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Mo Asumang in Halberstadt: Aufklärung im "braunen Osten"

Die Moderatorin Mo Asumang wurde vor einigen Jahren von einer Neonazi-Band mit dem Tod bedroht. Als Reaktion darauf drehte sie einen Dokumentarfilm über Rechtsradikale und tourt damit durch die Schulen der Republik - eine der ersten Stationen ist das als braune Hochburg berüchtigte Halberstadt.

Von Lars Radau, Halberstadt

Auf den ersten Blick ist der Veranstaltungsort eine hervorragende Idee: Seit dem Sommer kommt das kleine Harzstädtchen Halberstadt nicht mehr aus den Schlagzeilen. In einer lauen Juninacht hatten rechtsradikale Schläger dort Ensemblemitglieder des Nordharzer Städtebundtheaters angegriffen. Für fünf der vierzehn Schauspieler, Musiker, Tänzer und Statisten, die auf dem Heimweg von der Premierenfeier der "Rocky Horror Show" waren, endete der Abend im Krankenhaus. Bilanz: ein gebrochenes Nasenbein, einige ausgeschlagene Zähne, etliche Prellungen - und das beklemmende Gefühl, sagt eines der Opfer, "sich nicht mehr sicher durch die Straßen bewegen können". Zumal die mutmaßlichen Schläger aus der rechten Szene, gegen die vor dem Landgericht Magdeburg der Prozess läuft, seit Anfang des Monats wieder auf freiem Fuß sind.

Mo Asumang kennt diese Beklemmung nur zu gut. Die farbige TV-Moderatorin ("Liebe Sünde") wurde vor einigen Jahren von der Neonazi-Band "White Aryan Rebels" direkt mit dem Tod bedroht. "Diese Kugel ist für dich, Mo Asumang", grölte die Nazi-Band in einem ihrer Songs. Das war ein "richtiger Schock", erinnert sich die 44-Jährige. Denn bei ihrem Bekanntheitsgrad habe es "keine Chance gegeben, mich zu verstecken". Also entschied sie sich für die "Flucht nach vorn" - und konfrontierte Rechtsradikale direkt. Es entstand "Roots Germania", ein Dokumentarfilm, in dem sich Mo Asumang mit ihrem Kamerateam einerseits mutig mitten in eine Neonazi-Demo hineinwagt und um Interviews bittet, den NPD-Anwalt Jürgen Rieger vorführt und schließlich auch mit dem Sänger der "White Aryan Rebels" direkt Kontakt aufnehmen will.

Diskussionen anstoßen, Rechte zum Nachdenken bewegen

Andererseits, erzählt die in Kassel geborene Tochter einer Deutschen und eines Ghanaers, während sie in einer Halberstädter Kneipe ein großes Schnitzel verdrückt, brachte sie das Projekt auch auf die Frage, wo ihre eigenen Wurzeln, ihre Heimat liegen. Diese Suche ist die zweite Ebene des unkonventionellen und packenden Films. Auf jeden Fall, sagt Mo Asumang stolz, biete er reichlich Diskussionsstoff. Und der sei Grundlage für die "zweite Stufe" des Projekts: Aktuell zieht sie mit dem Film durch die Schulen der Republik - um weitere Diskussionen anzustoßen und "vielleicht auch den einen oder anderen Rechten zum Nachdenken zu bewegen."

