HOME

DUSTIN HOFFMAN: Mit 65 noch lange kein Rentner

Der Hollywood-Star Dustin Hoffman hat heute Geburtstag. Der kleine Mime feierte mit seinen Filmen große Erfolge, unter anderem mit »Die Reifeprüfung«, »Tootsie« und »Rainman«.

Eigentlich hatte Dustin Hoffman Konzertpianist werden wollen. Doch die Filmbegeisterung seiner Familie steckte auch ihn an. Vom Musikkonservatorium in Kalifornien ging er an den Broadway, um das Schauspiel-Handwerk zu erlernen. Mit Rollen wie der des verkrüppelten Homosexuellen in Ronald Ribmans schwarzer Komödie »Harry, Noon and Night« verdiente er sich erste Lorbeeren. Zum Weltstar wurde Hoffman nach zehn mühsamen Jahren auf der Bühne durch den Film »Die Reifeprüfung« (1967).

Filmklassiker

Er brachte ihm die erste Oscar-Nominierung und seinem Regisseur Mike Nichols den Oscar als besten Regisseur ein. Aus dem Kultfilm der 68er Generation wurde dank Hoffman in der Rolle des jungen Benjamin Braddock und Anne Bancroft als alkoholsüchtiger und sexbesessener Mutter seiner Liebe, Katherine Ross, ein Filmklassiker.

Superstar

»Die Reifeprüfung« begründete Hoffmans Ruf als Superstar unter Amerikas Charakterdarstellern. Der Sohn jüdischer Einwanderer aus Russland, nach dem Stummfilm-Cowboy Dustin Farnum benannt, bekam im Verlauf seiner bereits vier Jahrzehnte umspannenden Karriere unter anderem zwei Oscars, vier Oscar-Nominierungen, drei Drama Desk Awards und vier Golden Globes.

Perfektionist

Dass er nicht nur Talent hat, sondern auch von einem fanatischen Perfektionismus beflügelt wird, bewies Hoffman mit der Darstellung eines Autisten in »Rain Man« (1988). Für die Rolle bereitete er sich ein Jahr lang bei Beobachtungen in psychiatrischen Anstalten vor. Mit ihr gelang ihm nach Überzeugung von Kritikern seine eindrucksvollste Leistung. »Rain Man« wurde für acht Oscars nominiert und gewann den begehrten Preis als Film des Jahres. Hoffman wurde als bester Hauptdarsteller und Barry Levinson als Regisseur ausgezeichnet.

Erfolgsgarant

Internationale Erfolge waren ferner »Asphalt Cowboy« (1969), in dem Hoffman einen kränkelnden Großstädter spielt, und der hoch gelobte Watergate-Film »Die Unbestechlichen« (1976), in dem Hoffman und Robert Redford als Reporter der »Washington Post« bestechen, die den Skandal um Präsident Nixon ins Rollen bringen.

Wandelbarer Schauspieler

Kritiker begeisterten sich für ihn in »Der Marathon-Mann« (1976), doch den ersten Oscar und den Preis der New Yorker Filmkritiker nahm er mit dem Scheidungsdrama »Kramer gegen Kramer« (1979) entgegen. In der Komödie »Tootsie« (1982) war er ein arbeitsloser Schauspieler, der sich als Frau verkleiden muss, um Rollen zu erhalten, und dadurch in abenteuerliche Wirren gerät.

Theaterdarsteller

Dann kehrte er an den Broadway zurück und spielte Aufsehen erregend und lange den Willy Loman in Arthur Millers modernem Klassiker »Tod eines Handlungsreisenden«. Volker Schlöndorff machte aus der Aufführung - mit Dustin Hoffman - einen eindrucksvollen Film.

Kassenmagnet

Als Kassenknüller gelang ihm zuletzt die schwarze Komödie »Wag the Dog« über eine konzertierte Aktion von Politik und Filmindustrie, die von einer Sexaffäre des amerikanischen Präsidenten kurz vor den Wahlen ablenken soll. Der Film mit Hoffman in der Rolle des findigen, meinungsmanipulierenden Produzenten entstand in nur 29 Drehtagen und mit einem ganz bescheidenen Budget, wurde aber angesichts seines aktuellen Bezugs zur Lewinsky-Affäre 1998 zum Riesenerfolg.

Hoffman war in erster Ehe (1969-1980) mit der Balletttänzerin Anne Byrne verheiratet und hat mit ihr eine Tochter. Noch im Jahr seiner Scheidung nahm er die Rechtsanwältin Lisa Gottsegen zur Frau. Mit ihr hat er zwei Söhne und zwei Töchter.