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Willi Herren zum Dschungelcamp: "Walter meint wirklich ernst, was er sagt"

Er war selbst im Dschungelcamp, hat viele Jahre mit Rebecca gearbeitet und kennt Walter Freiwald persönlich: Willi Herren spricht im Interview über die lahme Show und verrät, wer Dschungelkönig wird.

Zum Dschungelkönig hat es nicht gereicht, doch dafür sitzt Walter Freiwald auf dem "Herzensthron".

Zum Dschungelkönig hat es nicht gereicht, doch dafür sitzt Walter Freiwald auf dem "Herzensthron".

Willi Herren, wie ist Ihr Eindruck vom bisherigen Dschungelcamp?
Es ist die langweiligste Staffel ever ever ever. Das sieht man schon daran, dass die Moderationen immer länger werden, weil im Camp anscheinend nichts los ist. Wenn es Walter Freiwald nicht gäbe, wäre gar nichts los. Die einzigen Promis, die wirklich was können, sind Walter und Rebecca. Wer bitte ist Aurelio? Und Tanja: 55. bei "DSDS" - was hat die da zu suchen?

Sie kennen Walter Freiwald persönlich?


Ja. Der ist wirklich so wie im Dschungel.

Woher kennen Sie sich?


Ich kenne ihn über Harry Wijnvoord aus den Zeiten von "Der Preis ist heiß". Damals hat Walter schon darunter gelitten, dass er immer nur Beiwerk war. Das fand ich immer sehr traurig.

Walter scheint eine sehr hohe Meinung von seinen Fähigkeiten zu haben. Zeigt er dieses übersteigerte Selbstbewusstsein auch außerhalb des Camps?


So extrem kenne ich das an ihm noch nicht. Aber Anzeichen waren schon vorher da. Der meint das wirklich ernst, was er sagt: Er hält sich für den Schönsten, Tollsten, Intelligentesten. Und vor allem denkt er, er hat die Weisheit mit Löffeln gefressen. Was sage ich: mit Eimern.

Hat es Sie gewundert, dass sich Walter als Bundespräsident beworben hat?


Nein, gar nicht. Das traue ich ihm voll zu. Nicht das Amt - aber dass er sich beworben hat.

Kannten Sie auch seine cholerische Seite?


Das ist bekannt. Alle Leute, die mit ihm zusammengearbeitet haben, sind im Nachhinein froh, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben. Der ist herrschsüchtig und geht mit seinen Mitarbeitern nicht gut um.

Ihre "Lindenstraßen"-Kollegin Rebecca Siemoneit-Barum ist gestern herausgewählt worden. Was sagen Sie zu ihrer Performance im Dschungel?
Ich kenne sie seit ihrem neunten Lebensjahr und weiß, wie sie wirklich ist. Sie ist ganz anders, als sie sich im Camp präsentiert hat. Da hat sie sich zurückgehalten, das wirkte auf viele Zuschauer langweilig. Sie hat ihr wahres Ich leider nicht gezeigt. Sie ist eine ganz tolle Persönlichkeit. Sie ist sehr nett und sagt eigentlich, was sie denkt. Aber dadurch, dass in den letzten Jahren im Dschungelcamp vieles verfälscht und manipuliert wurde, hat sie Respekt gehabt und hat lieber nichts gesagt. Das ist das Ende für dieses Format.

Wie meinen Sie das?


Man muss inzwischen Angst haben, etwas im Dschungel zu sagen. Egal ob man es ehrlich meint: die können das schneiden, wie sie es wollen. Bei der ersten und zweiten Staffel war das anders. Es war real. Ich bin damals mit keinem Konzept rein. Ich war einfach nur ich selbst. Heute bekommt man nach drei Tagen einen Stempel aufgedrückt: die Zicke, der Loser oder was auch immer. Man blamiert sich da nur noch. Traurig.

Ist das Dschungelcamp 2015 noch zu retten?


Nein, da geht nichts mehr. Ich kenn das ja: Die haben immer mehr Hunger, die Gemüter sind gereizt, es wird noch mehr Streit geben. Ansonsten passiert nichts.

Hat sich Walter mit seinem Auftritt im Dschungelcamp seine Karriere ruiniert?


Ich kenn das Business ja: In den nächsten sechs Monaten wird Walter gut zu tun haben. Ich habe gehört, dass es Werbeanfragen für Walter gibt. Und ein Homeshopping-Kanal soll Interesse haben. Tanja wird auch gut zu tun haben. Die wird das neue Rote-Teppich-Luder. Aber was kannst du mit Aurelio machen?

Ist dann Walters Plan also aufgegangen?


Nein. Wenn sein Plan aufgegangen wäre, würde er "Wetten, dass ..?" moderieren und "Wer wird Millionär?" übernehmen.

Das kann ja noch kommen...


Das meint der auch noch ernst!

Was denken Sie: Wer wird Dschungelkönig?


Seit gestern bin ich sicher: Es wird Maren Gilzer. Das wäre für Walter natürlich die Höchststrafe. Die beiden hassen sich.

Interview: Carsten Heidböhmer