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"Tatort"-Bewertungen: Das sind die besten und die schlechtesten Ermittler

87 Kommissare haben seit der Premiere für die Krimireihe ermittelt. Wer war besonders gut? Wer richtig schlecht? stern.de hat 243.391 Online-Bewertungen analysiert.

Von Gerald Gartner

Wenn man nach den "Tatort"-Einschaltquoten geht, ist das ungleiche Paar aus Münster sehr beliebt - doch sind Thiel und Boerne auch die besten Ermittler? Nach dem Überblick geht unsere Analyse von 43 Jahren "Tatort" ins Detail. Auf Basis von 243.391 Online-Bewertungen der Krimireihe hat stern.de die besten und schlechtesten Kommissare herausgefiltert. Das Ergebnis: Die besten Kommissare des "Tatorts" kommen aus dem Norden und Westen. Und nein, Thiel und Boerne sind genausowenig dabei wie Schimanski. Unter den schlechtesten ist übrigens auch ein Ermittler aus dem Norden, die anderen beiden kommen aus Österreich und dem Osten.

Die besten drei Tatort-Ermittler

Kommissar Finke

Das Glück liegt in der Provinz: Kriminalhauptkommissar Fink (Klaus Schwarzkopf) hatte zwar sein Büro in Kiel, ermittelte aber in ganz Schleswig-Holstein. Mit einer durchschnittlichen Quote von 7,74 von 10 Punkten sind seine die am besten bewerteten Episoden. Das schlug sich auch in den Quoten nieder: Die Finke-Episoden aus den 70er Jahren hatten oft mehr als 70 Prozent Marktanteil. Herbert Lichtenfeld, einer der erfolgreichsten Fernsehautoren Deutschlands, schrieb die Drehbücher. Wer sich selbst überzeugen will, kann hier eine der besten Folgen nachgucken.

Thorsten Lannert

Eine mehr als würdige Nachfolge für Kommissar Bienzle in Stuttgart: Die 13 Auftritte von Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) bekamen mit 7,16 von 10 Punkten Top-Bewertungen der Online-Communitys von tatort-fundus.de und IMDb.com. Lannert ist für seine ehrgeizige Arbeitsweise und Misstrauen bekannt, Bootz für seine messerscharfen Analysen – eine Mischung, die gut ankommt. Sie erhalten im Durchschnitt die besten Bewertungen aller aktiven Darsteller. Damit sichern sie Stuttgart auch den Status als aktuell bester Drehort.

Klaus Borowski

Und schon wieder Kiel - dieses Mal mit zwei Ermittlern, unterschiedlicher nicht sein könnten: Einerseits der launige Kommissar Klaus Borowski (Axel Milberg), andererseits die zierliche, aber schlagkräftige Sarah Brandt (Sibel Kekilli). Das Duo für den "Tatort" aus Kiel muss zwar Finke den Vorzug geben, landet mit guten 7,1 von 10 Punkten aber auf dem dritten Platz im Ermittler-Ranking. Seit Sibel Kekilli als Polizeikommissarsanwärterin Brandt Borowski unterstützt, verbessern sich die Bewertungen nochmals. Während Borowski im Alleingang 6,67 Punkte bekommt, sind es mit Brandt 7,76 – die Chance, Finke abzulösen, ist also gut.

Die drei schlechtesten "Tatort"-Ermittler

Nikolaus Schnoor

Verschwiegene Seemänner, ein langatmiger Fall, ein blasser Kommissar aus Bremerhaven – das sind die Eckpunkte eine der am schlechtesten bewerteten "Tatort"-Episoden. Eine Bewertung von 4,11 von 10 Punkten bringt Uwe Dallmeier als Kommissar Schnoor den letzten Platz. Er durfte auch kein zweites Mal ermitteln. Andere hatten zwar noch schlechtere Episoden, aber dafür mehr Gelegenheit, ihre Gesamtperformance aufzubessern. Für Dallmeier war der Auftritt 1982 der einzige als Kommissar, davor hatte er nur Nebenrollen gespielt.

Alexander Lutinsky

Es war ein kurzes Vergnügen: Ein ermittelnder Journalist wird vom "Tatort"-Publikum nicht goutiert, "echte" Polizisten werden wohl bevorzugt. Eine Bewertung von 4,15 von 10 Punkten sind ein deutliches Zeichen dafür. Die Wiener "Tatort"-Folge "Der Schnee vom vergangenen Jahr" war der erste und letzte Fall von Miguel Herz-Kestranek in der Rolle als Alexander Lutinsky. Nach der 1986 veröffentlichten Episode gab es kein Gastspiel mehr des Österreichers. Sie wurde nur im ORF ausgestrahlt. Weil es keine Produktion mit der ARD war, gab und wird es (hoffentlich) auch keine Wiederholung geben.

Klaus Roiter

Zwölf Auftritte hatte das Ermittler-Duo Ernst Roiter (Winfried Glatzeder) und Michael Zorowski (Robinson Reichel) Ende der 90er in Berlin, jeder einzelne wurde schlecht bewertet. 4,22 Punkte erreichten die Episoden im Durchschnitt. Damit trennt das Team mehr als zwei Punkte vom Durchschnitt aller Folge seit der "Tatort"-Premiere 1970. Auch das Ranking von Berlin als Drehort wird damit empfindlich nach unten korrigiert. Top-Bewertungen für das Noch-Team Stark/Ritter können die Schwäche von Roiter langsam ausgleichen. Nicht mehr lange, weil beide ihre Dienstmarken Anfang Februar 2014 abgegeben haben.

Für die Analyse der besten "Tatort"-Kommissare wurden nur Figuren miteinbezogen, die mehr als eine Folge ermittelt haben. Sonst würden die Kommissare Böck, Lessing auf Fink folgen und Howald vor Borowski landen.