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ZDF-Satiresendung: So sieht die "heute-show" Merkels politisches Vermächtnis (Spoiler: nicht so prall)

Die Verdächtige: Angela M. Der Tatort: das Kanzleramt. Der Vorwurf: "vorgetäuschte Klimapolitik". Die Satiriker der "heute-show" begeben sich auf (Spuren-)Suche nach dem Vermächtnis von Bundeskanzlerin Merkel.

Oliver Welke, Moderator der "heute-show" (ZDF) sitzt in der Kulisse der Sendung

"Warum wir Angela Merkel noch vermissen werden": Oliver Welke, Moderator der "heute-show" des ZDF

ZDF / DPA

Oliver Welke ist überzeugt: "Am Nikolaus ist GroKo-Aus". Spätestens dann, am 6. Dezember, würde die SPD bei ihrem Parteitag aus der Großen Koalition mit CDU/CSU türmen, meint der "heute-show"-Moderator. Respektive: Das war's wahrscheinlich auch mit Angela Merkel als Bundeskanzlerin, die nach dieser Legislaturperiode abtreten will. 

Da könne man schon mal fragen: "Als was wird Merkel in die Geschichte eingehen?" Und natürlich sind die Satiriker gewillt, diese Frage möglichst launig zu beantworten.

So viel sei gesagt: Schon mal nicht als Klimakanzlerin, "nachdem die GroKo dieses Pseudo-Klimaschutzpaket rausgehauen hat", verrät Welke. Schon vergangene Woche hatten sich die Satiriker im ZDF wortreich an den beschlossenen Maßnahmen abgearbeitet (lesen Sie hier mehr dazu). Aber wie kam es eigentlich zu dem "Pseudo-Klimaschutzpaket"?

Ein Fall für die "Political Detectives" der Satire-Show. Ein aufgezeichneter Sketch in Anspielung und Stil der Krimi-Dokuserie "Medical Detectives": Auf ihrer Spurensuche machen die vermeintlichen Ermittler drei Tatverdächtige aus: 

  • Eine einsichtige Umweltministerin, die 1995 sagte: "Die Folgen der Klimaveränderung werden uns alle betreffen." 
  • Eine zuversichtliche Bundeskanzlerin, die 2007 meinte: "Wenn wir das Richtige tun, Energie einsparen und CO2-Emmissionen vermeiden, dann haben wir eine gute Chance, das Thema zu bewältigen."
  • Und eine Bundeskanzlerin, die 2019 etwas gehört habe: "Wir alle haben den Weckruf der Jugend gehört." Gemeint waren die oftmals jungen Unterstützer der "Fridays for Future"-Bewegung.

"Und jetzt das Unglaubliche", so eine Stimme aus dem Off des Satire-Thrillers: "Haarproben beweisen: Bei den drei Frauen handelt es sich um ein und dieselbe Person. Seitdem sie regiert, hat Deutschland all seine Klimaziele versemmelt."

Die Botschaft ist klar. Der Vorwurf: "böswillig-vorgetäuschte Klimapolitik". Der Tatort: das Kanzleramt. Und die Verdächtige: Angela M.

Greta Thunberg mit Angela Merkel

Die "heute-show" im Merkel-Museum

Bleibt allerdings nach wie vor die Frage offen: Was wird Merkels politisches Vermächtnis? Auftritt von Reporterin Birte Schneider (Schauspielerin Christine Prayon), die sich in Merkels Heimatstadt Templin in Brandenburg befinde. Dort, wo "14 Jahre ruhige Hand" gewürdigt werden sollen: im "Merkulaneum", einem Museum rund um Merkel, das nach dem GroKo-Aus zum Nikolaus seine Tore öffnen werde.

Darin zu begutachten unter anderem: die Garderobe der Bundeskanzlerin. Beziehungsweise das, was die Satiriker dafür halten – je einen typischen Merkel-Blazer für jeden Wochentag:

  • Montag: Rot
  • Dienstag: Grün
  • Mittwoch: Lila
  • Donnerstag: Gelb
  • Freitag: Blau
  • Samstag: Orange
  • Sonntag: Türkis

Nächster Raum der Ausstellung. Jetzt soll es um politische Inhalte gehen: die Rente. "Da können die Tafeln, so wie in dieser Woche, noch so wütend vor Altersarmut warnen", berichtet Birte Schneider, "von sowas lässt sich eine Angela Merkel doch nicht hetzen." Deutschland habe immer noch keine Grundrente die dafür sorge, dass "jemand, der sein Leben lang im Niedriglohn geschuftet hat, mehr bekommt, als jemand, der nie gearbeitet hat." Die Idee gebe es nun schon seit zehn Jahren, ein Exponat soll die verschiedenen Schaffensperioden (beziehungsweise: Namen) des Vorhabens illustrieren:

  • 2009: Alterseinkommen oberhalb der Grundsicherung
  • 2012: Zuschuss-Rente
  • 2013: Solidarische Lebensleistungsrente
  • 2017: Gesetzliche Solidarrente
  • 2019: Respektrente (SPD) beziehungsweise Grundrente (CDU)

Dazu passend hänge im nächsten Raum ein Ölgemälde, dass das GroKo-Rentenkonzept wunderbar zusammenfasse, so die Reporterin. Es heißt: "Die Flaschensammlerin".

Neuer Raum, neues Glück. Der Name: "Zehn Jahre Aufschwung - Was zum Teufel haben wir daraus gemacht?" Zu begutachten sind Bilder von deutschen Schlaglöchern. Soll heißen: Man hängt bei Investitionen gnadenlos zurück – "trotz fetter Steuerüberschüsse", bilanziert Reporterin Schneider. Immerhin würden die Schlaglöcher Badetouristen aus aller Welt locken. 

Der letzte Raum soll in den Augen der ZDF-Satiriker Hoffnung machen. Name: "Warum wir Angela Merkel noch vermissen werden." Zu sehen ist ein großes Bild von Annegret Kramp-Karrenbauer, die als CDU-Chefin Angela Merkel gefolgt ist. 

fs