VG-Wort Pixel

"Promi Big Brother" Stress-Wahrscheinlichkeit: eine Million Prozent – wie lange geht das gut?

Timing ist alles: "Irgendwann muss ich ja meine Hupen zeigen"
Timing ist alles: "Irgendwann muss ich ja meine Hupen zeigen"
© Promi Big Brother / PR
Erst probieren es Emmy und Alessia mit einer Aussprache, der kurzen Versöhnung folgen jedoch schnell die Tränen. Nach dem Sexismus-Eklat des Vortages bestimmt jetzt das zwischenmenschliche Drama wieder die Szenerie, dabei fing alles so hoffnungsvoll an.

Heute bleibt die Küche kalt, mit Ikke geht’s in den Märchenwald – das merkantile Miteinander auf der No-Budget-Seite des Containers entpuppt sich auch am neunten Tag als kleines Highlight. Ach, Kinners, ist es nicht schön, dem Ikke beim Shoppen zuzuschauen? Wie er da so steht, die Klinke von der Penny-Filiale in der Hand, satte fünf Euro im Pottmonneh, und sich nochmal bei den Mitgefangenen im Scherz rückversichert, dass der Heiamann jetzt in Blechzeitungen oder Pilsvasen umgesetzt wird. "Wat wolln wir, Bier, oder wat?" Reagiert natürlich keiner, deswegen kauft Herr Hüftgold dann doch konservativ ein. Wobei die Wochenration Haferflocken schon ein wenig stutzig macht, aber es gibt ja auch noch eine schöne Rolle Doppelkekse dazu – und eine einzelne Scheibe Brot, da lässt der Große Bruder sich nicht lumpen.

Als Ikke sich im kleinen Konsum verdrückt, sind die ganz großen Dinge eigentlich schon geschehen. Nach der XL-Nominierungssause vom Vortag setzte man diesmal zu Beginn auf Suspense. Die aufgrund der schlechten Wetterbedingungen ausgefallene Dschungelprüfung, hätte ich jetzt fast geschrieben, das muss natürlich Challenge heißen hatte es in sich. Emmy Russ, mit Freeclimb-Gelöt und künstlichen Segelohren am Helm, musste an einer Bohnenranken-Installation in luftige Höhen emporfahren und dabei Münzen einsammeln. Sah spektakulär aus, klappte super, stolze zehn Münzen holte der staatlich geprüfte Münzenzähler anschließend aus dem Sack. Das bedeutete die komplette Umsiedlung, Märchenwald- und Märchenschloss-Mischpoke durften – bzw. mussten, je nachdem, von wo aus man es betrachtet – die Seiten wechseln.

Märchenschloss mit Weinschorle

Hätte Emmy gewusst, wie kurz das Vergnügen auf der Sonnenseite ist, bevor es wieder zurückgeht in den "Wartesaal zum großen Glück" (Werner Hansch), sie hätte sich vielleicht etwas bewusster und vor allem: schneller der multiplen Wellness hingegeben. Sascha hatte es da besser drauf. Die Tür hatte sich hinter den frisch Eingezogenen kaum geschlossen, da hatte der schon eine Weinschorle am Hals. So geht das, Freunde! Das war es denn aber auch schon fast mit der Action, die übrigen Dramen spielten sich im zwischenmenschlichen Bereich. Als aufgewärmten Sexhappen vom Vortag gab es ein weiteres Mal virilen Smalltalk zwischen Udo und Sascha. Während "der Kleine" befürchtete, durch den sexistischen, sogar vom Moderatorenpult aus angeprangerten Ausfall gegenüber Adela zum "Sexmonster" abgestempelt zu werden, war der große Graue mit dem schwarzen Schuh glücklich, das alles hinter sich zu haben. O-Ton: "Die Geilheit lässt jeden Tag nach".

An anderer Stelle wurden weniger intime Stellen ausgeleuchtet, kam bei Alessias Einzug direktemang Bewegung in die Versuchsanordnung mit Emmy. Für alle Minderinformierten boten die beiden ein kleines bisschen Update-Show und haspelten sich durch zwischenmenschliche Altlasten, bei denen wohl Willy Herren eine mehr oder weniger unrühmliche Rolle gespielt haben soll. Die Emmy wollte er großbringen – das muss man sich mal vorstellen – dabei weiß doch sogar die Herren-Tochter, dass der Alte "so unzuverlässig" ist. Dem "Was bisher geschah"-Gestammel folgten ein paar halbgare Umarmungen, schon jetzt offensichtlich, dass dieser Burgfrieden auf tönernen Füßen steht.

Lebe den Traum

Abseits vom bevorstehenden Showdown waren es wieder mal die kleinen Gesten und Bilder, die das Herz wärmten. Wie Werner da allein am Lagerfeuer und dem Fliegenpilz-Hocker steht, während seine jüngeren Mitstreiter sich bei der Challenge verausgaben, das rührte zutiefst. Ein kontemplativer Moment der Einkehr, der Besinnung, einfach schön. Auch schön, wie Kathy, Ella und Ikke sich in einer Wassereimer-Challenge komplett zum Affen machten, drei Minuten lang nicht auch nur den Hauch eines erfolgsversprechenden Bewegungsablaufs hinbekamen. Aber so ist es dann, kaum sind keine Strohhalme im Eimer, weiß man nicht mehr, was man mit dem Teil anfangen soll.

Im sonstigen Durcheinander schwärmte Udo noch einmal von Emmys Ohren, soll Mark Bennecke, so vermeldete Ella im Badewannenplausch mit Katy Bähm, den Schädel von Hitler kontrolliert haben und verstieg sich Alessia bei der ersten schlaflosen Matratzenhorcherei zum Satz der Sätze: Ich lebe hier meinen Traum. Was muss Papa Willy stolz sein! Am Ende dann, wie schon angedeutet, ging es ratzfatz für Emmy zurück auf die Schattenseite des Lebens, und als wäre das nicht schon beweinenswert genug, schickten die feinsensorische Endziffer-Voter daheim auch noch Alessia hinterher. Mei, des wird krachen, soviel steht fest. Die Wahrscheinlichkeit hat Ella schon ausgerechnet: eine Million Prozent. Na, wenn das mal reicht …


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker