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PID in Deutschland weiterhin erlaubt Abgeordnete stimmen für eine begrenzte Zulassung


Gentests an Embryonen im Reagenzglas sind in bestimmten Fällen zukünftig in Deutschland weiter erlaubt. Im Bundestag stimmten die Parlamentarier für eine begrenzte Zulassung der Präimplemantationsdiagnostik.

Die Präimplantationsdiagnostik (PID) bleibt in Deutschland zugelassen. Der Bundestag hat die begrenzte Zulassung beschlossen. Der entsprechende Gesetzentwurf erhielt am Donnerstag in der Schlussabstimmung 326 von 594 abgegebenen Stimmen. Ein Gesetzentwurf für ein striktes Verbot von Gentests an künstlich erzeugten Embryonen fand keine Mehrheit. Bereits heute dürfen Ärzte die PID nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs durchführen.

Der vom Bundestag beschlossene Gesetzentwurf einer fraktionsübergreifenden Abgeordnetengruppe um Peter Hintze (CDU), Ulrike Flach (FDP) und Carola Reimann (SPD) erlaubt die PID dann, wenn Paare die Veranlagung zu einer schwerwiegenden Erbkrankheit in sich tragen oder eine Tot- oder Fehlgeburt droht. Voraussetzung für den Embryonentest ist die vorherige Zustimmung einer Ethikkommission in jedem Einzelfall sowie eine Beratung der Betroffenen. Zudem soll die PID nur in dafür zugelassenen Zentren erfolgen.

Der Fraktionszwang war bei der Abstimmung aufgehoben worden, die Abgeordneten entschieden allein nach ihrem Gewissen. Zur Abstimmung standen insgesamt drei Gesetzentwürfe. Der Antrag der Gruppe um Flach hatte sich aber schon in der zweiten Lesung gegen die anderen Entwürfe durchgesetzt, bevor er dann auch in dritter Lesung bestätigt wurde. Zuvor hatten Befürworter und Gegner der PID in einer mehrstündigen Debatte nochmals kontrovers und teils sehr emotional über die Embryonentests diskutiert.

Die PID ermöglicht es, Embryonen im Reagenzglas vor dem Einpflanzen in den Mutterleib auf genetische Krankheiten zu untersuchen. Vorbelastete oder überflüssige Embryonen werden in der Regel vernichtet. Die Neuregelung zur PID wurde nötig, weil es bisher keine klare gesetzliche Vorgabe gibt und der Bundesgerichtshof (BGH) im vergangenen Jahr die Auswahl künstlich befruchteter Eizellen bei Paaren mit einer Veranlagung zu schweren Genschäden erlaubt hatte.

DPA/AFP DPA

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