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Tod von Carrie Fisher So tückisch sind Herzinfarkte bei Frauen

Schauspielerin Carrie Fisher
Trauer um Carrie Fisher: Die Star Wars-Schauspielerin starb an den Folgen eines Herzinfarkts
© AFP/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/Dimitrios Kambouris
Herzinfarkte gelten als typische Männerkrankheit. Doch auch Frauen erleiden Herzattacken – und sterben weitaus öfter daran als Männer. Ein Grund: Infarkte verursachen bei Frauen oft unspezifische Symptome.

"In tiefer Trauer bestätigt Billie Lourd, dass ihre geliebte Mutter Carrie Fisher heute Morgen um 8.55 Uhr verstorben ist": Mit diesen Worten verkündete ein Sprecher der Familie den Tod von US-Schauspielerin Carrie Fisher. Fisher war in der Rolle der Prinzessin Leia in "Star Wars" berühmt geworden und hatte zuletzt noch an den Dreharbeiten zu "Star Wars: Episode VIII" mitgearbeitet. Die 60-jährige Schauspielerin starb überraschend an den Folgen eines Herzinfarkts, den sie auf einem Flug nach Los Angeles erlitten hatte.

Herzinfarkte sind eine gefürchtete Diagnose, sie gelten jedoch als männertypisches Problem. Häufig wird vergessen, dass auch Frauen eine potenziell tödliche Attacke erleiden können. Hinzu kommt: Ein Infarkt äußert sich bei Frauen oft anders als bei Männern, was ihn besonders tückisch macht. Nach Angaben der Deutschen Herzstiftung sterben Frauen am ersten Infarkt fast doppelt so oft wie Männer.

Wie äußert sich eine Herzattacke bei Frauen? Wie kann man sich vor ihr schützen? Und was ist im Notfall zu tun? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Herzinfarkt - was ist das eigentlich?

Die Ursache eines Herzinfarktes ist der plötzliche Verschluss einer Herzkranzarterie. Die Arterien versorgen das Herz mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen und sind überlebenswichtig. Ein Verschluss entsteht durch Ablagerungen im betroffenen Gefäß, sogenannte Arteriosklerose, oder durch ein Blutgerinnsel, das sich festsetzt. Ein Teil des Herzmuskels kann nicht mehr mit lebenswichtigem Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden - und stirbt ab.

Welche Symptome deuten allgemein auf einen Herzinfarkt hin?

Frauen müssen auf der Hut sein Herzinfarkte (545608)Je nach Größe und Lage des verstopften Herzkranzgefäßes variieren die Symptome: Einige Infarkte verlaufen stumm, also ohne die klassischen Beschwerden. Andere führen wiederum zum sofortigen Herztod. Patienten mit Herzinfarkt klagen über einen plötzlich auftretenden, heftigen Schmerz im Brustbereich. Dieser kann in den linken Arm, die Schulter oder den Hals ausstrahlen, aber auch in den Unterkiefer, Rücken oder Oberbauch ziehen. Betroffene sind oft sehr nervös, haben schweißnasse Haut und eine blasse bis graue Gesichtsfarbe. Die Hände und Füße können feucht und kalt sein. Einige Patienten leiden an Übelkeit, sie erbrechen, zeigen Anzeichen von Schwäche und haben Angst, mitunter sogar Todesangst. Der Blutdruck ist meist niedrig.

Wie unterscheiden sich die Symptome von Männern und Frauen?

Neben den klassischen Symptomen kann ein Herzinfarkt bei Frauen auch untypisch verlaufen: Sie klagen eher über Übelkeit, Kurzatmigkeit, ein Druckgefühl im Brustkorb oder Beschwerden im Oberbauch. Treten diese Symptome in noch nicht bekannter Heftigkeit auf, muss daher auch an einen Infarkt gedacht werden.

Welche weiteren Unterschiede gibt es?

Herzinfarkte treten bei Frauen oft in einem späteren Lebensalter auf als bei Männern: Bis zu den Wechseljahren sind Attacken eher selten, ab einem Alter von 60 Jahren steigt das Risiko an. Insgesamt erkranken jedoch mehr Männer an einem Herzinfarkt – sie sind mit 365 Fällen pro 100.000 Einwohnern im Jahr etwa doppelt so oft betroffen wie Frauen (186 Fälle/100.000 Einwohner). (Zahlen: Deutscher Herzbericht)

Was ist im Notfall zu tun?

Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt umgehend den Rettungsdienst über die Rufnummer 112 alarmieren. Ist der Patient bei Bewusstsein, muss das geschwächte Herz entlastet werden. Lagern Sie den Patienten mit erhöhtem Oberkörper oder sitzend. Öffnen Sie enge Kleidung, Hemdkragen, Krawatte oder Gürtel. Schirmen Sie den Patienten unbedingt von Unruhe oder Aufregung ab - Betroffene leiden oft unter Todesangst und werden durch Hektik weiter verunsichert. Bleiben Sie stets in der Nähe des Patienten, reden Sie mit ihm in einem möglichst ruhigen Tonfall und informieren Sie ihn über den aktuellen Stand, zum Beispiel: "Der Krankenwagen ist auf dem Weg." Überwachen Sie die Atmung, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist. Sind keine Lebenszeichen feststellbar oder setzt die Atmung aus, beginnen Sie mit der Herzdruckmassage.

Weitere Informationen zum Thema Herzinfarkt bei Frauen gibt es auf der Seite der Deutschen Herzstiftung


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