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Echo-Verleihung: Musikantenstadl an der Spree

Am Freitagabend werden in Berlin die Echos vergeben, die vermeintlich wichtigsten Musikpreise in Deutschland. Kylie Minogue, Herbert Grönemeyer und James Blunt werden live singen, Misstöne kommen hingegen von Smudo, der die Veranstaltung für eine "Schickimicki-Popgala" hält und vorschlägt, die Moderatoren auszutauschen.

Berlin verzeichnet derzeit die höchste Promi-Dichte in Europa. Parallel zur Berlinale findet auch der Höhepunkt des Musikjahrs in Deutschland an der Spree statt. Mit Auftritten von Kylie Minogue, Alicia Keys und James Blunt sowie mit Laudatoren wie Günther Jauch und Moritz Bleibtreu geht am Freitagabend die 17. Echo-Verleihung über die Bühne.

Die Deutsche Phono-Akademie vergibt den Preis in 25 Kategorien. Die Liste der Nominierten führen Musiker wie Herbert Grönemeyer, Ich + Ich sowie Nelly Furtado mit jeweils drei Nennungen an. Nicht anreisen wird hingegen die für zwei Echos nominierte Soul-Sängerin Amy Winehouse - ebenso wenig wie die Topstars Bruce Springsteen, Bon Jovi, The Eagles oder 50 Cent und die Foo Fighters.

Einige der Preisträger hat die deutsche Phono-Akademie schon vorab verkündet: Der 70-jährige Fernsehmoderator Dieter Thomas Heck erhält einen Sonderpreis für seine Verdienste um die deutschsprachige Musik, und der Komponist und Produzent Rolf Zuckowski bekommt eine Ehrung für sein Lebenswerk. Ausgezeichnet als erfolgreichster Produzent des Jahres wurde Andreas Herbig, der unter anderem den Culcha-Candela-Hit "Hamma!" auf seine Fahne schreiben kann. Den Preis für die erfolgreichste Musik-DVD räumten die inzwischen aufgelösten Böhsen Onkelz ab.

Grönemeyer live

Fettes Brot feiern bei der Verleihung des Echo eine Fernsehpremiere. Erstmals präsentieren die drei Hamburger HipHopper ihre am gleichen Tag erscheinende Single "Bettina, zieh dir bitte etwas an" in einer TV-Show. Auch Herbert Grönemeyer wird auf der Echo-Bühne live singen und gibt seinen Nummer-1-Hit "Lied 1 - Stück vom Himmel" zum besten. Übertragen wird die Show von RTL um 20.15 Uhr.

Smudo: "Wechselt die Moderatoren aus"

Kritische Töne sind im Vorfeld aus Stuttgart zu hören. Smudo, der Sänger der Fantastischen Vier, macht sich keine Illusionen über die Zukunft des Musikgeschäfts. "Um ehrlich zu sein: Die Branche ist total am Arsch", sagte der 39- Jährige den "Stuttgarter Nachrichten". "Eigentlich müsste man den Jungen sagen: Mach Musik für Dich und Deine Freunde und vergiss die Karriere."

Smudo, der mit den Fanta 4 bei der Verleihung der Echos an diesem Freitagabend in Berlin in drei Kategorien nominiert ist, gefällt auch die Echo-Veranstaltung nicht wirklich. "Ich finde es grundsätzlich gut, so eine Schickimicki-Popgala zu machen. Aber seit RTL die Veranstaltung überträgt, geht es beim Echo mehr um Fernsehen als um die Musik. Vielleicht sollte man auch mal die Moderatoren (Nazan Eckes und Oliver Geissen) auswechseln."

be/DPA