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Golden Globes: "Abbitte" bester Film

Der britische Liebesfilm "Abbitte" und das blutige Musical "Sweeney Todd" sind die großen Gewinner der 65. Golden Globes. Bei einer schlichten Pressekonferenz wurden insgesamt 25 Preise für Kino- und Fernsehenproduktionen vergeben.

Wegen des Autorenstreiks wurden die Golden Globes in diesem Jahr in einer Pressekonferenz bekannt gegeben. Die Bestsellerverfilmung "Abbitte" von Regisseur Joe Wright wurde in Beverly Hills zum besten Kinodrama gekürt. Tim Burtons "Sweeney Todd" erhielt die goldene Weltkugel als bestes Musical. Hauptdarsteller Johnny Depp, der für seine Rolle als dämonischer, serienmordender Barbier erstmals sang, bekam einen Schauspielerpreis. Die Golden Globes gelten als zweitwichtigster US-Filmpreis und als Indikator für die Chancen bei der Oscar-Verleihung am 24. Februar.

Einige der ganz großen Stars wie Angelina Jolie, George Clooney, Tom Hanks und Julia Roberts gingen bei der Preisvergabe leer aus.

Als beste Schauspieler in einem Drama wurden Julie Christie und Daniel Day-Lewis geehrt. 40 Jahre nach ihrem Oscar für "Darling" bekam Christie die Auszeichnung für ihre Rolle als Alzheimer-Patientin in dem einfühlsamen Ehedrama "An ihrer Seite". Day-Lewis konnte als rücksichtloser Ölbaron in Paul Thomas Andersons historischem Drama "There Will Be Blood" punkten.

Die französische Schauspielerin Marion Cotillard überzeugte die Jury mit ihrer Darstellung von Edith Piaf in dem Musikfilm "La Vie En Rose". In Nebenrollen wurde Cate Blanchett für ihre Verkörperung von Bob Dylon in dem Kultfilm "I'm Not There" geehrt, der spanische Schauspieler Javier Bardem als gnadenloser Menschenjäger in dem Neo-Western "No Country for Old Men". Die von der Kritik hochgelobte neue Arbeit der Cohen-Brüder ("Fargo") war zusammen mit "Abbitte" als Favorit für die Kategorie Bester Film gehandelt worden, erhielt aber neben dem Globe für Bardem nur eine Auszeichnung fürs Drehbuch.

Regiepreis für "Schmetterling und Taucherglocke"

Der ebenfalls begehrte Regiepreis ging an den New Yorker Maler und Filmemacher Julian Schnabel für "Schmetterling und Taucherglocke" - die wahre Geschichte eines Mannes, der sich nach einem Schlaganfall nur noch mit Augenblinzeln verständlich machen kann. Der in Frankreich und den USA produzierte Film wurde auch zum besten ausländischen Film gekürt und schlug damit den schon mehrfach ausgezeichneten Abtreibungsfilm des rumänischen Regisseurs Cristian Mungius "Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage" aus dem Rennen. Ein deutscher Film war nicht nominiert.

Als bester Animationsfilm setzte sich "Ratatouille" aus der Disney-Schmiede durch, eine Geschichte über eine Ratte in Paris mit einem Hang zur Gourmetküche. Dagegen hatten das von Jerry Seinfeld miterfundene "Bee-Movie - Das Honigkomplott" sowie "Die Simspons - Der Film" das Nachsehen. Die beste Filmmusik wurde "Abbitte" zugesprochen, als bester Song schnitt Eddie Vedders "Guaranteed" in der Romanadaption "Into the Wild" ab. Die Golden Globes werden in insgesamt 25 Kategorien für Kino und Fernsehen vergeben.

DPA / DPA