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Weltblutspendetag "Es gibt keinen Ersatz für Blut"


Nach einem schweren Unfall brauchen Patienten schnelle Hilfe. Oft kann sie nur eine Notoperation retten und dafür wird Blut benötigt. Doch nur jeder Zehnte Bürger spendet den lebensnotwendigen Saft.

Eine Frau liegt ruhig auf ihrer Liege, aus ihrer Vene läuft Blut über einen Schlauch in eine Maschine. Der Apparat filtert eine helle Flüssigkeit und pumpt sie in einen Beutel. Das restliche Blut fließt zurück in den Körper der Frau. Bis zu 26 Mal im Jahr können die sogenannten Blutplättchen gespendet werden. Noch etwas häufiger kann Plasma abgegeben werden. Bei Vollblut sind pro Jahr für Frauen dagegen höchstens vier, für Männer bis zu sechs Spenden erlaubt. Doch nur zehn Prozent der Deutschen lassen sich regelmäßig "anzapfen".

"Es gibt keinen Ersatz für Blut", sagte der Leiter des Blutspende-Instituts in Dessau, Hartmut Kroll. Bislang gelang es nicht, Blut künstlich herzustellen. Jährlich werden daher 4,5 Millionen Konserven in Deutschland benötigt. Der Weltblutspendetag macht am 14. Juni darauf aufmerksam.

Seit 1997 gibt es in Dessau eines von fünf Instituten des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen (DRK-Blutspendedienst NSTOB). Damit ist der landesübergreifende Dienst einer von sieben Blutspendedienste in ganz Deutschland.

800 bis 1000 Beutel Blut täglich

"Die Arbeit hier erfordert einen hohen logistischen Aufwand", erklärte Kroll. Zahlreiche Arbeitsschritte sind notwendig bis das Blut von einem Spender zum Patienten gelangt. Der Großteil der Mitarbeiter ist mit der eigentlichen Spende beschäftigt. Sie stellt damit den höchsten Aufwand dar.

800 bis 1000 Beutel Blut werden täglich in dem Dessauer Institut gesammelt. Über Nacht zerlegen Maschinen die rote Flüssigkeit in ihre einzelnen Bestandteile, wie Leukozyten und Blutplasma. Um Verwechslungen auszuschließen, bekommt jede Konserve Strichcodes. Erst dann gehen davon kleine Proben in das Institut nach Springe in Niedersachsen, wo sie auf Infektionen untersucht werden.

Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen mindestens zehn Blutkonserven pro Verletzten bereitstehen müssen. "Blutspenden werden laufend dringend benötigt - auch in der bevorstehenden Urlaubszeit", sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP). Während der Sommermonate kommt es nach DRK-Angaben trotz eingeplanter Sicherheitsreserven immer wieder zu gefährlichen Engpässen.

Um die Kliniken mit ausreichend Lebenssaft versorgen zu können, sind täglich bis zu 200 Teams deutschlandweit mit mobilen Blutspendestationen unterwegs. "In kleinen Orten ist die Spende ein Event", sagte der Arzt. Nur durch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Spender kann die Arbeit überhaupt ermöglicht werden.

Romina Kempt, DPA DPA

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