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Vogelgrippe: La Réunion meldet Vogelgrippe-Infizierte

Auf der französischen Insel La Réunion ist bei drei Männern der gefährliche Vogelgrippe-Erreger H5N1 festgestellt worden. Auch bei dem in Kroatien aufgetauchten Virus handelt es sich um den für Menschen gefährlichen Subtyp.

Drei Männer auf der französischen Insel La Réunion sind positiv auf den Vogelgrippe-Erreger H5N1 getestet worden. Wie die Behörden mitteilten, seien am Montag zwei Tests gemacht worden. "Der erste war nicht eindeutig, der zweite war positiv", hieß es in einer Erklärung der Gesundheitsbehörden von La Réunion.

Die Männer waren von einer Reise aus Thailand zurückgekommen, bei der sie auch einen Vogelpark besucht hatten. Zuerst war das Virus nur bei einem der Männer festgestellt worden. Er hatte über Schwächegefühl und Kopfschmerzen geklagt und stark gehustet. Die Betroffenen würden mit Medikamenten gegen Viren behandelt.

Die Proben seien für weitere Untersuchungen von dem französischen Übersee-Département im Indischen Ozean nach Paris gebracht worden. Bisher spreche man von Verdachtsfällen und nicht von bestätigten Infektionen.

Einfuhr von Geflügel aus Kroatien schon verboten

Unterdessen hat ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel das Auftreten des gefährlichen Virustyps in Kroatien bestätigt. Zugleich warnte die Kommission vor Panik: Die Lebensmittelkontrollen seien so streng, dass derzeit nicht einmal von dem Verzehr roher Eiern wegen der Vogelgrippe abgeraten werde. "Die EU und die Mitgliedstaaten kontrollieren eingehend, um sicher zu stellen, dass nur Nahrungsmittel von gesunden Tieren an den Verbraucher gehen", heißt es in einer Erklärung der Kommission.

In Kroatien war das Virus bei sechs toten Schwänen in einem Teich 200 Kilometer östlich der Hauptstadt Zagreb entdeckt wurden. Labor- Untersuchungen im britischen Weybridge ergaben, dass es sich dabei um den Subtyp H5N1 gehandelt habe, sagte der EU-Sprecher. Er verwies darauf, dass die Einfuhr von Vögeln, Geflügel und Geflügelfleisch aus Kroatien bereits seit Montag verboten sei. Bisher habe sich der Verdacht auf Vogelgrippe in Griechenland noch nicht bestätigt. Eine erste Testreihe habe keinen Beweis erbracht. EU-Kommission und griechische Regierung warteten nun auf die Ergebnisse einer zweiten Testreihe.

Der Kommissionssprecher versicherte, die strengen Veterinärkontrollen in der EU schützten die Verbraucher "vor jedem möglichen Risiko einer Infektion mit dem hochansteckenden Vogelgrippe-Virus". Die Einfuhr von Geflügelprodukten aus Gegenden, in denen die Vogelgrippe aufgetaucht sei, sei nicht erlaubt. "Für den Fall eines Ausbruchs der Vogelgrippe kämen Produkte aus infizierten Gegenden nicht auf den Markt", sagte der Sprecher. Darüber hinaus gebe es aber auch keinerlei Beweis dafür, dass Menschen nach dem Verzehr infizierten Geflügelfleischs erkrankt seien, sofern dieses vorher "gut gekocht oder gebraten" gewesen sei. Die Kommission sehe zwar keine neue Gefahr durch rohe Eier, sie erinnere aber an "die üblichen Hygienevorkehrungen".

Entwarnung in Deutschland

Nach Angaben des Bundesverbraucherministeriums werden zusätzliche von der EU-Kommission beschlossene Maßnahmen "in Deutschland schnellstmöglich umgesetzt". Dabei handelt es sich unter anderem um das Verbot der Jagd mit einer Reihe von Lockvögeln sowie um ein Verbot der Tränkens mit Oberflächenwasser. Außerdem sollen Geflügel- Märkte und -Ausstellungen generell verboten werden, sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin mit Verweis auf die EU-Kommission. Es seien nur streng reglementierte Ausnahmen möglich.

Proben der verendeten Graugänse in Neuwied (Rheinland-Pfalz) seien unterdessen an das Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) geschickt worden, teilte das Verbraucherministerium mit. Dort werde der Influenza-A-Verdacht untersucht. Mit dem Ergebnis sei frühestens am Donnerstag zu rechnen.

Wildvögel sind häufig mit gering krankmachenden Vogelgrippe-Viren infiziert. Rund 3 bis 15 Prozent der Wildvögel seien Träger dieser Erreger, sagte FLI-Sprecherin Elke Reinking mit Verweis auf Untersuchungen des Riemser Instituts. Daher sei es nicht unwahrscheinlich, dass es sich auch bei den in zwei Proben aus Neuwied nachgewiesenen Influenza-A-Viren um solche schwach pathogenen Varianten handele. Dort entdeckte Graugänse waren nach Angaben des Landesuntersuchungsamt in Koblenz an Gift gestorben. Bei zwei Tieren hatten die Experten aber auch Hinweise auf ein Influenza-A-Virus gefunden.

Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) riet Verbrauchern in den 25 Mitgliedstaaten generell zum Vorsichtigen Umgang mit ungekochtem Geflügelfleisch und rohen Eiern. Jedoch handele es sich dabei nicht um ein akutes Risiko, sondern lediglich um Ratschläge für den allgemeinen Umgang mit Lebensmitteln, sagte EFSA-Sprecherin Anne- Laure Gassin: "Die EFSA will für den Fall, dass die Vogelgrippe in die Lebensmittelkette eintreten sollte, vorsichtshalber an die Ratschläge für Lebensmittelhygiene erinnern, die bereits existieren, um die Verbreitung von Salmonellen und anderen Krankheitserregern zu reduzieren."

DPA

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