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Wales "Ich kann nicht einschlafen": Rettungsdienst veröffentlicht die unnötigsten Notrufe

Ein Krankenwagen fährt über eine Straße.
Fast ein Viertel der Notrufe, die der walisische Rettungsdienst in den letzten zwölf Monaten erhalten habe, sei nicht dringlich gewesen.
© Camilo Jimenez / Unsplash
Schlafprobleme, eingeklemmter Finger oder Zwiebelsaft im Auge – wer wegen solcher Nichtigkeiten den Notruf wählt? Laut dem walisischen Rettungsdienst eine ganze Menge. Die Behörde hat einige der skurrilsten Notrufe der letzten zwölf Monate veröffentlicht.

Mit der Veröffentlichung unangemessener Anrufe will der walisische Rettungsdienst Menschen daran erinnern, die Notrufnummer 999 wirklich nur in ernsten Situationen zu wählen. Mehrere britische Medien berichten darüber.

Ob Zahnschmerzen oder ein "Brummen im Ohr": Von den mehr als 450.000 Anrufen, die der Rettungsdienst in den letzten zwölf Monaten erhalten habe, sei fast jeder vierte "unwesentlich" gewesen.

Beispielanrufe

Natürlich sei es leicht sich über die Anrufer lustig zu machen – aber die Leute wüssten schlichtweg nicht, wo sie sonst anrufen sollten, gab Jason Killens, Geschäftsführer des walisischen Rettungsdienstes zu bedenken. Mit folgenden "Notfällen" habe sich der Rettungsdienst tatsächlich auseinandersetzen müssen:

Zwiebelsaft im Auge

Anrufer: "Ich habe Zwiebelsaft in beiden Augen und weiß nicht, was ich tun soll."

Vermittlung: "Sagen Sie mir genau, was passiert ist."

Anrufer: "Ich habe Zwiebeln gehackt und glaube, ich habe mir die Hände nicht richtig gewaschen und ich denke, ich habe Zwiebelsaft in beiden Augen, und ich weiß nicht, was ich tun soll."

Fäkalien in einer Schnittwunde

Anrufer: "Ich habe eine kleine Schnittwunde an meinem Arm bemerkt und habe Angst, dass da etwas drin ist."

Vermittlung: "Was ist Ihrer Meinung nach in den Schnitt eingedrungen?"

Anrufer: "Kacke."

Vermittlung: "Haben Sie Schmerzen?"

Anrufer: "Da sind – sehr, sehr leichte. Es ist an meinem Arm, wo der Schnitt ist, aber es ist ein sehr kleiner, man bemerkt ihn kaum"

Eingeklemmter Finger

Anrufer: "Im Grunde genommen ist Folgendes passiert: Ich habe mir den Finger in einer Tür eingeklemmt, es hat an meinem Ring gezogen und mein Finger ist sehr entzündet, und er hat sich geschnitten."

Vermittlung: "Gibt es eine ernsthafte Blutung?"

Anrufer: Anrufer: "Nein, es ist nur ein Schnitt."

Schlafprobleme

Anrufer: "Ich kann nicht einschlafen."

Vermittlung: "Sie können nicht einschlafen?"

Anrufer: "Nein."

Vermittlung: "Ok, was ist der Grund dafür? Haben Sie irgendwelche Symptome?"

Anrufer: "Mir geht es gut, aber ich kann nicht einschlafen."

Verletzte Taube

Vermittlung: "Wie lautet die Adresse des Notfalls?"

Anrufer: "Es handelt sich um einen Notfall, aber nicht für mich, sondern für ein Tier. Bin ich hier richtig?"

Vermittlung: "Sie haben den Notruf gewählt"

Anrufer: "Ich habe eine Taube vor meinem Haus und sie ist verletzt, sie kann nicht fliegen. Es tut mir leid, ich weiß nicht, was ich tun soll."

Rettungsdienste sind im Winter besonders belastet

"Menschen mit Zahnschmerzen und eingeklemmten Fingern müssen zwar medizinisch versorgt werden, aber dafür 999 zu wählen ist unklug und fehlgeleitet, wenn es so viele andere Möglichkeiten gibt, auf angemessene Hilfe zuzugreifen", sagte Geschäftsführer Killens weiter. Die Zeit, in der der Rettungsdienst sich mit derlei Lappalien auseinandersetzen muss, könne in einer lebensbedrohlichen Situation am Ende fehlen.

Gerade in den Wintermonaten haben es die Ambulanzdienste besonders schwer – hinzu käme die zusätzliche Belastung durch die Corona-Pandemie.  

Quelle: Welsh Ambulance Service

yks

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