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Amazon Alexa und Co.: Wie unterscheiden sich die Sprachassistenten?

Das Geschäft mit digitalen Sprachassistenten läuft blendend. Ein Experte verrät, wie sich die Systeme derzeit unterscheiden.

Amazons Sprachassistentin Alexa kommt unter anderem im Echo-Dot-Lautsprecher zum Einsatz

Amazons Sprachassistentin Alexa kommt unter anderem im Echo-Dot-Lautsprecher zum Einsatz

Derzeit herrscht in der Tech-Branche im Bezug auf Sprachassistenten eine gewisse Goldgräberstimmung. Egal ob Amazon, Apple, Google, Microsoft oder Samsung - alle wollen sie ein Stück vom Kuchen abhaben. Doch wie verbreitet sind Sprachassistenten eigentlich und gibt es einen klaren Sieger im Vergleich?

Sprachassistenten sind nicht mehr wegzudenken

Noch stecken digitale Sprachassistenten in den sprichwörtlichen Kinderschuhen, doch das ändert nichts daran, dass sie bereits einer der größten Zukunftstrends sind. Amazons Alexa wurde beispielsweise erst mit der Veröffentlichung des Echo-Lautsprechers im Oktober 2016 in Deutschland wirklich bekannt, aber mittlerweile wissen 84 Prozent der Bundesbürger, was eine Sprachsteuerung ist. Das geht aus einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom hervor.

Alleine in Deutschland besitzen demnach derzeit bereits rund 13 Prozent einen smarten Lautsprecher mit Sprachassistent, was 8,7 Millionen Menschen entspricht. Man sei sich in der Branche derzeit sicher, dass bis 2020/2021 mindestens ein Viertel der Weltbevölkerung mit Sprachassistenten interagieren werde, berichtet Robert C. Mendez, Experte für digitale Sprachassistenten bei "Internet of Voice", im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Wer hat das beste System?

Auf welchen Sprachassistenten sollten sich Nutzer also verlassen? Auf Amazons Alexa, Apples Siri, Microsofts Cortana, Samsungs Bixby, Google Assistant - oder auf einen ganz anderen? "Was ist das beste Auto, der beste Fernseher oder die beste Ehefrau? Genau... darauf gibt es keine glaubhafte Antwort", macht der Veranstalter der am 13. November in Köln stattfindenden "Smart Voice Conference 2018" deutlich. Laut Mendez sei zum einen die Entwicklung noch gar nicht dort angekommen, wo sie hinwolle. Zum anderen bestimme der Einsatzzweck, "wie gut ein Sprachassistent für etwas geeignet ist".

"Aktuell überholen sich die Systeme in einem spannenden Rennen um die größten Marktanteile in Umfang und Qualität ständig gegenseitig", erklärt er weiter. Subjektiv besser sei also derjenige Sprachassistent, "der meinen gewünschten Funktionen am besten entspricht". Im europäischen Raum seien hier "vor allem Amazon Alexa und Google Assistant definitiv die erste Wahl".

Was wiederum aber auch nicht heißen muss, dass man beispielsweise Siri direkt abschreiben sollte. Ein Apple-Nutzer werde "sich eh kaum dazu überreden lassen, einen anderen Sprachassistenten einzusetzen als Siri. Anderseits dürfte das auch kaum nötig sein, da Siri im Apple-Universum eigentlich gut genug funktioniert". Erst im Vergleich mit anderen Ökosystemen sei Siri in einigen Punkten abgeschlagen.

Welcher Assistent für welchen Nutzer?

"Um dann zu entscheiden, welcher Sprachassistent zu welcher Nutzergruppe passt, hilft ein Blick auf die Hersteller der Systeme und die Daten, beziehungsweise das Wissen, das diese Konzerne haben, um die Sprachassistenten damit füttern zu können", erklärt Mendez weiter. "Also ja, ein jeder Sprachassistent hat seine Vorzüge und damit auch seine bessere Anwendbarkeit" auf bestimmten Gebieten. Während der Google Assistant demnach vor allem bei der Suche punkten dürfte, dürfte Amazon Alexa im Bereich eCommerce die Nase vorne haben. "Jedoch lassen sich da nicht wirklich klare Grenzen ziehen, da die Entwicklung der Systeme aktuell noch viel zu volatil ist und jeden Tag Neues bringt."

Da sich die Assistenten in ihren Grundfunktionen sehr ähneln, dürfte es für viele Nutzer ohnehin oft wichtiger sein, in welchem Gerät der Assistent zum Einsatz kommt. Bei einem Test von Apples HomePod konnte dieser spot on news kürzlich unter anderem mit seiner Klangqualität und beim Design überzeugen. Und auch bei der Nutzung von Apple Music punktete das Gerät, das sich im Vergleich zu Amazons Echo allerdings bei Fragen zu Unterhaltungsthemen oder dergleichen dümmer anstellte.

Dafür kann beispielsweise der kleine Echo-Dot-Lautsprecher von Amazon keineswegs in Sachen Klang mit dem HomePod oder der Polk Audio Command Bar mithalten, in der auch Alexa zum Einsatz kommt. Diese beiden Lautsprecher liegen mit Preisen von 349 Euro - respektive 399 Euro - aber auch hier auf einem ganz anderen Level als die zweite Generation des Echo Dot, die mit einem Preis von rund 60 Euro veranschlagt ist. Es gibt für Nutzer also viel zu bedenken.

Was bringt die Zukunft?

In der Entwicklung von digitalen Sprachassistenten befinde man sich derzeit noch an Tag null, wie Mendez weiter erklärt, "da die Sprachassistenten von ihrem gedachten Wesen her, nämlich als 'persönliche Assistenten' noch gar nicht leistungsfähig genug sind und auch bei den Nutzern noch gar nicht so angekommen sind". Aktuell würden die Systeme als eine Art "Steuergeräte" wahrgenommen, was zwar nicht falsch sei, aber auch nur einem kleinen Teil der angedachten Möglichkeiten entspreche.

Vor allem auf Entwicklungen aus dem asiatischen Raum könne man laut dem Fachmann gespannt sein: "Solange wir mit den Systemen noch so sprechen müssen wie mit Maschinen und noch nicht wirklich 'natürlich' sprechen können, solange hat noch jedes System ein großes Potenzial. Ich hoffe dabei besonders auf Systeme aus Asien, welche schon heute eine beeindruckende Intelligenz zeigen."

SpotOnNews