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Nach umstrittenem Posting Martin Kesicis braune Facebook-Ecke


Er bekundete Sympathien für die Demonstration randalierender Hooligans in Köln: Martin Kesici hat sich inzwischen für seinen Facebook-Eintrag entschuldigt. Seinen Job ist er vorerst trotzdem los.

Mehrere tausend Hooligans und Nazis machten am Wochenende gemeinsame Sache: In Köln demonstrierten sie gegen Salafisten. Dabei marschierten die gewaltbereiten rechten Demonstranten nicht nur durch die Innenstadt und skandierten Nazi-Parolen, sondern lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Trotzdem fand die Veranstaltung prominente Zustimmung.

Martin Kesici, ehemaliger Gewinner der Sat1-Castingshow "Star Search" und Ex-RTL-Dschungelcamp-Kandidat, bekundete via Facebook seine Sympathie für den Aufmarsch. "Endlich gehen die Deutschen gegen die Salafisten auf die Straße. Wurde auch Zeit", schrieb der 41-Jährige nach Angaben der "Bild"-Zeitung am Sonntagabend. Damit löste er selbst unter seinen Fans einen Shitstorm aus.

Kesici, der seinen Beitrag inzwischen gelöscht hat, spricht von einem Missverständnis. "Ich möchte hier etwas richtigstellen: Ich distanziere mich natürlich von jeder Form von Gewalt. Egal von welcher Seite sie ausgeht. Ich unterstütze weder Nazis/Rechte noch andere Extreme Gruppierungen", stellte der gebürtige Berliner klar und entschuldigte sich bei Fans, die sich - so wörtlich - "auf den Schlips getreten fühlen".

Radiosender stellt Kesici vorerst frei

Doch die Angelegenheit hat ein weitreichendes Nachspiel. Der Berliner Radiosender "Star FM", für den Kesici den "T-Bone’s Breakfast Club“ moderiert, stellte ihn vorerst von seiner Arbeit frei. "Martin Kesici hat sich zwar für seine Äußerung entschuldigt und das Posting gelöscht, dennoch bedarf es noch weiterer Gespräche dazu", stellte der Sender klar. Man distanziere sich von jeglicher Art von "extremistischem und rechtsradikalem Gedankengut, Fremdenfeindlichkeit, Gewalt oder Gewaltverherrlichung", heißt es in einer Mitteilung. Aussagen, die dem entgegenstünden, halte der Sender in jedem Fall für falsch.

Ob Kesici ans Mikrofon zurückkehren wird, ist unklar. Doch nicht dem Radiosender, sondern seinen Fans hat er mit dem Rechtsanwalt gedroht. "Ich muss an dieser Stelle leider auch den Hinweis setzen, dass ich weitere Beleidigungen und Diffamierungen von meinem Anwalt prüfen lassen muss", schrieb Kesici auf Facebook.

Seitdem tummeln sich unter der Anhängerschar zwar weniger Kritiker, dafür aber erstaunlich viele User, die den Aufmarsch der Neonazis in Köln gut heißen. Tenor: "Du bist einer der wenigen, der die Wahrheit sagt." Aus der braunen Ecke kommt Kesici mit diesen Fans ganz bestimmt nicht raus.

mai

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