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Abgewatscht - die Promi-Satire Glockengeläut im Dschungel


Im australischen Urwald läuten die Glocken - Brigitte Nielsen kommt. Damit ist Dirk Bach nicht mehr das einzige dicke Ding der Sendung. Derweil ist Lothar Matthäus auf der Schleimspur ausgerutscht.
Von Stefan Mielchen

Um die mediale Halbwertszeit von Dschungelkönigen ist es bekanntlich schlecht bestellt. Der amtierende Herr des Ekels etwa hört auf den Namen Peer Kusmagk, was zu Recht niemand mehr weiß. Das wird sich bald ändern: Am 13. Januar geht der Spaß in die nächste Runde - und die erste Schlange ist seit dieser Woche an Bord: Brigitte Nielsen soll für angeblich 150.000 Euro die australischen Buschtrommeln durch ihr herzerfrischendes Glockengeläut übertönen! Ihre waffenscheinpflichtige Oberweite dürfte nicht nur die Kakerlaken nervös machen: Moderator Dirk Bach ist künftig nicht mehr das einzige dicke Ding der Sendung und auch die übrigen Kandidaten sind bereits heute zur Staffage degradiert: Nielsen ließ sich bekanntlich bereits vier Liter Fett öffentlich absaugen und das Gesicht auf links ziehen, ging vor laufender Kamera in den Alkoholentzug und wurde zuletzt bei "Let's Dance" mühsam übers Parkett gezogen. Die weibliche Antwort auf Dolph Lundgren ist einfach unkaputtbar!

Noch bevor irgendwer die Frage aufwerfen konnte, ob es statt der Dänin keine deutschen Weltstars gibt, die für diese so anspruchsvolle wie repräsentative Aufgabe zur Verfügung stehen, hatte einer bereits die Antwort parat: Rolfe! Der gelernte Kosmetiker und ehemalige "Topmodel"-Juror Rolf Scheider brachte sich in dieser Woche kurzerhand selbst ins Gespräch und damit in Erinnerung: "Für mich ist es einfach toll, 14 Tage im Urwald mit verrückten Leuten zu sein" ließ er wissen. Nee, is' klar! Kleiner Tipp, sollte RTL das anders sehen: Einfach in die Geschlossene einweisen lassen und eine Yuccapalme aufstellen - kommt aufs Gleiche raus!

Loddar auf der Schleimspur

Apropos Geschlossene: Auch Lothar Matthäus kann nicht einfach mal ein halbes Jahr lang abtauchen und die Klappe halten. Nein, er muss entweder wehrlose junge Dinger deflorieren oder sich zur Weltlage äußern. Letzteres tat er in dieser Woche in der politischen Fachzeitschrift "Bunte": Dort forderte er mit einer entwaffnenden Erklärung die Rückkehr des Verteidigungsministers der Herzen: "Nicht nur, weil er so gut aussieht wie ich", wie Matthäus ganz unbescheiden die Schleimspur Richtung Karl-Theodor zu Guttenberg legte. Sondern auch weil er glaube, dass KT viel bewegt habe. Worauf die Expertise des Ex-Nationaltrainers von Bulgarien intellektuell gründet, ist noch nicht erforscht. Loddars moralischer Appell jedoch kommt von Herzen: "Wenn einem Guten gewisse Fehlerchen passiert sind, sollte man das nicht so hochkochen", forderte er. Richtig! Und wenn einer auf diesem Gebiet Experte ist, dann Matthäus.

Die Sexbeichte der Woche kam dennoch nicht von ihm, sondern von "Tatort"-Kommissar Ivo Batic alias Miroslav Nemec: "Ich habe Pornos synchronisiert", ließ der Münchner Schauspieler die Vernehmungsbeamten von "Bild" wissen. "Ich war jung und stöhnte fürs Geld." Sexfilmchen wie "Nackt und heiß auf Mykonos" lieh er in den 70ern seine Stimme - für bis zu 500 D-Mark am Tag. Wie die Ermittler herausfanden, befindet sich Nemec hier in jedoch bester Gesellschaft. Til Schweiger, Christoph Maria Herbst, Ingrid van Bergen - sie alle waren in ihrer Jugend vom Fach. "Das Porno-Niveau ist ganz einfach", gab etwa van Bergen zu Protokoll. "Da machst du die ganze Zeit nur ah, ah, ah." Praktisch: So musste sich van Bergen für den Rest ihrer Karriere wenigstens nicht mehr umstellen.

Schwule sind auch nur normale Menschen

Ob es bei "Bauer sucht Frau" auch schon zu "ah, ah, ah" kam, bleibt das Geheimnis von Kuhstallkupplerin Inka Bause. Wenn es aber ein Paar gibt, das sich gefunden hat als sei es nackt und heiß auf Mykonos unterwegs, dann sind es der fleißige Pferdewirt Philipp und sein Zahntechniker Veit. Die schwule Romanze endete in dieser Woche vorerst mit einem innigen Kuss an einer Bushaltestelle im Sauerland - Fortsetzung geplant. Doch weil zuviel geschlechtliche Verwirrung schlecht fürs überforderte Publikum ist, betrat sicherheitshalber eine junge Dame die mediale Szene: "Ich war die letzte Frau vom schwulen Bauern", ließ Janine, 24, die Öffentlichkeit wissen. Vor zehn Jahren sei man für drei Monate ein Paar gewesen - da war sie im besten Loddar-Alter und auch sonst schon ein Luder: "Wir haben uns befummelt, geküsst", erfuhr die schockierte Nation - doch dann war tote Hose. "Als ich mit ihm schlafen wollte, hat er sich weggedreht und sagte, er hätte Nachtschicht." Was einmal mehr beweist, dass Schwule auch nur ganz normale Menschen sind - die Mehrheit der verheirateten Männer macht es schließlich nicht anders ...

War sonst noch was? Na klar: Zsa Zsa Gabor bekam in dieser Woche Besuch von ihrer Tochter, einer gewissen Francesca Hilton. Die hat zwar seit der Hochzeit ihrer Mutter mit Adoptiv-Prinz Frederic von Anhalt kaum noch ein Wort mit der alten Dame gewechselt, muss sich aber mit 64 allmählich um die Aufstockung ihrer Rente kümmern. Da macht sich ein Besuch am Krankenbett natürlich gut. Außerdem ist bald Weihnachten - und nach Lage der Dinge könnte es das letzte gemeinsame Fest der Liebe sein. Doch statt Gefühlsduselei gab's Zoff. Der fleißige Pfleger Frederic ist schließlich nicht auf den Kopf gefallen und roch den Festtagsbraten sofort: "Francesca geht es nicht um die Gesundheit meiner Frau", erkannte er blitzgescheit, bevor er die vermeintliche Erbschleicherin hinauswarf. "Es geht ihr nur um das Vermögen", so von Anhalt. Gleich und Gleich gesellt sich eben gern.


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