbys, für die sie keine Zeit haben.

Rezo: "Ich würde so gern mal wieder zwei, drei Tage durchzocken"

Ihr kommt beide eigentlich aus dem Youtube- bzw. Streaming-Bereich. Ist Podcasten für euch einfacher, weil man nicht so sehr auf die Optik achten muss?
Julien Bam:
Für uns ist es eigentlich Entspannung pur, nicht vor der Kamera stehen zu müssen. Wenn die Kamera läuft, arbeiten wir natürlich auch damit, weil wir wissen, dass wir gesehen werden. Beim Podcast ist es egal, wie wir aussehen. Wir könnten quasi nackt den Podcast machen.
Rezo: Was nicht bedeutet, dass es grundsätzlich einfacher ist. Natürlich sind für jede Form, ob es eine geschnittene Challenge auf Youtube ist, ein Stream auf Twitch oder ein Podcast, ganz individuelle Skills notwendig. Aber manche Teilaspekte am Podcast sind für uns persönlich entspannter. Wir freuen uns wirklich darauf, dass man uns nur hört und nicht sieht. Das ist eine Sache, die wir sonst gar nicht kennen.

Wie viel Zeit verbringt ihr selbst im Social Web – wie hoch ist eure Bildschirmzeit?
Julien Bam:
Leider zu hoch. (lacht.)
Rezo: Ich habe vor ein paar Wochen bei mir eingestellt, dass ich in Summe nur noch eine Stunde am Tag auf TikTok, Instagram und Twitter sein darf.
Julien Bam: Ich sehe nur ständig, wie du auf Ignorieren drückst!

Eine Stunde ist aber wirklich nicht viel.
Julien Bam:
Man muss manchmal wirklich die Bremse ziehen. Für uns ist es ja auch Arbeit, wir müssen wissen, was da abgeht. Aber eigentlich ist es auch viel Zeitverschwendung.
Rezo: Am Handy in den Apps zu sein, ist ja nicht produktiv. Das machst du nur, um dich zu beschäftigen. Du bist sehr viel produktiver, wenn du zum Beispiel Whatsapp am Computer nutzt. Deshalb habe ich bei Whatsapp auch die Benachrichtigungen ausgestellt. Niemand wird sterben, wenn ich nicht sofort zurückschreibe.

Habt ihr auch Zeiten, in denen ihr komplett offline seid?
Rezo:
Wenn ich mal abends einen Feierabend mache, dann genieße ich es auch zu sagen: Jetzt lege ich für zwei Stunden mein Handy weg, jetzt muss ich nicht mehr arbeiten. Dann gucke ich am nächsten Tag erst wieder drauf.

Welches Netzwerk oder welche Plattform nutzt ihr persönlich am meisten?
Julien Bam:
Das klingt jetzt sehr oberflächlich, aber bei mir ist es Instagram. 
Rezo: Und wenn du aufs Klo gehst, dann gehst du auf Instagram? Und was machst du da? Reels oder was?
Julien Bam: Ich weiß es auch nicht, ich kriege dort mittlerweile so viele Sachen angezeigt, so viel Werbung ...
Rezo: Das irritiert mich jetzt sehr. Ich finde, auf dem Klo ist Instagram nicht das, was man machen sollte.

Was machst du denn auf der Toilette?
Rezo:
Früher Youtube, mittlerweile TikTok. Sogar beim Pinkeln. Ich bin so schnell auf TikTok, das kannst du dir gar nicht vorstellen – auch wenn ich mir einen Kaffee mache. Das ist dieser Instinkt von: Ich habe kurz Leerlauf, TikTok an. Das ist krankhaft.

Podcasts sind gerade extrem beliebt, ein echtes Trend-Medium. Was glaubt ihr, warum das so ist?
Rezo:
Ich glaube, das hat viel mit der Pandemie zu tun. Dadurch hat sich die Mediennutzung verändert hin zu Dingen, die man eher im Hintergrund nebenbei laufen lassen kann.
Julien Bam: Man kann Podcasts immer mit etwas verbinden – ob es Sport ist, Arbeit in der Küche oder Aufräumen. Bei Youtube gibt es diese Verbindung nicht, da guckst du das Video an. Und viele Podcasts greifen Themen auf, die man nirgendwo anders bekommt.

