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Lieblingskind der Königin "Er hat Mutti immer schamlos ausgenutzt": Warum Prinz Andrews Beziehung zur Queen so besonders ist

Queen Elizabeth II. und Prinz Andrew
Queen Elizabeth II. und Prinz Andrew
© TREVOR ADAMS / MATRIXPICTURES.CO / Picture Alliance
Prinz Andrew bringt die Monarchie in Gefahr, vielleicht mehr als jeder Skandal um Meghan und Harry. Und doch lässt die Queen oft Gnade mit dem angeklagten Royal walten. Woran liegt das?

Schlechte Presse, ein kolossales Interview und Enthüllungen, die die britische Monarchie in Gefahr bringen: Nein, hier ist nicht von den royalen Aussteigern, Prinz Harry und Herzogin Meghan, die Rede. Auch wenn man nach der großen Aufmerksamkeit, die ihnen zuteil wird, davon ausgehen könnte. Prinz Andrew ist wohl der Royal mit dem größten Risikopotenzial für die Monarchie.

Prinz Andrew besucht Queen in Balmoral

Vor wenigen Wochen wurde gegen ihn Zivilklage wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen eingereicht. Das mutmaßliche Opfer, Virginia Roberts Giuffre, behauptet, von Jeffrey Epstein für sexuelle Dienste an Andrew vermittelt worden zu sein, als sie noch keine 18 Jahre alt war. 

Prinz Andrew reagierte kurz darauf und reiste nach Schottland, genauer: nach Schloss Balmoral, wo seine Mutter, Königin Elisabeth II. den Sommer über residiert. An seiner Seite Ex-Frau Sarah "Fergie" Ferguson, die Andrew unterstützt. Wie das Magazin "The Daily Beast" vermeldete, sollen die Anwälte des britischen Königshauses die Presse mittels eines Briefes angewiesen haben, keine Fotos zu schießen, wenn die Royals dort eintreffen. Der Brief erreichte die Medien einen Tag, nachdem die Klage gegen Andrew eingereicht wurde. Und so entstand der Eindruck, dass die Monarchin ihren Sohn schützen wollte – wieder einmal. 

Das Lieblingskind der Monarchin

Seit jeher gilt Prinz Andrew als der Lieblingssohn der Queen. "Das liegt zum Teil an der sehr langen Zeitspanne von zehn Jahren zwischen Annes Geburt und der von Andrew. Zu Beginn ihrer Regierungszeit war die Königin voll und ganz damit beschäftigt, den Thron zu besteigen, aber als sie ihn bekam, war sie viel entspannter in ihrer Rolle, und so schenkte sie ihm viel Aufmerksamkeit", erklärt Nigel Cawthorne, Autor des Buches "The End of the Monarchy and Epstein" dem "Daily Beast".

Royal-Expertin Penny Junor pflichtet bei, Andrews besondere Beziehung zu der Queen liege in ihren frühen Jahren als Mutter begründet. Denn Prinz Charles und Prinzessin Anne seien von einer Nanny erzogen worden, weil die Königin eine "ziemlich nervöse neue Mutter" gewesen sein soll. Bei Prinz Andrew und Prinz Edward habe sie sich entspannt und ihnen mehr Aufmerksamkeit geschenkt, erklären die Experten. 

Lieblingskind der Königin: "Er hat Mutti immer schamlos ausgenutzt": Warum Prinz Andrews Beziehung zur Queen so besonders ist

Sie drückte ein Auge zu

Doch auch Prinz Andrew soll anders zu seiner Mutter sein als beispielsweise sein Bruder Prinz Charles. Letzterer "stellt sie auf ein Podest, Andrew hat ein eher traditionelles, kindliches Verhältnis zu ihr", erklärt Junor. 

Und so drückte die Queen jahrelang ein Auge zu, als Prinz Andrews Affären für Schlagzeilen sorgte und er den Spitznamen "Randy Andy" bekam. Auch die öffentliche Scheidung von Sarah Ferguson schien die Königin nicht nachhaltig zu belasten. Ganz anders als ihren Ehemann Prinz Philip, der Ferguson bis zu seinem Tod nicht ausstehen konnte und es nicht für richtig befand, dass die Geschiedenen weiter zusammen auf dem gleichen Grundstück leben. 

Andrew nutzt die Liebe seiner Mutter

Glaubt man dem Journalisten Christopher Andersen, weiß Andrew um die Liebe seiner Mutter. "Andrew ist sich sehr wohl bewusst, dass er seine Mutter in seinen Bann gezogen hat. Er hat Mutti immer schamlos ausgenutzt, und sie hat sich immer bereitwillig ausnutzen lassen. Wenn die Königin Andrew sieht, sieht sie den entzückenden Säugling, den sie in ihren Armen hielt, und den temperamentvollen kleinen Jungen, der sie mit seinen harmlosen Späßen erfreute. Aber die Streiche sind schon lange nicht mehr harmlos", erklärt er "Daily Beast".

Der Journalist ist sich sicher, dass die Queen innerhalb ihrer Familie mit zweierlei Maß misst. "Traurigerweise hat die Königin, während sie in Bezug auf Megxit eine ziemlich zupackende Haltung eingenommen hat, Andrew einen Freifahrtschein ausgestellt, wenn es um Epstein geht – ein sich noch entwickelnder Skandal, der das Potenzial hat, der Monarchie irreparablen Schaden zuzufügen", sagt er. 

Charles könnte durchgreifen

Anders dürfte Prinz Charles zu seinem Bruder stehen. Es ist bekannt, dass der Thronfolger die britische Monarchie gerne straffen, verkleinern würde. "Sobald Charles auf dem Thron sitzt, bin ich mir ziemlich sicher, dass Andrew völlig in den Schatten treten wird. Er wird keine andere Wahl haben", sagt Andersen. 

Bis dahin hält Mutti die schützende Hand über ihren Sohn – wenn ihn nicht vorher die Gerichte zur Rechenschaft ziehen. 

Verwendete Quelle: "The Daily Beast" 

ls

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