HOME

Stern Logo Dschungelcamp

Dschungelcamp 2020 - das Finale: "Oma, ich liebe Dich" - der Prince ist heute ein König

Prinz Charles arbeitet seit 50 Jahren dran, der gute Damien schafft es in etwas mehr als zwei Wochen: die Krönung zum König. Seien wir ehrlich: Am Ende konnte es keinen anderen Sieger als ihn geben, nicht nur wegen Omchen.

Von Ingo Scheel

Dschungelcamp 2020: Prince Damien wird zum König gekrönt

Wer vor dem großen Dschungelfinale noch schnell eine Wette auf den kommenden Dschungelkönig platzieren wollte, der sah es bereits an den Quoten: Eigentlich ist das Ding schon gelaufen. Sven stand bei 6:1, Danni sogar noch besser, bei 5:1. Und wer auf Damien setzen wollte, der hätte sich im Falle von dessen Inthronisierung über eine schmale Quote von 1,35:1 freuen können. Und siehe da, es kam, wie es kommen musste.

Sie haben Folge 16 im Dschungelcamp verpasst? Die komplette Sendung sehen Sie bei TVNow

Damit endete ein Dschungelcamp, das sich zwischendrin und immer wieder als zäh wie Känguruh-Anus erwiesen hatte. Günni Krauses 24-Stunden-Amt, ein früher Höhepunkt, der nicht nur verwundert die Augen reiben ließ, sondern auch die - letztlich unerfüllte - Hoffnung im Publikum schürte, hier würde ein Nachrücker-Kandidat mit Wumms seinen Platz einnehmen. Hätte Krause nicht auch im Lager vor sich hin genesen können, einfach mal über den Punkt rüberliegen, bis es wieder einigermaßen läuft? Pauschalverweigerer wie Harry Wijnvoord, Rainer Langhans oder Gunter Gabriel haben vorgemacht, wie es geht.

Dschungelcamp, Tag 16: Versöhnlicher Abschluss im Camp der Zwietracht
Dschungelcamp 2020

Letzter Tag im Dschungelcamp 2020. Traditionell spielen die drei Finalisten in dieser Sendung um ihr Abendmenü. Den Anfang macht Danni Büchner, die für die Vorspeisen verantwortlich ist. "Alles kann, nichts muss", so der Titel der Dschungelprüfung.

Überhaupt Gunter Gabriel - allein beim Gedanken daran, wie der Hey-Boss-Mann schon beim Begrüßungstreffen mit Saufi-Saufi und Schnittchen - bitte wiedereinführen, diese Tradition, liebes RTL, leicht angeschädelt startet sich das Camp irgendwie euphorischer - wie also Gunter kaum eine Stunde nach Kennenlern-Bussi-Bussi schon blank zog und ins Hafenbecken pinkelte - Junge, Junge, das war noch ein Entrée. Stichwort Blankziehen, auch das ein weißes Blatt Papier, mit der 14. Staffel von "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" ging die unnackigste Saison überhaupt zu Ende. Ein bisschen Shorts-Gewurschtel vom Zwenni, das war's, oder?

Routiniertes Dschungelcamp-Absitz-Finale

Daran änderte sich auch mit dem großen Finale nichts, stattdessen ein routiniertes Absitzen der Prozeduren. Nach den Abgängen bereits vergessener Adepten wie Marco oder Trips Asmussen, nach Anastasyia, Sonja und Claudia, dem Rauskegeln der freidrehenden Madame Miras und dem Abschied von Markus, Selbstbezichtigung "König der Herzen", und Raúl, der sich zur Begrüßung erstmal von seiner Freundin mit Hühner-Formfleisch füttern ließ, ging es für Danni, Sven und Damien auf die Zielgerade.

Alle exklusiven Videos und Geschichten direkt aus dem Dschungel bei rtl.de

Drei Dschungelprüfungen standen auf dem Programm. Jene für Danni von so treffender Titulierung, es hätte prima als Tattoo neben ihren Traumfänger auf den Unterarm gepasst: Alles kann, nichts muss. So lief die Chose denn auch, da nützte selbst die Ego-Mantraisierung der "letzten starken Frau" wenig. "Wow, wow, wow, wow, wow, wow". Und "bum-bum-bum-bum-bum", was immer das bedeuten sollte. Grund zur Becker-Faust gab es jedenfalls kaum, umso tragischer auch deswegen, weil Danni, mit dem legendären Plexi-Helm über dem Kopf zwei, drei Mal gut durchzog und "nur" an der verdammten Schrauberei - Stichwort Inbus - scheiterte. Mit Schlangen und Ratten gab sie sich jedoch gar nicht erst ab, am Ende kam sie auf einen Stern. Der wurde schließlich von Damien mit prä-royaler Güte kommentiert: "Du musst nie mehr in eine Prüfung. Du hast alles geschafft." Das ist natürlich auch eine Perspektive.

