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Action! - Neu im Kino Die Nackten und die Toten


Politsatire mit Bully Herbig? Agententhriller mit Gary Oldman? Oder doch lieber Kate Beckinsale im sexy Catsuit? stern.de präsentiert die wichtigsten Filmstarts der Woche.
Von Sophie Albers

"Dame, König, As, Spion"

Regie: Tomas Alfredson
Darsteller: Gary Oldman, Colin Firth, Tom Hardy

Haben Sie Gary Oldman auch vermisst? Der Mann, der dem Titel Kinobösewicht mit Auftritten wie in "Bram Stoker's Dracula", "True Romance", "Léon", "Das fünfte Element", "Air Force One" oder neben Anthony Hopkins in "Hanibal" neuen Glanz verliehen hat? Es war ruhiger um ihn geworden. Trotz Auftritten in "Harry Potter" als dessen Patenonkel Sirius Black oder als schnauzbärtiger Polizist James Gordon in Nolans Neuauflage der "Batman"-Saga. Und irgendwie wirkte er auch milder, weniger getrieben. Doch nun kehrt Oldman mit solch schauspielerischer Wucht zurück, dass es gleich eine Oscar-Nominierung gegeben hat. Als pensionierter Agent George Smiley spielt er in der John-le-Carré-Verfilmung "Dame, König, As, Spion" so intensiv und gewaltig wie in besten Bösewichttagen. Und das ohne großen Körpereinsatz, wenn er in der Spitze des britischen Geheimdienstes der 70er Jahre nach einem Doppelagenten sucht. Der Mann ist noch immer ein Mysterium der Leinwand. Schön, dass er wieder da ist!

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"Die Kunst zu gewinnen - Moneyball"

Regie: Bennett Miller
Darsteller: Brad Pitt, Jonah Hill, Ken Medlock

Immer wieder ist man versucht, Brad Pitt als hübsche Blondine abzutun oder einfach als Angelina Jolies Freund. Doch dann macht er Filme wie "Die Kunst zu gewinnen - Moneyball", und man hält ganz schnell die Klappe. Lassen Sie sich um Himmels Willen nicht davon abschrecken, dass es um Baseball geht. In diesem Film geht es so wenig darum, Bälle zu schlagen, wie in "Black Swan" um Ballett. Man möchte "Moneyball" fast einen Emo-Thriller nennen, denn so spannend ist es, wenn Pitt als Manager versucht, sein leergekauftes Major-League-Team zum Sieg zu führen. Und das mit Hilfe der mathematischen Logik eines Nerds (Noah Hill, als er noch dick war). Es geht um die Macht des Geldes, Loyalität, Familie und das Spiel des Lebens. Und "Moneyball" hat dafür auch noch einen grandiosen Soundtrack gefunden.

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"Sex on the Beach"

Regie: Ben Palmer
Darsteller: Simon Bird, Joe Thomas, James Buckley

In Großbritannien hat "Sex on the Beach" den etwas subtileren Titel "The Inbetweeners" (in etwa "Die Loser"). Dann hat es sich allerdings auch schon mit der Subtilität. Kurz gesagt geht es in dieser Filmversion der gleichnamigen TV-Serie um vier Teenager, die gern endlich Sex hätten. Da der in Großbritannien häufig im Doppelpack mit Alkohol zu haben ist, zeigt der Film häufig alkoholisierte notgeile Jungs, die mehr oder weniger schöne Frauen anstarren. "American Pie" mit britischem Akzent.

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"Die Summe meiner einzelnen Teile"

Regie: Hans Weingartner, Cüneyt Kaya
Darsteller: Peter Schneider, Timur Massold, Henrike von Kuick

Nach seinem Regiedebüt "Das weiße Rauschen" (2002), das erstmals Daniel Brühl in den Fokus der Aufmerksamkeit rückte, wendet sich Regisseur Hans Weingartner nun mit "Die Summe meiner einzelnen Teile" wieder der kranken Psyche zu. Martin war ein genialer Mathematiker auf Karrierekurs. Er hatte eine Freundin und ein gutes Leben. Bis es eines Tages in Tausend Teile zerbricht. Martin erleidet einen Zusammenbruch und wird in die Psychiatrie eingeliefert. Als er wieder rauskommt, sind Freundin, Job und jede Sicherheit im Leben weg. Martin isoliert sich, verliert den Bezug zur Realität und flüchtet schließlich in den Wald. Dort trifft er einen kleinen Jungen, mit dem er sich anfreundet und der ihm wieder Halt im Leben giibt. Doch ist die neue Sicherheit verdammt brüchig. Dieser Film stellt viele unbequeme Fragen zu unserem vermeintlich sicheren, satten Leben.

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"Underworld Awakening"

Regie: Måns Mårlind, Bjorn Stein
Darsteller: Kate Beckinsale, Stephen Rea, Michael Ealy

"Twilight" mit der Axt, könnte man sagen. Und die Werwölfe haben wirklich jede Wuscheligkeit verloren. Der vierte Teil der "Underworld"-Reihe hat immerhin wieder Kate Beckinsale zu bieten. Und anfangs ist ihre Vampirin Selene noch kälter als sonst, denn sie wurde in einem Versuchslabor eingefroren. Dann wacht sie auf und muss feststellen, dass mehr als ein Jahrzehnt vergangen ist und die Menschen Vampire und Werwölfe so gut wie ausgerottet haben. Auf der Suche nach ihrem Liebsten muss Selene zudem feststellen, dass sie Mutter geworden ist. Und da auch Töchter von Untoten und Werwölfen in die Pubertät kommen, fangen die Probleme jetzt erst so richtig an. Auch wenn in "Underworld Awakening" ziemlich ausführlich gesplattert wird, bleibt die Frage, ob sich die Geschichte von Selene nicht längst erledigt hat.

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"Zettl"

Regie: Helmut Dietl
Darsteller: Michael Bully Herbig, Ulrich Tukur, Harald Schmidt

Es war einmal eine TV-Serie, die mit bayrischer Frotzeligkeit zum Kult aufstieg. Der Klatschreporter Baby Schimmerlos und sein Tauchen in den Untiefen der Münchner Schickeria in "Kir Royal" ist ein deutscher Fernsehstandard. Nun gibt es die Berliner Fortsetzung. Weil Schimmerlos-Star Franz Xaver Kroetz nicht so wollte wie Regisseur Helmut Dietl, hat der sich eine hanebüchene Geschichte um "Zettl" ausgedacht, der vom ehemaligen Fahrer von Schimmerlos zum Chefredakteur aufsteigt und in der Hauptstadt keinen besseren Politskandal auftun kann als die angebliche Geschlechtsumwandlung der Bürgermeisterin. Ziemlich klamaukig kommt der Ausflug aufs politische Parkett daher. Da liest man doch lieber die neueste Meldung über Wulff.

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