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MTV Music Video Awards: Beyoncés Tränen sind der Höhepunkt

Die Verleihung der MTV Awards blieb diesmal zwar skandalfrei, doch Beyoncés Auftritt mit Ehemann Jay Z und Kind lieferte tränenreiche Emotionen - und dann war da noch die Kleiderpanne von Nicki Minaj.

Von Frank Siering, Los Angeles

Eine tränenreiche Beyoncé im Familienglück, eine züngelnde Miley Cyrus und eine sexelnde Nicki Minaj mit einem riesigen Riss im Outfit. Die MTV Video Music Awards am Sonntagabend in Los Angeles boten auch in diesem Jahr reichlich Spektakel. Die ganz großen Skandale der Vergangenheit blieben diesmal allerdings aus.

Gleich am Anfang ging es heiß her. Da räkelte sich Rapperin Nicki Minaj bei der Präsentation ihres Songs "Anaconda" in unzweideutiger Art gekonnt auf der Bühne. Diesmal allerdings ohne leibhaftige Schlange – nachdem eine echte Boa Constrictor einen der Tänzer in Minajs Ensemble bei einer Probe gebissen hatte.

Minaj war es auch, die für eine kleine Kleiderpanne an diesem lauschigen Abend in L.A. sorgte. Beim Song "Bang Bang" mit Ariana Grande und Jessie J. platzte das Outfit der Rapperin, die sich daraufhin das Oberteil festhalten musste – und in den sozialen Medien sofort zum absoluten Trendsetter aufstieg.

Das Jahr der Ladies

Gwen Stefani fasste es passend zusammen, als sie zu Snoop Dogg auf der Bühne sagte, dass "in diesem Jahr die Frauen die Kontrolle in die Hand nehmen bei den VMAs". Recht hatte sie. Pharrell Williams war der einzige männliche Performer, der um die höchste Musikehre, das "Video of the Year", mit seinem Video zu "Happy" inmitten von weiblichen Darstellern ziemlich alleine dastand. Miley Cyrus konnte sich den "Moonman" für ihre Video "Wrecking Ball" schnappen. Ebenfalls nominiert waren Beyonce ("Drunk in Love"), Igy Azalea ("Fancy") und Sia ("Chandelier").

Ein weiterer Höhepunkt der Show war der Auftritt von Katy Perry und Rapper Riff Raff in einem gemeinsamen Jeans-Outfit auf dem Roten Teppich. Es war eine Homage an Britney Spears und Justin Timberlake, die im Jahr 2001 ähnlich erschienen waren. Perry gewann auch die erste Trophäe an diesem Abend für das beste Video einer Künstlerin ("Dark Horse") - gemeinsam mit Partner Juicy J.

Ed Sheeran gewann den Preis in der Kategorie bestes Video eines Künstlers für "Sing". Und Ariana Grande gewann mit "Problem" die Trophäe für das beste Pop-Video. Drake gewann in der Kategorie "Bestes Hip-Hop Video" mit "Hole On", und Lorde siegte in der Kategorie "Bestes Rock Video" mit dem Song "Royals". Taylor Swift präsentierte erstmals öffentlich ihren neuen Song "Shake it Off". Sam Smith, Usher und Azeala – zusammen mit Rita Ora - traten ebenfalls auf.

Schweigeminute für Michael Brown

Die jüngsten politischen Ereignisse in den USA spielten ebenfalls eine Rolle an diesem Abend. Es wurden nicht nur Anti-Rassismus-Spots in den Werbepausen gesendet, sondern Rapper Common bat das Publikum zudem um eine Schweigeminute für den am 9. August in Ferguson erschossenen 18-jährigen Afro-Amerikaner Michael Brown.

Ebenfalls geehrt wurde der unlängst verstorbene Schauspieler Robin Wiliams mit einer Fotomontage zu dem Song ,"A Sky Full of Stars" von Coldplay.

Während das im Vorfeld der Awards erwartete Drama auf der Bühne ausblieb, ereignete sich rund um die Show Unerfreuliches. Nicht nur der Schlangenbiss sorgte für Aufregung, sondern auch die Verletzung eines Arbeiters, der bei den Vorarbeiten von der Bühne gestürzt war. Und: Rap Mogul Suge Knight geriet am Sonntagmorgen auf einer VMA-Party in West Hollywood in eine Schießrei. Er wurde leicht verletzt.

Beyoncé ist Gewinnerin des Abends

Die ganz große Gewinnerin des Abends war Beyoncé. Sie erhielt nicht nur den Michael Jackson Video Vanguard Award, sie ließ nach ihrem Auftritt auch alle Gerüchte, ihre Ehe mit Rapper Jay Z sei im Eimer verstummen - zumindest für diesen Abend.

Die gesamte Familie erschien auf der Bühne, auch Tochter Blue Ivy wurde von Jay Z in den Armen gehalten. Der umstrittene Ehemann drückte einer schluchzenden und sichtbar sehr bewegten Queen B einen Kuss auf die Wange, bevor er sie als die "größte lebende Entertainern" bezeichnete.