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Schweinegrippe: Umsonst gekaufte Pandemrix-Dosen fressen Millionen

Nach dem Ausbruch der Schweinegrippe hatte Deutschland insgesamt 50 Millionen Dosen Pandemrix gekauft. Gebraucht wurden nur wenig Impfstoffdosen.

Die meisten Menschen in Deutschland hat die Schweinegrippe kalt gelassen. Sie ließen sich nicht impfen. Die Bundesländer bunkern deswegen noch Millionen Dosen des Impfstoffs Pandemrix - je nach Land im Wert zwischen 4,5 und 54 Millionen Euro, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Auf den Kosten bleiben sie sitzen. Der Bund will sich nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" nicht daran beteiligen.

Die höchsten Kosten hat das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 54 Millionen Euro. Baden-Württemberg rechnet mit einem Schaden von voraussichtlich 35 Millionen Euro. Dort werden 3,7 der bestellten 4,2 Millionen Impfdosen nach Ministeriumsangaben nicht verbraucht. In Niedersachsen lagert noch Impfstoff im Wert von rund 22 Millionen. Auch Hessen hat noch große Vorräte mit einem Wert von rund 17,5 Millionen Euro.

In Bayern wurden 970 000 der 5,1 Millionen bestellten Impfdosen verschrieben. Die Gesamtkosten werden erst im Herbst feststehen. Das Gesundheitsministerium von Markus Söder (CSU) rechnet mit einem Betrag im zweistelligen Millionenbereich.

In Brandenburg summieren sich die Kosten auf rund 7,7 Millionen Euro. Thüringen sitzt auf 840 000 Dosen Impfstoff im Wert von sieben Millionen Euro.

In Sachsen-Anhalt summieren sich die Kosten auf rund sechs Millionen Euro. Schleswig-Holstein bleibt nach Angaben des Gesundheitsministeriums wahrscheinlich auf Impfstoff im Wert von acht Millionen, Hamburg auf Kosten von bis zu 4,5 Millionen Euro sitzen.

Unklar ist zum Teil noch, wie der Impfstoff weiterverwendet werden kann. In Sachsen, wo noch rund 1,4 Millionen Dosen im Wert von rund 11 Millionen Euro lagern, werden größere Mengen bei Großhändlern zentral über ein Unternehmen entsorgt, kleine Mengen bei Ärzten oder Gesundheitsämtern wandern nach Ablauf der Haltbarkeit in den Hausmüll.

Berlin hat noch 122 000 Dosen als Reserve behalten und die übrigen Vorräte in ein bundesweites Zentrallager gebracht.

Insgesamt hatten die Bundesländer im vergangenen Jahr zunächst 50 Millionen Impfdosen eingekauft und die Menge später auf 34 Millionen Dosen im Wert von 283 Millionen Euro heruntergehandelt. Als die Schweinegrippe im vergangenen Juli um den Globus gezogen war, hatten sich zunächst 50 Prozent der Bundesbürger impfen lassen wollen.

DPA / DPA

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