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Kuriose Begegnung Muslimischer Comedian verbringt Flug neben Eric Trump

Mo Amer und Eric Trump
Der Comedian Mo Amer saß in ein Flug nach Glasgow zufällig neben Eric Trump
© Screenshot Facebook
Für seine Tournee reiste der muslimische Komiker Mo Amer nach Glasgow. Wer auf diesem Flug sein Sitznachbar werden würde, hätte er vor Reiseantritt wohl nie geglaubt.

Für den arabisch-amerikanischen Komiker Mo Amer muss diese Begegnung durchaus etwas ironisches gehabt haben: Die vergangenen Monate waren in den USA von einem Präsidentschaftswahlkampf geprägt, der das Land tief gespalten hat. Donald Trumps Wahlkampfgepolter gegen Mexikaner und Muslime hat bei Minderheiten in den USA große Sorgen hinterlassen. Besonders für Mo Amer, der palästinensische Wurzeln hat und muslimischen Glaubens ist, war die Wahl Donald Trumps zweifelsfrei kein Ergebnis, dass es sich gewünscht hatte. Umso erstaunter muss der Komiker gewesen sein, als er feststellte, neben wem er den Flug über den Atlantik nach Schottland verbringen durfte: Donald Trumps Sohn Eric Trump.

Amer, der sich für seine Tournee auf den Weg nach Großbritannien gemacht hatte, dachte zuerst an einen schlechten Scherz, als er begriff, dass Eric Trump sein Sitznachbar ist. Er entschied sich jedoch, unvoreingenommen mit der Situation umzugehen und diese Gelegenheit zu nutzen, um "ihm viele Fragen" zu stellen. Schließlich rätselt die Welt immer noch, wie viele fragwürdige Wahlkampfversprechen Trump nach Amtsantritt auch in die Tat umsetzen wird.

Als Amer Platz genommen hatte, ließ er zunächst die Welt via Facebook und einem Selfie wissen, wer sein prominenter Flugnachbar ist. Hier schrieb er, "hey Leute, auf dem Weg nach Schottland um meine Uk-Tour zu starten und ich bekomme "zufällig" den Sitz neben niemand anderem als Eric Trump. Gute Neuigkeiten, Moslems müssen sich nicht registrieren lassen und bekommen auch keine speziellen Personalausweise. Das wurde mir gesagt. Ich werde ihm viele Fragen stellen auf dieser Reise nach Glasgow, Schottland. Manchmal schickt einem Gott einfach das Material." Mit dem Hashtag #Thisisnotanendorsement unterstrich Amer, dass er kein Trump-Unterstützer ist.

"Diesen Scheiß mit den Ausweisen mache ich nicht mit"

Auf Facebook Antwortete eine Nutzerin auf Amers Post, "du bist eine nettere Person als ich … ich hätte wahrscheinlich darum gebeten, einen anderen Platz zu bekommen." Zwar entgegnete Amer, er könne dies nachvollziehen, als Künstler habe er jedoch die Verantwortung, "so eine Chance zu nutzen (…) um Informationen zu sammeln."

Gesagt, getan. In einem Interview mit der US-Webseite Buzzfeed erzählte Amer von seiner Reise mit Eric Trump. Den Flug habe er kurz vor dem Start "last minute" gebucht, unerwartet habe er dann ein Upgrade in die Business Class bekommen. "Als ich ins Flugzeug kam, dachte ich zunächst, 'was soll das?' Das ist offensichtlich ein Zeichen von Allah". Dann habe er sich gesetzt und gefragt, "wie geht’s?" Trump habe geantwortet, "mir geht’s gut". Amer habe dann erwidert, "Sie haben keine Ahnung, wie fantastisch das hier für mich ist. Mein Name ist Mohammed. Salams. Ich bin Standup-Comedian." Und Amer ging offenbar direkt in die Offensive und sagte: "Nur zu Ihrer Information, diesen Scheiß mit den Ausweisen mache ich nicht mit." Trump habe geantwortet, "Oh komm schon. Du solltest nicht alles glauben was du liest. Glaubst du wirklich, wir würden sowas tun?" 

"Er hat im Prinzip zugegeben, dass sein Vater die Sache wie ein verrücktes Genie eingefädelt hat"

Weiter habe Amer zu Eric Trump gesagt, er glaube, sein Vater (Donald Trump) habe die Medien manipuliert, er kenne die Insider-Tricks, die diesen "Feuersturm" verursacht hätten, dies habe super funktioniert. Trump habe geantwortet: "Ja, sie haben absolut recht." (...) "Er hat im Prinzip zugegeben, dass sein Vater die Sache wie ein verrücktes Genie eingefädelt hat und dass er deshalb gewählt wurde (…)" Zu seinem Vater sagte Trump: "Er ist ein guter Mann. Er ist ein guter, guter Mann. Er ist wirklich, wirklich gut."

Auf Amer habe Eric Trump etwas wie ein Roboter gewirkt: "Dieser Typ hat eine Routine, die er spielt, seit dem er sechs ist. Ich glaube sein Vater hat ihn sehr altmodisch erzogen, das ist das Gefühl, das ich von ihm hatte (…) ihm geht es nur ums Geschäft."

Alles in allem sei die Konversation zwischen Amer und Trump angenehm gewesen. Amer erhielt jedoch den Eindruck, "er scheint von der Realität der Rassenangriffe und der Gewalt isoliert zu sein." Weiter habe der gläubige Muslim das Gefühl gehabt, für die Trumps sei alles nur ein Spiel und sie verspüren keine Reue, weil sie ja gewonnen haben und "so würden sie wahrscheinlich auch weitermachen", sagte Amer zu Buzzfeed. Insgesamt hätten sich Trump und Amer eine halbe Stunde unterhalten, bis sein Sitznachbar dann eingeschlafen sei. Andere Passagiere hätten dann Selfies mit Trump gemacht, während er schlief. Doch bevor der Geschäftsmann einschlief, habe er sich noch etwas zu essen bestellt - "Schweinekoteletts".

amt

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