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Fast & Furious 7: Paul Walker feiert seine Wiederauferstehung

Straßenposter, Busplakate, und Kino-Trailer: Hollywood feiert dieser Tage die Wiederauferstehung eines Toten. Paul Walker steht im Mittelpunkt der Kampagne zum neuen "Fast & Furious".

Von Frank Siering, Los Angeles

Es ist schon fast ein bisschen unheimlich, wie gnadenlos die Hollywood-Maschine einen ihrer beliebtesten Action-Stars dieser Tage mit einer wuchtigen PR-Präsenz wieder auferstehen lässt.

Als Paul Walker im November 2013 bei einem Autounfall zusammen mit seinem besten Freund Roger Rodas in Los Angeles ums Leben kam, brach nicht nur für die Famiie des damals 40-Jährigen, sondern auch für Millionen von Fans eine Welt zusammen.

Steckte Walker doch mitten in den Dreharbeiten zum siebten Teil seiner sehr erfolgreichen Filmreihe "Fast & Furious". Die Dreharbeiten wurden sofort unterbrochen, das verantwortliche Studio Universal zeigte sich in Schockstarre.

Doch "the show must go on" in Tinseltown. Und nachdem die Tränen getrocknet und das Drehbuch leicht umgeschrieben worden waren, machten sich Vin Diesel, Dwayne Johnson und Co. wieder an die Arbeit. Für die noch wenigen Szenen, in denen Walker mitspielen sollte, wurden kurzerhand seine Brüder Cody und Caleb als Double eingesetzt.

52 Millionen Facebook-Likes für "Furious 7"

Das Resultat kommt am 3. April in die US-Kinos. Und "Furious 7", wie der Film im Original heißt, scheint nach Branchenprognosen auf dem besten Weg zu sein, schon am ersten Wochenende mehr als 100 Millionen Dollar einzuspielen. Das wäre absoluter Rekord für die Reihe.

Um diesen Traum an den Kinokassen auch Wirklichkeit werden zu lassen, muss Paul Walker seine Grabesruhe noch einmal für einige Wochen verlassen. Selbstredend wissen die verantworlichen Studio-Manager, dass ein Film mit den allerletzten Action-Szenen von Walker schnell zum Zuschauermagnet avancieren kann. Und so ist der gutaussehende blonde Kalifornier mit dem Sonnyboy-Lächeln zentraler Teil der PR-Offensive von Universal.

Sein Konterfei ist auf Bussen plakatiert, strahlt die Amerikaner von Postern und riesigen Wandmalereien an, Walker ist sehr präsent im Kinotrailer und hat auch via Social Media die Herzen seiner Fans noch einmal höher schlagen lassen. Allein die Facebook-Seite des Films hat bislang 52 Millionen Likes generiert.

"Das Gefühl, er wäre niemals von uns gegangen"

"Es ist erstaunlich, neue Filmaufnahmen mit Paul zu sehen. Du hast das Gefühl, als wäre er niemals von uns gegangen", so Walker-Anhänger Paul Belgraph im Gespräch mit dem stern in L.A.

"Mann muss deutlich anerkennen, dass die Kinopräsenz von Walker einen enormen Effekt auf die Besucherzahlen haben wird", glaubt auch Film-Analytiker Paul Dergarabedian. Und weiter: "Dieser Film wird ein echtes kulturelles Ereignis."

Eigentlich sollte "Furious 7" bereits im vergangenen Juli auf den Markt kommen. Aber das Studio hatte Zeit gebraucht, mit Hilfe von Computeranimationen und den Brüdern von Walker diverse "Paul-Walker-Szenen" nachzudrehen.

Großer Kinoerfolg der Reihe

Und wie gut sehen die computeranimierten Szenen im Film aus? Ein Universal-Mitarbeiter, der den Film schon in großen Ausschnitten gesehen hat, sagt gegenüber dem stern: "Es ist irre gut. Ich glaube, dass die Fans total begeistert sein werden. Es sieht total natürlich aus, echte Maßarbeit."

Die "Fast & Furious"-Filme sind die bislang wichtigste Kino-Reihe für Universal. Bisher spülten die sechs Filme mehr als 2,3 Milliarden US-Dollar in die globalen Kinokassen.

Und wenn auch Walkers Tod jetzt zweifelsohne als größte PR-Waffe eingesetzt wird, so ist sich nicht nur Gerbarabedian sicher, dass "dieser Film auch ohne den Tod von Paul Riesenerfolg an der Kinokasse gehabt hätte".

  • Frank Siering