Während der Corona-Zeit haben viele Menschen sehr viel Zeit gehabt – zum Beispiel um sich Dinge auf Youtube oder Twitch anzuschauen. Fühlt ihr euch als Gewinner der Pandemie?
Rezo:
Dem Begriff Gewinner würde ich niemals zustimmen, weil das Ganze ja kein Wettstreit gewesen ist. Aber die Branche, in der wir sind, gehört auf jeden Fall nicht zu denen, die krass gelitten haben unter der Pandemie. Wir haben keinen zehn- oder zwanzigfachen Boost bekommen wie möglicherweise irgendwelche Pharmaunternehmen, aber wir gehören definitiv zu den Glücklichen, bei denen es nicht krass nach unten gegangen ist.

Ihr seid beide politisch sehr interessiert – Rezo, du bist mit deinen politischen Videos auch über Youtube hinaus bekannt geworden und Julien, du warst sogar einmal Mitglied der Bundesversammlung, die den Bundespräsidenten gewählt hat. Wird Politik in eurem Podcast auch ein Thema sein?
Rezo:
Nicht primär, aber wenn es ein Thema ist, das uns die Woche über beschäftigt hat, reden wir natürlich drüber. Aber wir werden nicht jede Woche darüber reden, was in der politischen Welt stattgefunden hat.

Was können Politiker:innen und Parteien – gerade auf Social Media – tun, um junge Menschen für Politik zu begeistern oder sie als Wähler:innen zu gewinnen?
Rezo:
Ich glaube, auf Social Media sind Aspekte wie Transparenz und Ehrlichkeit auf einer menschlichen Ebene, mit einer menschlichen Sprache, noch mal wichtiger als zum Beispiel in der Bundespressekonferenz, wo man eher zu Hauptstadtjournalisten spricht.

Neuer Podcast: "Das ist krankhaft": Rezo und Julien Bam verraten, was sie auf dem Klo am Handy machen

Woher kommt der Name "Hobbylos" für euren Podcast?
Julien Bam:
Wir haben so wenig Zeit, dass wir niemals ein Hobby haben werden. Nicht weil wir faul sind, sondern weil unser Schedule von morgens bis nachts voll ist. Das ist eigentlich total traurig.

Man kann es auch anders sehen: Ihr habt euer Hobby zum Beruf gemacht.
Rezo:
Natürlich kann man das so sehen. Aber ich denke, das kennt jeder, der sich so einen Job ausgesucht hat. Da gibt es eben auch Teile, die einfach Arbeit sind. Immer, wenn wir etwas aufnehmen, das sind die Augenblicke, die am schönsten sind. Gestern haben wir ein Fotoshooting gemacht, das war der schönste Tag seit langem. Aber Meetings zu haben und Dinge zu planen und zu organisieren – das ist über die Jahre immer größer und immer mehr geworden. Da denkt man sich manchmal: Was mache ich hier eigentlich?
Julien Bam: Es ist immer die Frage, was gerade dominiert – die Leidenschaft oder die Arbeit. Und dann wird das Hobby manchmal davon überdeckt. Dann wird aus dem Hobby ganz schnell Arbeit.

Was würdet ihr denn am liebsten machen, wenn ihr endlich Zeit für ein Hobby hättet?
Julien Bam:
Schlittschuhfahren.
Rezo:(lacht.) Das ist das erste, was dir einfällt?
Julien Bam: Oder Golfen.
Rezo: Ich würde so gerne einfach mal wieder zwei, drei Tage ein Game durchzocken. Einfach so wie früher. Sich wirklich verlieren in einem Riesengame und das einfach durchsuchten. Und dann guckt man auf die Uhr und denkt: Oh, ich habe den ganzen Tag gezockt. Das würde mich so freuen, das mal wieder zu machen.

"Hobbylos" startet am 17. Juli auf Spotify.


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