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US-Erfolgsserie: Start der neuen "Homeland"-Staffel

"Homeland" kehrt zurück - in die USA und auf die Bildschirme. Die Handlung der US-Serie zeigt unverkennbare Parallelen zum realen Zeitgeschehen. Auch ein bekannter Deutscher ist in Staffel sechs wieder dabei.

Für die Hauptrolle in der Serie "Homeland" erhielt Claire Danes bereits mehrere Auszeichnungen

Für die Hauptrolle in der Serie "Homeland" erhielt Claire Danes bereits mehrere Auszeichnungen

Serienfans können sich freuen: Die US-Serie "Homeland" geht weiter. Am Sonntag startet die sechste Staffel der preisgekrönten Serie rund um Terror, Geheimdienste, Verschwörungen und persönliche Dramen. Der internationale Terrorismus rückt in der neuen Staffel in den Hintergrund, die Folgen des Anti-Terror-Kampfs in den USA stehen im Fokus.

Die Handlung ist topaktuell, auch in "Homeland" wechselt just die US-Präsidentschaft. Die Macher haben dabei ein wenig aufs falsche Pferd gesetzt, lassen sie im Weißen Haus doch eine liberale Frau antreten, gespielt von Elizabeth Marvel. "Es dürfte das einzige Mal sein, dass 'Homeland' weniger bedrohlich wirkt als die Wirklichkeit", meint "Entertainment Weekly" lakonisch mit Blick auf eine Präsidentschaft Donald Trumps.

Von Berlin nach Brooklyn

Nach Staffel fünf in Berlin kehrt Ex-CIA Agentin Carrie Mathison (Claire Danes) mit "Homeland" in die USA zurück. Sie lebt mit ihrer Tochter Franny in Brooklyn und hat sich dem - zivilen - Kampf für Gerechtigkeit für Muslime verschrieben. In diesem Umfeld spielt auch der schwerreiche deutsche Stifter Otto Düring eine Rolle, dessen Sicherheitschefin Carrie in Staffel fünf war.

Düring wird wieder von Sebastian Koch dargestellt. "Natürlich ist es toll, bei solch einer großartigen Serie dabei zu sein. Der internationale Erfolg der ersten fünf Staffeln spricht ja schon für sich", hatte Koch ("Das Leben der Anderen") der Deutschen Presse-Agentur gesagt, zu seiner Rolle aber nichts verraten wollen.

Wenig Handlung ist bekannt

Aus dem wenigen, was bisher bekannt wurde, wird Staffel sechs diesen Rahmen haben: Welche Folgen hat der jahrelange internationale Militäreinsatz der USA für Amerika selber? Was macht die Wahrnehmung einer andauernden Bedrohung mit der Gesellschaft? Was passiert mit denen, die zwischen die Fronten geraten? Im Trailer der Serie sagt Mathison mit Blick auf die Folgen der Anschläge des 11. September 2001: "Nach 9/11 ist das ganze Land verrückt geworden."

Serienschöpfer Alex Gansa sagte der "New York Times", als Hintergrund einer so eminent politischen Serie habe ihn die Zeit des Machtübergangs in den USA besonders interessiert. Einen Anschlag in New York könne er für diese Staffel aber definitiv ausschließen: "Das ist schlechtes Karma, und es fühlt sich einfach falsch an."

Alte Bekannte bei "Homeland"

Mit der neuen US-Präsidentin und ihrer ungewöhnlichen Sicht auf die Außenpolitik haben alte CIA-Bekannte aus "Homeland" zu tun, F. Murray Abraham als sinistrer Dar Adal und Mandy Patinkin als vielschichtiger Saul Berenson. Saul, das verrät der Trailer, wird auch dieses Mal keine gute Zeit haben.

Kaum wiederzuerkennen, glaubt man Berichten in US-Medien, ist Carries früherer Gefährte Peter Quinn (Rupert Friend). In Staffel fünf überlebte er knapp eine Sarin-Gaskammer von Extremisten, nun ist er in New York in der Reha. Die jüngste Staffel endete mit der offenen Frage, ob Carrie - neuerdings gläubig - dem Wunsch ihres Freundes folgen würde, sein Leben zu beenden.

Weitere Staffeln folgen

Friend sagte "Entertainment Weekly" nach monatelangem Schweigen zu seiner Figur: "Peter ist aus der Hölle zurückgekehrt. Er ist sich nicht mal sicher, ob sein Leben es wert ist, gelebt zu werden." Den so stahlharten wie smarten Quinn wird es wohl nicht mehr geben. "Einige Zuschauer werden fragen: Wo ist denn mein guter Bekannter?" Aber so laufe das nicht in dieser Welt, sagt Friend, habe der Kampf gegen den Terror doch auch im echten Leben echte Konsequenzen.

2011 hatte "Homeland" Premiere. Die ersten Staffeln spielten in vielen Ländern, unter anderem in Deutschland, Venezuela, im Libanon, Brasilien, Irak, Afghanistan, Pakistan und im Iran. Aus dem reichlich gefilmten Brooklyn und aus New York versprechen die Macher neue Einsichten und Einblicke. Es wird eine Staffel sieben und acht geben - dann soll Schluss sein. Macher Alex Gansa sagte, er würde die beiden letzten Staffeln gern wieder außerhalb der USA drehen.

fri / DPA