HOME

"Save the Water" auf Pro7: Galileo-Report zeigt, wie dramatisch die Welt ums Trinkwasser kämpfen muss

In Kalifornien kämpfen die Einwohner mit der Jahrhundertdürre, in China mit dreckigem Grundwasser. 60 Prozent dort sind bereits vergiftet. Die ProSieben-Reportage "Der weltweite Kampf ums Wasser" zeigt, wie sehr die Menschen darunter leiden.

Der Jangtse in China ist der schmutzigste Fluss der Welt

Der Jangtse in China ist der schmutzigste Fluss der Welt

Plastikmüll, Dreck, Düngemittel und Industrieabfälle treiben gemächlich den Fluss entlang. Das Wasser des Jangtse ist trüb und es stinkt. Ein paar Kilometer entfernt leiten Fabriken ihre Abwässer ungefiltert hinein. Darunter giftige Chemikalien wie Färbemittel und Tenside. Der Fluss gilt laut Umweltschutzorganisation WWF als der schmutzigste Fluss der Welt. Doch das hält die Fischer der chinesischen Industriestadt Taicang, 50 Kilometer westlich von Shanghai, nicht davon ab, zweimal täglich ihre Netze auszuwerfen. Das meiste, was sie dabei aus dem Wasser ziehen, ist jedoch Plastikmüll. Pro Tag etwa 50 bis 100 Kilo. Und nur etwa zwei bis drei Kilogramm Fisch. Früher war es umgekehrt. Die Galileo-Reportage "Green Seven Report: Save the Water - Der weltweite Kampf ums Wasser auf ProSieben (Sonntag, 17. Juli, 19.05 Uhr) zeigt, wie die Bevölkerung mit der schleichenden Vergiftung des Wassers umgeht - und wie es soweit kommen konnte.

Von einst 143 Fischarten im Jangtse sind heute nur noch 17 übrig. 14 Milliarden Tonnen Abfälle werden jährlich in den Fluss gekippt. Laut Untersuchungen der chinesischen Wasserschutzbehörde sind fast die Hälfte aller chinesischen Gewässer schwer verschmutzt. Grund sind fehlende Kläranlagen. Höchstens ein Viertel des Abwassers wird überhaupt geklärt. 60 Prozent des chinesischen Grundwassers sind inzwischen zu stark verschmutzt, um es zu trinken. Das Land vergiftet sich selbst.

Auch Kalifornien hat zu wenig Trinkwasser

Mit zu wenig Trinkwasser hat auch der US-Bundesstaat Kalifornien zu kämpfen. Das Team von Galileo besucht in Porterville, einer Stadt bei Los Angeles. die Mutter einer sechsköpfigen Familie. Seit zwei Jahren lebt sie gänzlich ohne Wasser. Wie viele andere Einwohner auch, ist sie auf Wasserlieferungen aus der Gemeinde angewiesen. Und das nur, weil das Grundwasser zu weit abgesunken und der private Brunnen nicht tief genug ist.

Seit 2014 fällt auf den umliegenden Gebirgsketten der Sierra Nevada kein Schnee mehr. Was bedeutet, dass auch das Schmelzwasser ausbleibt, welches normalerweise den ganzen Staat versorgt. Die Folge: eine verheerende Dürre. Unter der auch die Einwohner von Las Vegas zu leiden haben. 95 Prozent des Wassers, das die Stadt verbraucht, kommt aus dem nahe gelegenen Lake Mead. Und der trocknet langsam aber sicher aus. In den letzten Jahren ist sein Pegel um fast 50 Meter gesunken. Die Stadt führt daher einen Kampf gegen fahrlässige Wasserverschwendung und verteilt Strafzettel fürs Rasen sprengen, weil in Zeiten der Dürre das Wässern nur an einem festgelegten Tag der Woche erlaubt ist. Wer trotzdem nicht auf einen saftig, grünen Rasen verzichten will, der lässt seine verdorrte Grünfläche einfach mit Farbe einsprühen. Ja, genau. Mit Farbe.  Wenn es nicht so dramatisch wäre - fast könnte man darüber lachen.