Das saftige Stück Schoko-Kuchen

Für Ottkes Sven ging es ähnlich prekär zur Sache. Ohne Fleiß, kein Preis, das Motto seiner Dschungelprüfung, was auch immer das mit dem zu tun haben sollte, was ihm da aufgetischt wurde. Schafsplacenta, Lungen-Smoothie und Glibberaugen. Letztlich verdrückte Sven eine Spinne samt Brut-Gekröse, bevor er später noch das pürierte Innereien-Cocktail unter den Tisch göbelte. Ohne Schlotz, kein Kotz. Zwischen diesen Gängen gab es traditionell immer nochmal tatsächliche Leckereien als appetitanregenden Ego-Köder und spätestens bei dem saftigen Stück Schoko-Kuchen musste man sich fragen: Wofür denn eigentlich die ganze Quälerei, warum nicht einfach mal mit der Gabel in die Torte, das Dinner Dinner sein lassen und stattdessen hier ganz in Ruhe drei Gänge wegmampfen?

Dschungelcamp 2020

Dann lassen sie sich ihr letztes Abendmahl schmecken. Ihre sechs erspielten Sternen reichen für ein abgespecktes Drei-Gänge-Menü, das sie gemeinsam genießen.

Nun denn, einer für den das noch weniger in Frage kam als für Sven Ottke, war der Prinz persönlich. Den schnallte man aufs Rad, eine Holz-Drehscheibe, über die sich in einer Art Schmodder-Bukkake alles mögliche an Eingeweiden, Matschepampe und Wurstwasser ergoss. Zwischen den einzelnen Glibber-Gängen galt es, eine Penata in Obst- oder Gemüseform zu zerdengeln, in der sich schließlich der Stern befand. Nach den Minderleistern Zwenni und Danni gab es hier zumindest vier Sterne für den Prinzen, sodass man sich am Abend beim Dinner - O-Ton Prince: "Das ist alles so romantisch" - an Omelette und Dessert gütlich tun konnte. In den Schlussmonologen die üblichen USP-Ranschmeissungen, das seelische Konzentrat der drei Thron-Anwärter: Mein Mann wäre stolz auf mich. Ihr kennt meine Mission. Ich will die Glitzerkrone. Die Zuordnung dürfte leichtfallen, in derselben Reihenfolge schließlich die Verteilung auf dem Siegertreppchen. Als erstes ging Danni, im Anschluss Sven, zum Dschungelkönig wurde schließlich Damien gekrönt. Vom Prinzen zum König in gut zwei Wochen, so schnell geht das sonst nur in abgelegenen Schurkenstaaten.

König Prince spendet 20.000 Euro

Die Antrittsrede des frischgebackenen Monarchen, der zugebenermaßen als einziger in diesem Ensemble durchweg Nerven und Würde bewahrt hatte, angemessen kompakt: "Ich liebe die Natur. Ihr macht mich glücklich. Oma, ich liebe dich." So tränengeschüttelt und emotional angegriffen sich King Damien einerseits präsentierte, so fokussiert geriet ihm der Gruß ans australische Volk. Unter heftigem Schluchzen verkündete er, 20.000 Euro für eine wohltätige Initiative 'down under' spenden zu wollen. Hut ab, Majestät, eine tolle Geste. Währenddessen wurde draußen noch einmal ins Verhältnis gesetzt, was im Lager kurz zuvor noch für grobe Zerrüttung gesorgt hatte. Da machte eine Meldung die Runde, dass Elena Miras - wir erinnern uns an ihr psychotisches Waterbottlegate - nicht einmal aus der Flasche ihres Freundes Mike trinken würde. Hätten wir das also auch noch befriedigend aufgelöst. In diesem Sinne - bis zum nächsten Jahr. Holt mich hier rauuuuuuuus ...

Bitte spenden Sie für die Opfer der australischen Buschbrände. Wir leiten Ihre Hilfe weiter. IBAN DE90 2007 0000 0469 9500 01 BIC DEUTDEHH – Stichwort: "Australien"; www.stiftungstern.de