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Fernsehpreis: Starke Frauen dominierten die Emmy-Verleihung

Die Emmys gelten als wichtigste Fernsehpreise der Welt. Weil Dauersieger "Game of Thrones" diesmal nicht nominiert werden konnte, war der Weg frei für andere - politische Satire sowie Drama-Serien mit starken Frauen-Rollen nutzten ihre Chance.

Nicole Kidman und Elisabeth Moss bei der Emmy-Verleihung

Nicole Kidman und Elisabeth Moss gehören zu den Siegern der diesjährigen Emmy-Verleihung

Die politische Satireshow "Saturday Night Live", die Drama-Miniserie "Big Little Lies" und die Comedyserie "Veep"  gehören zu den großen Gewinnern der diesjährigen Emmy-Verleihung. "Saturday Night Live" holte bei der Gala in der Nacht zum Montag in Los Angeles mit neun Auszeichnungen die meisten Emmys, unter anderem als beste Sketchserie und für Kate McKinnon und Alec Baldwin als beste Nebendarsteller. McKinnon hatte im Wahlkampf die demokratische Bewerberin Hillary Clinton parodiert, Baldwin den republikanischen Sieger Donald Trump.

"Veep - Die Vizepräsidentin" gewann einen Emmy als beste Comedyserie. Für die Hauptrolle bekam Julia Louis-Dreyfus einen Emmy, ihren insgesamt achten und sechsten für "Veep" - Rekord. Es sei "die Rolle ihres Lebens und ein Abenteuer der puren Freude", sagte Louis-Dreyfus. "Veep" handelt vom Alltag einer US-Vizepräsidentin und läuft seit 2012 beim US-Abokanal HBO, in Deutschland bei Sky Atlantic.

Beste Dramaserie wurde die Dystopie "The Handmaids's Tale", basierend auf dem Buch "Der Report der Magd" der kanadischen Schriftstellerin Margret Atwood, die sich auch auf der Bühne zeigte. Insgesamt gewann "The Handmaid's Tale" acht Emmys, darunter für Elisabeth Moss als beste Hauptdarstellerin, Ann Dowd als beste Nebendarstellerin, Bruce Miller als besten Autor und Reed Morano als beste Regisseurin.

HBO gewann die meisten Emmys

Die Serie ist seit diesem Jahr beim Streamingdienst Hulu zu sehen.
Damit gewann Hulu als erster Streamingdienst einen Emmy in dieser Kategorie, die von vielen Kritikern als wichtigste angesehen wird. In Deutschland soll "The Handmaid's Tale" demnächst beim Telekom-Portal Entertain TV Serien anlaufen.

Die meisten Emmys eines TV-Netzwerks gewann der Abo-Kanal HBO, wo auch "Veep" läuft. Ebenfalls erfolgreich war die HBO-Miniserie "Big Little Lies" mit unter anderem Reese Witherspoon und Nicole Kidman als Produzentinnen und Hauptdarstellerinnen. Neben dem Emmy als beste Miniserie gewannen wurden unter anderem Kidman sowie die Nebendarsteller Alexander Skarsgård und Laura Dern für ihre Darstellungen ausgezeichnet und Jean-Marc Vallée als Regisseur der Serie. "Es war ein unglaubliches Jahr für Frauen im TV", sagte Witherspoon, und ihre Kollegin Kidman forderte: "Mehr großartige Rollen für Frauen, bitte!"

"Game of Thrones" war nicht mit dabei

Vom langjährigen Dauersieger "Game of Thrones" gab es dieses Jahr im Nominierungszeitraum bis 31. Mai keine neue Staffel. "Wenn ihr gewinnt, dankt allen, die euch dahin gebracht haben - vor allem 'Game of Thrones', weil die Serie diesmal nicht wählbar war", witzelte Emmy-Moderator Stephen Colbert. Für seine eigene Late-Night-Show ging er an dem Abend leer aus, sein Kollege John Oliver gewann zwei Emmys für die Politsatire "Last Week Tonight".

Die Emmys, die als wichtigste Fernsehpreise der Welt gelten, wurden in diesem Jahr zum 69. Mal verliehen, in 92 kleineren Kategorien schon in der vergangenen Woche. Über die Sieger hatten zuvor die rund 22.000 Mitglieder der Academy for Television Arts & Sciences entschieden. Im Publikum saßen Stars wie Robert de Niro, Oprah Winfrey und Kevin Bacon. "Das ist die wichtigste Nacht des Fernsehens", sagte Moderator Colbert. "Heute feiern wir uns selbst."

che/DPA