Start von „Spider-Noir“ auf Prime Video
Wahrlich ungewöhnliche Superhelden-Serie

Nicolas Cage als Ben Reilly in „Spider-Noir“
Nicolas Cage als Ben Reilly in „Spider-Noir“
© Aaron Epstein/Prime/Amazon Content Services LLC

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Schauspielstar Nicolas Cage wird in „Spider-Noir“ zum Spinnenmann. Lohnt sich das Streamen der neuen Serie?

Schon bei der ersten Ankündigung des Projekts im Jahr 2023 sorgte die neue Superhelden-Serie "Spider-Noir" für Furore: Schauspiel-Enfant terrible Nicolas Cage (62) wird im New York der 1930er Jahre zum Superhelden The Spider? Und das Ganze noch in Schwarz-Weiß? Ein wahrlich ungewöhnliches Serienprojekt, das das weltweite Streaming-Publikum ab dem 27. Mai jetzt endlich zu Gesicht bekommt. Die acht Folgen der ersten Staffel von "Spider-Noir" bieten dabei grundsolide Unterhaltung mit einem glänzend aufgelegten Hauptdarsteller.

Darum geht es in "Spider-Noir"

Der Moloch New York zu einer Zeit, als Männer in Hüten und Trenchcoats durch die Straßenschluchten laufen: Privatdetektiv Ben Reilly (Cage) war einmal der Superheld The Spider, der gleich einer Spinne Hauswände hinaufklettern kann und aus seinen Handgelenken Spinnennetze verschießt.

Doch nach einem fürchterlichen privaten Schicksalsschlag hat Reilly das Superhelden-Kostüm an den Nagel gehangen. Jetzt hält er sich mit seiner Detektei mehr schlecht als recht über Wasser. Seine Sekretärin Janet (Karen Rodriguez, 30) konnte er schon seit Längerem nicht mehr bezahlen. Doch dann verübt jemand unvermittelt einen Anschlag auf den Gangsterboss Silvermane (Brendan Gleeson, 71) und Reilly wird in einen Strudel aus Ereignissen hineingezogen, der ihn nicht mehr zur Ruhe kommen lässt...

Ungewöhnliche Serie, grandioser Nic Cage

Der Superheld The Spider - ein schwarz-weißer Spider-Man aus den 1930er Jahren - machte zunächst im Animationsfilm-Hit "Spider-Man: A New Universe" aus dem Jahr 2018 auf sich aufmerksam - schon damals im englischen Original gesprochen von Nicolas Cage.

Jetzt hat der Instant-Fanfavorit seine eigene Serie erhalten. Die Amazon-Produktion ist unverkennbar vom Film noir, der sogenannten Schwarzen Serie, sowie den "hard-boiled" Detektiven wie Sam Spade oder Philip Marlowe beeinflusst.

Der von Nic Cage gespielte Detektiv Ben Reilly hat alles schon gesehen, ist zynisch, abgehalftert und desillusioniert. Daneben ist er auch ein veritabler Superheld, der wie Peter Parker über einen sechsten Sinn für Gefahr verfügt.

Auch über die Hauptfigur hinaus werden in "Spider-Noir" jede Menge bekannte Zutaten des klassischen Detektivromans und Film noirs vermischt, etwa die mysteriöse Femme fatale Cat Hardy, gespielt von Li Jun Li, oder aber die schnellen, schlagfertigen und stakkatoartigen Wortwechsel, die auch bei Raymond Chandler oder Dashiell Hammett so prägend waren.

Farbe oder Schwarz-Weiß?

Die Darstellerinnen und Darsteller von "Spider-Noir" scheinen dabei einen geradezu diebischen Spaß an der Welt zu haben, durch die sich ihre Figuren bewegen dürfen. Auf die Spitze treibt das nochmal, wie fast schon zu erwarten war, Hauptdarsteller Nicolas Cage. Wenn seine Figur Ben Reilly einen Faustschlag ins Gesicht einstecken muss, verzieht die Schauspiel-Legende beinahe schon cartoonesk das Gesicht. Gegenüber "Esquire" erklärte Cage dann auch, seine Darstellung sei "zu 70 Prozent Humphrey Bogart und zu 30 Prozent Bugs Bunny".

Einige Zuschauerinnen und Zuschauer der sehr empfehlenswerten, wenn auch nicht absolut großartigen neuen Prime-Serie "Spider-Noir" mögen sich noch fragen, ob sie die Serie eher in Schwarz-Weiß oder Farbe - dem sogenannten "True-Hue" - anschauen sollten. Denn Amazon stellt beide Versionen zur Verfügung.

Die Schwarz-Weiß-Bilder, das ist klar, passen wesentlich besser zur Atmosphäre der Serie und der altmodischen Zeit. Doch auch die kräftigen, an alte Technicolor-Filme erinnernden Farben haben etwas für sich. Das Rot eines Lippenstifts mögen viele noch nie zuvor so rot gesehen haben.

Beides hat also seinen Stellenwert, wobei die Farbversion einigen unter den Zuschauern wohl leichter zugänglich sein dürfte. Toll ist aber, dass Amazon dem Publikum die Wahl lässt.

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