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Werde "Organpate": Bundeszentrale wirbt für Organspenden

Eine neue Kampagne für Organspenden ist am Dienstag in Berlin gestartet. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) will mit dem Motto "Organpaten werden" die Bereitschaft zur Organspende erhöhen.

Mit einer landesweiten Kampagne will die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) für mehr Bereitschaft zum Organspenden werben. "Unser Ziel ist es, Menschen durch Aufklärung von der Notwenigkeit zu überzeugen, einen Organspendeausweis auszufüllen und bei sich zu tragen", sagte Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP), der die Kampagne unterstützt, am Dienstag in Berlin. Zwar würden laut einer aktuellen Umfrage der BZgA 74 Prozent der Bevölkerung einer Spende prinzipiell zustimmen, aber nur 25 Prozent hätten einen Ausweis, sagte Rösler weiter.

Laut BZgA gab es 2009 in Deutschland 15 Organtransplantationen auf eine Million Menschen. Zum Vergleich: In Spanien waren es 34 Transplantationen, in Österreich 25, in Frankreich 23. Hauptgründe für die Ablehnung einer Organspende waren laut der Umfrage die Angst vor Missbrauch durch Organhandel und die Sorge, dass Ärzte sich weniger gut um den Patienten kümmern, wenn sie wissen, dass er Organspender ist. Auf der anderen Seite stand die Hilfsbereitschaft an erster Stelle bei den Argumenten für eine Organspende. Der Wunsch, falls notwendig selbst ein Organ zu erhalten, kam an zweiter Stelle.

Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern beobachtete die BZgA, dass dort die Bereitschaft in der Bevölkerung zur Organspende höher ist, wo sogenannte Transplantationsbeautragte in Krankenhäusern Patienten und ihre Angehörigen aufklären. In Deutschland läuft ein entsprechender Modellversuch seit 2009. Ende nächsten Jahres werden die Ergebnisse erwartet, sagte Rösler.

Die Bundeszentrale will mit ihrer Kampagne unter dem Titel "Organpaten" die Bevölkerung in Einkaufzentren oder bei Großveranstaltungen ansprechen. "Organpaten" sind Personen, die sich bereit erklärt haben, einen Spenderausweis auszufüllen und andere über das Thema und ihre Motive zu informieren.

AFP/APN

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