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Forsa-Umfrage Zeugnis für die Bundesrepublik: Wie Deutsche über die Situation in der Pflege denken

Pflege-Petition: Eine Pflegekraft versorgt einen Patienten auf der Intensivstation
Eine Pflegekraft versorgt einen Patienten auf der Intensivstation
© Jens Büttner / DPA
Profitdenken in der Medizin und die schlechte Bezahlung von Pflegekräften zählen für mehr als die Hälfte der Deutschen zu den größten Problemen des Gesundheitssystems, zeigt eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag von stern und RTL. An diesen Punkten setzt auch die Bundestags-Petition an, die der stern gestartet hat.

"Pflege braucht Würde" – dafür macht sich die Bundestags-Petition stark, die der stern gestartet hat. Die Petition fordert bessere Arbeitsbedingungen in diesem Bereich: mehr Zeit für die Behandlung von Patienten, eine Aufwertung des Berufsbildes und eine konsequente Abkehr von Profitdenken und ökonomischen Fehlanreizen durch eine Gesundheitsreform. Mehr als 180.000 Menschen haben sich den Forderungen bereits angeschlossen und die Petition online mitgezeichnet. Die Mitzeichnungsfrist endet am 11. Februar. Hier geht es zur Petition.

Eine aktuelle Forsa-Umfrage zeigt, wie stark das Bewusstsein für die Situation im Gesundheitssystem in der Bevölkerung vertreten ist. Insgesamt 58 Prozent der Befragten gaben an, dass die Stärkung des Gesundheitssystems ein sehr wichtiges Thema für die Politik sein solle. Damit landet die Gesundheit noch vor den Themen Kriminalität und Klima. Mehr Infos dazu gibt es hier. Für mehr als die Hälfte der Befragten zählt zudem das Profitdenken in der Medizin (53 Prozent) und die schlechte Bezahlung von Pflegekräften (52 Prozent) zu den größten Problemen des deutschen Gesundheitssystems. Immerhin jeder zweite Befragte (50 Prozent) nannte fehlendes Pflegepersonal als eines der größten Probleme.

Pflegenotstand noch vor Ärztemangel

Gewinnstreben und Pflegenotstand werden damit als größere Probleme angesehen als beispielsweise die "Zwei-Klassen-Medizin" durch gesetzliche und private Krankenversicherung (35 Prozent) oder lange Wartezeiten auf Termine bei Fachärzten (28 Prozent). Jeder vierte Befragte (25 Prozent) bezeichnete den Ärztemangel in ländlichen Regionen als eines der größten Probleme. Rund jeder fünfte Befragte (19 Prozent) nannte die Überlastung der Kliniken und Intensivstationen.

Schätzungen zufolge fehlen in Deutschlands Pflegeheimen rund 120.000 Pflegekräfte, in den Krankenhäusern je nach Quelle mindestens 50.000. Eine Pflegefachkraft versorgt in Deutschland im Schnitt 13 Patienten; in den USA sind es dagegen fünf, in den Niederlanden sieben. Für anhaltende Kritik sorgt auch die Abrechnung nach sogenannten Fallpauschalen. Je "anwendungsintensiver" ein Patient ist, desto lukrativer ist er. Dadurch können falsche Anreize in der Behandlung von Patienten entstehen. Deutschland ist das Land in der EU mit den meisten Herzkatheter-Eingriffen und Hüftgelenkersatz-Operationen.

​​​​​​​Am 29.1. um 20.15 Uhr sendet RTL die große Liveshow "Zeugnis für Deutschland"

RTL fragt Prominente und Zuschauer: Wie gut ist Deutschland? Moderatorin Barbara Schöneberger empfängt Günther Jauch, Jan Hofer, Oliver Pocher, Thomas Hermanns, Ilka Bessin und Malaika Mihambo, die jeweils gute und schlechte Nachrichten zu ver­schiedenen Themen präsentieren. Das Panel diskutiert, tauscht Erfahrungen aus und vergibt am Ende Noten – in den auch vom stern bewerteten "Fächern" sowie zu Umwelt, Urlaub, der Nationalmannschaft und dem Selbstbild der Deutschen. Die Zuschauer können über RTL.de mit abstimmen.

Die Forsa-Umfrage wurde im Auftrag von stern und RTL durchgeführt. An der repräsentativen Umfrage nahmen insgesamt 1008 Personen teil. Befragungszeitrum war der 20. und 21. Januar 2021. Den Bundesbürgern wurden zudem Fragen zu anderen Politikfeldern vorgelegt. Im Anschluss sollten sie angeben, wie wichtig es aus ihrer Sicht ist, dass die Politik diese Aufgaben zeitnah angeht. An erster Stelle wurde die Bekämpfung der Corona-Pandemie genannt (77 Prozent). An zweiter Stelle folgte die Schaffung eines guten Bildungs- und Schulsystems (69 Prozent). 

ikr

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