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Interview

Anna-Maria Zimmermann: "Dieter Bohlen ist es nicht egal, was aus den Kandidaten wird"

Seit neun Jahren steht Anna-Maria Zimmermann als Stimmungskanone am Ballermann auf der Bühne, ließ sich auch durch einen schweren Unfall nicht von ihrer Karriere abbringen. Die Schlagersängerin über Mallorca, DSDS und ihre Gesundheit.

Anna Maria Zimmermann

Am Freitag erscheint Anna-Maria Zimmermann neues Album "HimmelbLAu"


Frau Zimmermann, die Partys auf Mallorca sind berühmt-berüchtigt. Stehen Sie gerne am Ballermann auf der Bühne?

Das Publikum ist im Grunde das gleiche, wie in Deutschland auch. Aber sie sind im Urlaub. Die Stimmung ist dadurch intensiver, positiv wie negativ. Wenn sie dich mögen, feiern sie dich intensiv, wenn nicht, hast du ein Problem. Das ist mir zum Glück noch nicht passiert. Aber ich habe schon viele gesehen, die nach einem Song schnell wieder von der Bühne runter sind. Die sind ja nicht blöd auf Mallorca. Die Leute denken, da kann jeder auftreten, aber das stimmt nicht. Mallorca ist ein hartes Pflaster, du musst die Leute echt überzeugen.

Ist Ihnen das dieses Jahr schon gelungen?

Am Anfang der Mallorca-Saison eine neue Single im Gepäck zu haben, ist immer schwierig: Keiner kennt den Song, entweder er kommt richtig gut an - oder eben gar nicht. Umso toller ist es, wenn alle mitsingen. Nachdem ich "Himmelblaue Augen" zum ersten Mal gespielt hatte, sagten viele Kollegen zu mir, dass das dieses Jahr der Mallorca-Hit wird. So etwas freut mich riesig.

Viele Kollegen leben auf der Insel, Sie fliegen im Sommer einmal in der Woche hin. Wäre es nicht leichter, gleich auszuwandern?

Ich will auf keinen Fall auswandern und würde das keinem raten. Wenn du es in Deutschland nicht geschafft hast, kannst du es auf Malle vergessen, dort ist alles noch komplizierter.


Haben Sie das Gefühl, es geschafft zu haben?

Mittlerweile kann ich super von der Musik leben, aber das war immer mal besser, mal schlechter. Nach DSDS habe ich mich auch eine Zeit lang als Sängerin in Cover-Bands über Wasser gehalten.

Sie waren 2005 Kandidatin bei DSDS - würden Sie heute noch daran teilnehmen?

Das Problem ist nicht DSDS, sondern dass es mittlerweile so viele Castingshows gibt. Schon zu meiner Zeit wurde es schwierig, als es um Management und Verträge ging. Nach dem Motto: Schon wieder eine Castingshow-Kandidatin? Das war nach der dritten Staffel. Trotzdem finde ich das Format als Sprungbrett gut, aber man darf nicht denken, dass die Karriere dadurch gesichert ist.

Haben Sie noch Kontakt zu Dieter Bohlen?

Während meiner DSDS-Staffel lief bei Dieter Bohlen gerade die Trennung von Estefania – das war eine schwierige Zeit für ihn. Ich habe ihn deshalb nicht häufig gesprochen. Ich fand ihn immer sehr sympathisch, er hat uns gesagt, dass wir seine Sprüche nicht persönlich nehmen sollen, weil die eben zur Show gehören. Mein Manager hat ihn vor ein paar Jahren mal auf mich angesprochen und da wusste Dieter Bohlen immer noch, wer ich bin und was ich so ungefähr mache. Das hat mich gefreut. Es ist nicht so, dass ihm egal ist, was aus den Kandidaten wird.

2010 hatten Sie einen schweren Unfall, ihr linker Arm ist seitdem gelähmt. Wie geht es Ihnen heute gesundheitlich?
Seit kurzem kann ich zum ersten Mal sagen: Wenn der Arm jetzt so bleibt, dann komme ich damit klar. Weil ich ihn jetzt spüre und er nicht mehr wie ein Klotz an mir hängt. Das war das Schlimmste: Ihn zu sehen, aber nicht zu spüren. Die Ärzte sagen, man könnte irgendwann noch ein neues Schultergelenk einfügen, aber das will ich nicht. Irgendwann ist mein Glück ausgereizt. Ich kann das auch nicht mehr. Ich möchte keine Krankenhäuser mehr sehen, nicht mehr liegen. Ich bin glücklich, so wie es ist.

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