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Stern Logo Rauchen - Wege aus der Nikotinsucht

Weltnichtrauchertag: Der Kippe den Kampf ansagen

Sie stinken, sterben früher und verzichten auf viel Lebensqualität: Raucher. Doch Ihnen kann geholfen werden. Die Kampagne "Rauchfrei 2006" lockt pünktlich zum Weltnichtrauchertag Anhänger des Glimmstengels mit satten Prämien - fürs Aufhören.

Immer mehr Menschen in Deutschland sterben an den Folgen des Rauchens und Raucher sterben im Durchschnitt sieben Jahre früher als Nichtraucher. Das hat das Statistische Bundesamt anlässlich des morgigen Weltnichtrauchertages errechnet. Wie das Amt mitteilte, wurden 2004 Menschen mit typischen Raucherkrankheiten wie Lungen-, Kehlkopf- oder Luftröhrenkrebs im Schnitt 69 Jahre alt.

Häufigste Erkrankung war im Jahr 2004 Lungenkrebs mit fast 40.000 Todesfällen. Seit dem Jahr 2001 stieg diese Zahl kontinuierlich an. Damit ist Lungenkrebs inzwischen die vierthäufigste Todesursache in Deutschland, wobei Männer fast drei Mal so häufig betroffen sind wie Frauen. An den Folgen des Rauchens sterben jährlich 140.000 Menschen; hinzukommen 3.300 Todesfälle durch Passivrauchen, die in Zusammenhang mit Tabakkonsum gebracht werden können.

"Rauchfrei 2006"

Die abschreckenden Ergebnisse bewegen manchen zum Rauchverzicht, und die Abstinenz-Willigen sind nicht alleine: Die Bundesregierung unterstützt die Kampagne "Rauchfrei 2006", die schon mehr als 44.000 Raucher zum Anlass für einen mindestens einmonatigen Rauchverzicht genommen haben. Als Sieger des Wettbewerbs wurden in Berlin zwei Raucher und zwei sie unterstützende Personen mit je 2.500 Euro ausgezeichnet.

Beide Gewinner, eine 17-jährige Schülerin und ein 48 Jahre alter Kraftfahrer, beteuerten, endgültig mit dem Rauchen aufhören zu wollen. Sie bekundeten gesundheitliche Verbesserungen und Leistungssteigerungen nach nur einem rauchfreien Monat.

"Rauchfrei 2006" ist eine von der Weltgesundheitsorganisation initiierte internationale Kampagne, an der sich weltweit 89 Länder beteiligten. Deutschland nahm zum vierten Mal daran teil. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg sagte, Stichprobenbefragungen hätten ergeben, dass ein Drittel der Kampagnen-Teilnehmer dauerhaft Nichtraucher geblieben seien. Sie zeigte sich erfreut, dass die Initiative von Ärzten, Apotheken, Krankenversicherungen und Unternehmen unterstützt wurde.

Rauchen größtes vermeidbares Gesundheitsrisiko

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, die die Schecks im Gesamtwert von 10.000 Euro überreichte, bekräftigte, dass Tabakkonsum das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko unserer Zeit sei. Sie verwies darauf, dass etwa 33 Prozent der erwachsenen Bevölkerung rauche. Das durchschnittliche Einstiegsalter liege bei 13 Jahren.

Die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott, sagte: "Ein Rauchstopp lohnt sich in jedem Alter." So gewönnen Raucher, die im Alter von 30 Jahren aufhörten, zehn Lebensjahre hinzu und erreichten fast die Lebenserwartung von Nichtrauchern. Selbst wer im Alter von 60 Jahren auf den Zigarettenkonsum verzichte, verlängere sein Leben noch um durchschnittlich drei Jahre. Pott sagte, dass fast 45 Prozent der Raucher die Absicht hätten, ihren Nikotinkonsum zu beenden. Sie verwies auf die vielfältigen Programme der Bundeszentrale zur Förderung des Nichtrauchens - über telefonischen Rat, persönliche Gespräche und Rauchentwöhnungskurse bis zu Online-Ausstiegsprogrammen.

DPA/AP / AP / DPA

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