Zumindest in dieser Beziehung ist der Veranstaltungsort dann doch keine so gute Idee. Das altehrwürdige Halberstädter Gymnasium Martineum, in dessen Aula Mo Asumang an diesem Abend "Roots Germania" vorführt, ist nicht nur Unesco-Projektschule mit Schulpartnerschaften in Armenien, Tschechien, Frankreich, Bosnien, Tansania oder den USA. Die Schüler der 9. Klassen hatten am 9. November auch einen "Tag gegen Rechts" organisiert, die Schülerzeitung "Martinshorn" widmete dem Thema Rechtsextremismus im September eine ganze Ausgabe. Darin decken zwei Redakteurinnen auf, dass sich auf der regionalen Kontaktbörse Harzflirt.de offenbar auch etliche Neonazis tummeln und in ihren Profilen rechtsextreme und fremdenfeindliche Inhalte verbreiten. Breiten Raum nimmt zu der Frage ein, ob Halberstadt eine "braune Hochburg" ist. Und auch die Initiative, Mo Asumang mit ihrem Film einzuladen, ging im Wesentlichen von den "sehr engagierten" Schülern aus, erzählt Schulleiter Harald Schiller hörbar stolz.

"Die Angst ist weg"

Das Publikum - an diesem Abend überwiegend Neunt- und Zehntklässer - und die Moderatorin liegen also auf einer Linie. Entsprechend schleppend kommt die Diskussion in Gang, als die letzten Takte des Filmes - die von einem Gospelchor intonierte Nationalhymne - verklungen sind. Keiner der etwa 80 Schüler traut sich, die erste Frage zu stellen. Mo Asumang kennt das schon. "Dann erzähle ich eben erst einmal ein bisschen", sagt sie lächelnd und plaudert los. Über Szenen, die es am Ende doch nicht in den Film geschafft haben. Über Reaktionen, die "sehr sehr oft sehr sehr aufmunternd" sind. Und über das, was ihr das Projekt selbst gebracht hat. "Die Angst ist weg", betont Mo Asumang. Auch weil sie die Erfahrung gemacht habe, dass sowohl viele der so stark-dumpf auftretenden Neonazis als auch die geistigen Anführer der Szene wie Jürgen Rieger relativ leicht aus dem Konzept zu bringen sind. "Normalerweise halten diese Leute mit Theorien ihre Feindbilder aufrecht. Aber dann kommt so eine wie ich, die nett ist und lächelt, aber inhaltlich nicht lockerlässt", erzählt Mo Asumang. Das beschere ihren Gesprächspartnern ein "echtes Problem": "Was machst du dann als Nazi - damit rechnest du ja nicht", sagt sie - und erntet zustimmendes Gelächter.

Die Wut und den Hass nicht zurückzuspiegeln, sondern offen und objektiv zu bleiben, sei ein gutes Rezept, betont Mo Asumang. Zwei Stunden zuvor, beim Schnitzel, war sie noch einen Schritt weitergegangen: Einige der Rechten, denen sie im Zuge des Filmprojekts begegnet sei, hätten ansatzweise sogar "eine Art Helferimpuls" ausgelöst, erzählt Mo Asumang und scheint sich ein bisschen über sich selbst zu wundern. "Die sind mit ihrer Situation nicht zufrieden, haben aber von alleine keine Kraft, etwas zu ändern - und suchen dann natürlich einen Sündenbock." Die Moderatorin zieht die Augenbraue hoch - Mitleid ist manchmal eine noch effektivere Waffe als Hass.

Sie selbst, sagt Mo Asumang, sei aus der drei Jahre dauernden Arbeit an dem Film gestärkt hervorgegangen. Auch weil sie sich jetzt über ihren Begriff, ihr Gefühl von Heimat klar geworden sei. "Früher saß ich als schwarze Deutsche immer ein bisschen zwischen den Stühlen", erzählt sie den Schülern. Kurze Pause, breites Grinsen. "Jetzt sitze ich sicher und bequem auf beiden." Mit diesem Ergebnis und der Schultour ist das Projekt "Roots Germania" für Mo Asumang offenbar dennoch längst nicht abgeschlossen. Sie spiele mit dem Gedanken, sagt sie am Ende, irgendwann mit einer Gruppe Rechtsradikaler nach Afrika zu fahren - und auch daraus einen Film zu machen. "Ich weiß aber nicht, ob sich darauf jemand einlässt."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(