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"Fest & Flauschig": Deshalb lässt Spotify alle Podcastfolgen von Schulz und Böhmermann abtippen

Bei seinem Besuch im Spotify-Firmensitz in New York machte Jan Böhmermann eine erstaunliche Entdeckung: Sein Podcast "Fest & Flauschig" wird dort abgetippt und übersetzt. Das ist der Grund.

Olli Schulz und Jan Böhmermann

Olli Schulz und Jan Böhmermann betreiben auf Spotify den überaus erfolgreichen Podcast "Fest & Flauschig".

DPA

Jedes Jahr verbringt Jan Böhmermann einige Zeit in New York. Oft schaut er dann auch bei Spotify vorbei. Schließlich liefert er zusammen mit Olli Schulz einen immens populären Inhalt: 2018 war "Fest & Flauschig" sogar der meist gestreamte Spotify-Podcast -weltweit.

Klar, dass man sich im neuen US-Headquarter im Süden Manhattans für den Entertainer Zeit nahm. In der neuen Folge von "Fest & Flauschig" schwärmte Böhmermann von der fantastischen Aussicht, er sei im 62. Stock gewesen und habe Blick auf die Freiheitsstatue gehabt. 

Jan Böhmermann und Olli Schulz als Vorbild

Deutlich interessanter waren allerdings seine Schilderungen von dem geschäftlichen Treiben des Streaming-Anbieters, der gerade dabei ist, seinen Podcast-Zweig massiv auszubauen. Auf der ganzen Welt würden gerade Studios errichtet, erzählte Böhmermann. Für die weltweite Podcast-Produktion gibt es offenbar ein klares Vorbild: "Alles wird 1:1 nachmodelliert nach dem, was wir hier seit fünf Jahren machen." Demnach ist "Fest & Flauschig" der Blueprint für erfolgreiche Podcasts in aller Welt. Alles solle in anderen Sprachen genau so gemacht werden wie bei Schulz und Böhmermann. "Die suchen in jedem Land so Leute wie uns."

Um das Erfolgsmodell möglichst genau zu kopieren, geht Spotify offenbar akribisch vor und versucht den Podcast exakt zu analysieren. Dabei gibt es allerdings ein Problem: die Sprachbarriere. "Die haben absolut keine Ahnung, was wir quatschen", so der TV-Satiriker.

Spotify will den Podcast nachbauen 

Die Lösung: Alle Sendungen werden zunächst transkribiert und dann ins Englische übersetzt - ein extrem langwieriger Prozess. "Die hören sich gerade die Sendungen an von vor einem Jahr, weil die jetzt aus der Übersetzung kommen", so Böhmermann. Das Ziel ist, zu verstehen, was die beiden gemacht haben und warum das erfolgreich oder nicht erfolgreich war. Offenbar sei geplant, die Dialoge von Schulz und Böhmermann eins zu eins in andere Sprachen zu übersetzen und dort wieder aufzuführen. "In Brasilien, in Litauen, in Russland, in der arabischen Welt.

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Das klingt dann doch ein wenig unwahrscheinlich. Denn wer Jan Böhmermann kennt weiß, dass man bei ihm nicht immer alles wörtlich nehmen darf. Andererseits scheint Spotify tatsächlich große Stücke auf die beiden Entertainer zu halten: Am heutigen Montag wurde bekannt, dass es nicht erst ab Sonntag, sondern schon am Mittwoch die nächste Folge von "Fest & Flauschig" geben soll. Künftig wird der Erfolgspodcast seine Schlagzahl erhöhen und zwei Mal wöchentlich erscheinen.  

Verwendete Quellen: "Fest & Flauschig", "Radiowoche.de"

che