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London und Paris: Im Gedenken an Prinzessin Diana

Während der offiziellen Gedenkfeier für Prinzessin Diana hat Prinz Harry in einer emotionalen Ansprache seine Mutter geehrt. Ihre Fans gedachten der toten Prinzessin mit Blumen, Bildern und einem Gottesdienst vor dem Kensingtonpalast.

Bei einem bewegenden Gottesdienst hat die britische Königsfamilie in London der vor zehn Jahren tödlich verunglückten Prinzessin Diana gedacht. "Sie war einfach die beste Mutter der Welt", sagte Prinz Harry, 22, bei der Gedenkfeier in der Kapelle der königlichen Wachregimenter auch im Namen seines Bruders Prinz William, 25. "Wir werden sie niemals vergessen." Diana habe ihre Söhne "und so viele andere Menschen glücklich gemacht".

Gemeinsam mit rund 500 geladenen Gästen sangen Königin Elizabeth II., ihr Gatte Prinz Philip, Dianas Ex-Ehemann Prinz Charles und die beiden Prinzen patriotische und kirchliche Hymnen zu Ehren Dianas.

In einer emotionalen Ansprache bezeichnete der jüngere Harry das Ereignis als einen Moment, der das Leben der Prinzen für immer verändert habe. Er beschrieb Diana als einen fröhlichen, bodenständigen und aufrichtigen Menschen und "unser Schutzengel unsere Freundin und unsere Beschützerin". "Lasst uns auf diese Weise an sie denken", sagte Harry.

Prominente aus Adel, Politik und Showbusiness gedenken Diana

Zu der Gedenkfeier, die maßgeblich Dianas Söhne gestaltet hatten, waren auch Premierminister Gordon Brown sowie dessen Amtsvorgänger Tony Blair und John Major erschienen. Prominente Gäste der Zeremonie waren die Popstars Elton John und Cliff Richard sowie der Starfotograf Mario Testino. Sie gehörten zum Freundeskreis der Prinzessin.

Der Bischof von London, Richard John Carew Chartres, erinnerte an die zahlreichen sozialen Engagements der Prinzessin, wie etwa den Einsatz für Kranke und den Kampf gegen Minen. Er rief dazu auf, Spekulationen und Berichten über das Leben und Sterben der Prinzessin ein Ende zu setzen. "Lasst uns damit Schluss machen. Lasst diesen Gottesdienst zu dem Punkt werden, an dem wir sie in Frieden ruhen lassen.", sagte er.

Dianas einstige Nebenbuhlerin Camilla Parker Bowles blieb dem Gottesdienst fern. Die Herzogin von Cornwall, die seit April 2005 mit Dianas Ex-Mann Prinz Charles verheiratet ist, blieb allein in der königlichen Sommerresidenz Balmoral in Schottland zurück.

Vor der Guards' Chapel unweit des Buckingham-Palastes hatten sich Diana-Fans und Schaulustige aus aller Welt eingefunden, um die Ankunft der Prinzen William und Harry, der Königin und anderen Prominenten zu erleben.

Hunderte Fans vor dem Kensington-Palast

Zuvor hatten hunderte Diana-Verehrer an einem öffentlichen Gottesdienst für die Prinzessin vor deren einstiger Residenz, dem Kensington-Palast, teilgenommen. Pfarrer Frank Gelli erklärte während des Gottesdienstes, der Jahrestag ihres Todes sei "eine Zeit des Vergebens und nicht der Vorwürfe". Am Zaun vor dem Stadtschloss am Hyde-Park brachten Fans hunderte Grußkarten, Bilder der Prinzessin, Fahnen und Poster an.

Zu dem öffentlichen Gedenkgottesdienst waren auch etliche Diana-Fans aus Deutschland angereist. "Wir verehren Diana und wir treten dafür ein, dass sie auch in Deutschland niemals vergessen wird", sagte Evelyn Marie Seidel (58), die Vorsitzende des deutschen "Lady Di Gedächtnis-Clubs".

Zeitgleich folgten hunderte Kunden und Diana-Verehrer einem Aufruf des Harrods-Besitzers Mohammed al Fayed, die Prinzessin und seinen an ihrer Seite bei einem Autounfall in Paris umgekommenen Sohn Dodi mit zwei Schweigeminuten zu ehren. Vor einem Schrein mit den Abbildern Dianas und Dodis in dem Kaufhaus legten viele Besucher Blumengebinde nieder.

Fans legen Blumen und Fotos am Unfallort nieder

Auch in Paris haben zahlreiche Fans der Prinzessin nahe der Unfallstelle am Pont de l'Alma Blumen und Fotos niedergelegt. "Sie war die Königin der Herzen", sagte die Kanadierin Jocelyn Heber, die gelbe Blumen zu dem Flammen-Monument brachte. "Sie hat so viel Gutes getan."

Das Denkmal ist eine Kopie der Flamme der amerikanischen Freiheitsstatue. Es war 1987 zum 100-jährigen Bestehen der Zeitung "International Herald Tribune" und zum Gedenken der amerikanisch-französischen Freundschaft aufgestellt worden. In den vergangenen Jahren ist es jedoch immer mehr zu einer Diana-Gedenkstätte umgewidmet worden.

"Ich dachte immer, das Denkmal sei für Diana", sagte Lynn Jeffress, eine 62 Jahre alte Amerikanerin, die in Paris lebt. "Die Flamme passt so zu ihr." Rund um das Monument liegen Bilder von Diana mit persönlichen Widmungen ihrer Fans. "Zehn Jahre schon, du fehlst uns so", schreibt eine Frau aus Luxemburg. "Ich liebe dich für immer", steht auf einem Bild, das ein Mann namens Pawlo Nowak dorthin gelegt hat.

Die Pariser Verkehrsbetriebe positionierten eine Wachmannschaft an der benachbarten Metro-Haltestelle. "Es ist deutlich mehr los hier als sonst", sagte einer der Beamten. "Aber bislang hat es keine Zwischenfälle gegeben."

"Diana war eine Ikone der Schönheit", sagte der britische Arzt Peter Willson, der mit seiner Familie die Unfallstelle aufsuchte. "Heute denken wir vor allem an ihre Söhne, die damals noch so klein waren, als ihre Mutter starb." Der spanische Tourist Pablo Segundo sagte, er sei nur zufällig an Dianas Todestag in Paris, wolle sich aber die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die Gedenkstätte zu besuchen. "Alle unsere Freunde in Spanien lieben Diana. Sie war den Menschen so nah", sagte er.

DPA/Reuters / DPA / Reuters