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Medley beim DFB-Pokal: So sieht Jan Böhmermann den Pfeifkonzert-Auftritt von Helene Fischer

Was haben Helene Fischer und Beyoncé miteinander gemein? Diese Frage kommt im Zusammenhang mit dem Auftritt der deutschen Schlagerqueen in der Halbzeitpause des DFB-Pokalfinales auf. Jan Böhmermann gibt eine Antwort.

Jan Böhmermann

Jan Böhmermann

In den USA ist der Superbowl das sportliche Ereignis des Jahres. Ein Popstar wird gleichsam geadelt, wenn er Teil der Halbzeitshow ist, die jedes Jahr beim glanzvollen Finale der American-Football-Profiliga mit Spannung erwartet wird. Große Namen treten dort auf – Coldplay, Bruno Mars oder Beyoncé zum Beispiel.

Vielleicht dachte sich der Deutsche Fußball-Bund: Wir haben ja auch so eine Art Superbowl  - das DFB-Pokal-Endspiel, das an diesem Wochenende Borussia Dortmund gegen Eintracht Frankfurt im Berliner Olympiastadion bestritt. Und wir haben ja auch einen Mega-Popstar: Helene Fischer.

Wie die Sache weiterging, ist inzwischen hinlänglich bekannt: Die deutsche Schlagerqueen trat am Samstagabend in der Halbzeitpause auf – und wurde acht Minuten lang von den Fans beider Vereine ausgepfiffen. In sozialen Netzwerken gab es viele wütende Reaktionen. Der Auftritt Fischers passe nicht zum Fußball, so der Tenor der Fußball-Enthusiasten, die den Auftritt der Schlagersängerin vor allem als PR-Aktion für ihr neues Album ansahen. Was hat Fischer mit Fußball zu tun?

Jan Böhmermann vergleicht Helene Fischer mit Beyoncé

In die Riege der Lästerer reihte sich schließlich TV-Satiriker Jan Böhmermann ein. Auch ihm kam wohl ganz spontan die Assoziation mit dem Super Bowl. Auf Twitter ätzte Böhmermann: "Helene Fischer beim DFB-Pokalfinale ist wie Beyoncé beim Superbowl. Nur mit Pokalfinale statt Superbowl und Helene Fischer statt Beyoncé."

Böhmermann ist nicht der einzige Promi, der den Auftritt nicht ganz so gelungen fand. Die Showeinlage, bei der die 32-jährige Sängerin ein Medley zum Besten gab, hatte zuvor auch Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic gerüffelt. "Das hat beim Pokalfinale nichts zu suchen", sagte er. Warum? "Weil wir Fußball spielen und die wahren Fans des Fußballs haben in der Halbzeitpause keine Lust darauf."

Der DFB wird ob der scharfen Kritik mittlerweile nachdenklich. "Wir analysieren nach jedem Pokalfinale die Abläufe, das werden auch in diesem Jahr tun. Danach entscheiden wir, was wir beibehalten oder verändern", teilte der Verband am Sonntag mit.

Ihre Meinung ist gefragt

Können Sie die Pfiffe beim Auftritt von Helene Fischer während des DFB-Pokalfinales nachvollziehen?


Und Helene Fischer? Die seit Jahren hierzulande extrem erfolgreiche Sängerin, deren neues Album jüngst auf Platz eins der deutschen Charts einstieg und aktuell auf Rang zwei steht, reagierte am Samstagabend besonnen im "Sportschau Club" auf das minutenlange Pfeifkonzert: 

 "Ich durfte schon zwei Mal in diesem wunderschönen Stadion spielen. Musik verbindet – und es gibt immer welche, die ich damit berühren kann und manche eben nicht", sagte sie. Und auf die Frage, ob sie möglicherweise wegen ihrer Sympathien für den BVB von Frankfurter Fans ausgepfiffen worden sei, sagte sie: "Ich bin kein ausgewiesener Dortmundfan. Also, ich bin ziemlich neutral. Ich habe von ganzem Herzen beiden Mannschaften die Daumen gedrückt." Sie habe aber mitbekommen, "dass da eine Wette am Laufen war".

Eine Wette? Deren Gegenstand soll gewesen sein, dass Frankfurter Wirte Freibier versprochen hätten, wenn Fischers Auftritt von Pfiffen übertönt würde. "Und ich muss sagen: Wette gewonnen. Glückwunsch dafür, die Wirte müssen jetzt ran", sagte die Schlagersängerin. Der ehemalige Bundesliga-Profi Ansgar Brinkmann sprang der Schlagersängerin im "Sportschau Club" bei: "Die Pfiffe galten mehr dem DFB als Helene Fischer", sagte er. 

Egel, wie man die Sache interpretiert: Es war weder für den DFB noch für Helene Fischer eine schöne Erfahrung. Und mit dem Superbowl hatte das Ganze nun wirklich nichts zu tun. Meint auch Jan Böhmermann.

Die Sängerin Helene Fischer streckt während ihres Auftritts beim Finale des DFB-Pokals den linken Arm zur Seite.