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"Tatort" aus Dortmund Zwei Münchner im Pott: Der Jubiläums-"Tatort" wandelt auf den Spuren der Mafia

"Tatort" heute aus Dortmund
Die Münchner Kommissare Ivo Batic (Miroslav Nemec, 2.v.l.) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, r.) ermitteln in dieser "Tatort"-Folge in Dortmund - zusammen mit den dortigen Ermittlern Peter Faber (Jörg Hartmann, l.) und Nora Dalay (Aylin Tezel)
© WDR/Frank Dicks / ARD
Der "Tatort" feiert sein 50-jähriges Jubiläum mit einer Doppelfolge: Im ersten Teil ermitteln die Teams aus Dortmund und München gemeinsam in der Ruhrmetropole - und begeben sich auf die Spuren der italienischen Mafia.
  • 4 von 5 Punkten
  • Düsterer, aber sehenswerter Auftakt für die Doppelfolge zum "Tatort"-Jubiläum

Worum geht's?

In München bekommt ein Dealer am helllichten Tage ein Messer in den Bauch gerammt, und stirbt kurz darauf in den Armen von Kommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec). Der Mörder, Giuseppe Mauro (Emiliano De Martino), ist Mitglied der Mafiagruppe 'Ndrangheta und taucht unter. Er findet bei der Familie Modica in Dortmund Unterschlupf, die dort ein italienisches Restaurant betreibt. Das ist ins Visier der Dortmunder Ermittler um Peter Faber (Jörg Hartmann) geraten, da es in Verdacht steht, Umschlagplatz für Kokain zu sein.

So stehen plötzlich die Münchner Ermittler Batic und Leitmayr (Udo Wachtveitl) im Dortmunder Kommissariat. Während sie den Mörder festnehmen wollen, dringt Faber darauf, die Ermittlungen gegen die Familie weiterzuführen - um an die Hintermänner zu kommen. Er will Juliane Modica (Antje Traue), die Frau des Restaurantbesitzers, als Spitzel anwerben - und bringt damit die gesamte Familie in Gefahr.

Warum lohnt dieser "Tatort"?

Die Mafia ist in Deutschland nach wie vor aktiv. Ermittlungsbehörden schätzen, dass sich knapp 300 Mitglieder aus der Familie 'Ndragheta in Deutschland aufhalten, bundesweit werden etwa 300 Pizzerien der Organisation zugeordnet. Wie die Mafia vorgeht, sich ihr Netzwerk bis in einzelne Familien spinnt und diese von innen zerstört - das zeigt dieser von dem erfahrenen Gespann Bernd Lange (Buch) und Dominik Graf (Regie) in Szene gesetzte "Tatort" mit großer Präzision.

Was stört?

Wer angesichts des 50-jährigen Jubiläums der Krimireihe am 1. Advent etwas Festlich-Heiteres erwartet hat, wird enttäuscht: "In der Familie" ist ein düsterer Fall geworden, der wenig zur Stimmungsaufhellung beiträgt.

Die Kommissare?

Auf dem Dortmunder Kommissariat herrscht dicke Luft: Faber und seine Kollegin Martina Bönisch (Anna Schudt) sind tief zerstritten über das Vorgehen bei den Ermittlungen. Der Riss geht durch das komplette Team. Auch über die Ankunft der Kollegen aus München ist Faber nicht sonderlich erfreut - und nennt die beiden nur "Kasperl und Seppel". Die revanchieren sich - indem sie die BVB-Tasse aus dem Revier mitgehen lassen.

Ein- oder Ausschalten?

Nicht nur, weil 50 Jahre so ein schönes Jubiläum sind: Der erste Teil der Doppelfolge "In der Familie" ist ein überdurchschnittlicher "Tatort" - schalten Sie unbedingt ein. 


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