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Häme über NRW: So böse veräppelt die "Heute Show" den Ruhrpott

Nicht die FDP, nicht die AFD, sondern Nordrhein-Westfalen: Die "Heute Show" und Oliver Welke machten sich mit viel Häme über das bevölkerungsreichste Bundesland lustig. Es gab sogar eine eigene "Sim City"-Edition.

"Heute Show" mit Oliver Welke

Oliver Welke macht sich in der "Heute Show" über NRW lustig.

Nullwachstum, eine Ministerpräsidentin mit kuriosen Videoblogs und eine Feier zum 70-jährigen Bestehen des Bundeslandes, bei der ein Blockflötenspieler auftrat: Grund genug für die "Heute Show" und Oliver Welke, sich in der Sendung vom Freitagabend über Nordrhein-Westfalen lustig zu machen.

"Wenn man nur nach den Wirtschaftsdaten geht, müsste man den Laden eigentlich umbenennen: in Nordrhein-Katastrophalen", kalauerte Welke über das bevölkerungsreichte Bundesland. NRW habe die meisten Staus, die höchste Anzahl an Firmeninsolvenzen, die höchste Verschuldung, und die höchste Arbeitslosigkeit, fasste er die Negativrekorde des Landes zusammen. "Kurz gesagt: Wäre Nordrhein-Westfalen ein Pferd, man würde es erschießen", sagte Welke.

"Heute Show" zeigt neue "Sim City"-Variante

Das sei Grund genug, eine neue Edition eines Simulationsspiel-Klassikers auf den Markt zu bringen: "Sim City Nordrhein-Westfalen". In einem Videobeitrag wird das Spiel vorgestellt. "Haste Bock mal ein ganzes Bundesland in Grund und Boden zu regieren?", fragt ein Sprecher aus dem Off. Dazu gibt es die typischen Grafiken aus dem PC-Spiel zu sehen: Straßen, Gewerbegebiete und Häuser - nur die Regeln sind ein bisschen anders.

Heute-Show-Spiel

Die "Heute Show" stellte ein neues Spiel vor: "Sim City Nordrhein-Westfalen"

"Vorsicht, da will sich Industrie ansiedeln. Erhöhe mit einem Klick die Gewerbesteuer", erklärt der Sprecher den Zweck des Spiels, eben gerade keine florierende Gemeinde aufzubauen. "Der Verkehr auf der A3 fließt ja regelrecht. Schnell, errichte eine Baustelle, auf der dann jahrelang nichts passiert", erklärt er ein weiteres Feature. "Cooles Spiel, wer siebzig Jahre nichts macht gewinnt", fasst Oliver Welke zusammen.

Zu viel Häme? Welke bekommt ein schlechtes Gewissen

Doch bei so viel Häme habe er fast schon ein schlechtes Gewissen, erklärt der "Heute Show"-Moderator. Schließlich wohne er ja selbst in NRW. "Schauen wir doch mal nach vorne, was in Planung ist. Oder wo der Zettel ist", witzelt er über den folgenden Videobeitrag. Es ist eine Pressekonferenz mit Hannelore Kraft, bei der die Ministerpräsidentin im vergangenen April gefragt wird, welche großen Projekte in den verbleibenden Monaten ihrer Amtszeit noch geplant seien. Ihre Reaktion ist besser als jede Satire.

"Wenn sie mir eine Minute geben", sagt Kraft und fängt an, hektisch in ihren Unterlagen zu wühlen. Die Antwort auf die relativ einfache Frage scheint sie nicht auswendig zu wissen. Auf der Suche nach dem richtigen Zettel kapituliert sie schließlich. "Tut mir leid, können wir ihnen gerne nachliefern, was noch an großen Themen dabei ist", redet sich die Ministerpräsidentin raus. Peinlich. "Macht immer einen guten Eindruck wenn die Chefin nicht weiß, was noch so kommt", macht sich Welke über Kraft lustig. "Komm, is' ja nur Nordrhein-Westfalen - und kein richtiges Bundesland."

Am Schluss gibt es in der "Heute Show" dann versöhnliche Töne: "Und für alle Lokalpatrioten zuhause, die sich jetzt wieder aufregen: Selbstverständlich hat Nordrhein-Westfalen auch viele schöne Ecken." Es gebe sogar Leute, die dort Urlaub machten. "Zum Beispiel an der A2 bei Hamm-Uentrop." Und dann zeigt Welke einen Beitrag aus dem ZDF-Magazin "Drehscheibe", bei dem eine Familie vorgestellt wird, die direkt an der Autobahn Campingurlaub macht. Der Lärm der vielen Autos sei "im Prinzip dasselbe wie Meeresrauschen", erklärt eine Camperin dort. Und Welke resümiert: "Scheiß auf die Malediven, wir fahren nach Hamm-Uentrop."