VG-Wort Pixel

Royals unter Druck Prinz Harry und Herzogin Meghan: Netflix-Deal in der Kritik – wegen Diana

Prinz Harry und Herzogin Meghan auf der Bühne beim "Global Citizen Concert"
Prinz Harry und Herzogin Meghan müssen entscheiden, ob sie den Netflix-Deal einhalten wollen
© Kristin Callahan/Everett Collection/ / Picture Alliance
Prinz Harry und Herzogin Meghan stehen am Scheideweg: Wollen sie für ein Unternehmen stehen, das die Geschichte von Prinzessin Diana ausbeutet? Die britische Presse macht Druck – auch weil Harry das Erbe seiner Mutter vehement verteidigt.

Er war gerade einmal zwölf Jahre alt, als er vor den Augen von Millionen Menschen hinter dem Sarg seiner Mutter durch die Straßen Londons gehen musste. "Wir waren unter Schock", erinnert sich Prinz Harry in einer Apple TV+-Serie Anfang 2021. Der viel zu frühe Tod der geliebten Mutter nach der Jagd durch Paparazzi, das öffentliche Trauern – all das traumatisierte ihn zutiefst. Er flüchtete sich in Alkohol und Drogen. Und dann kam Meghan.

Gemeinsam gegen den Rest der Welt. Was nach einem romantisierten Blick auf Liebe klingt, ist Realität für den Herzog und die Herzogin von Sussex. Denn jeder Schritt, jede Entscheidung wird zerpflückt. Die höchste Maxime war aber: das Erbe von Prinzessin Diana schützen und fortführen. Doch das gerät nun ins Wanken.

Herzogin Meghan und Prinz Harry: 100 Millionen Dollar für Netflix-Deal

Vor gut einem Jahr teilten Meghan und Harry offiziell mit, dass sie einen Deal mit dem Streaming-Konzern Netflix geschlossen haben. Ihre Produktionsfirma "Archewell" werde Serien, Dokus und Filme für die Plattform produzieren. Wie viel Geld sie dafür bekommen, ist nie offiziell kommentiert worden. Allerdings berichten mehrere Medien übereinstimmend von rund 100 Millionen Dollar.

Nun könnte man das Herzogpaar beglückwünschen, wäre da nicht "The Crown". Die Serie über das britische Königshaus gehört zu den Flaggschiffen von Netflix. Sie ist aufwändig produziert und erfreut sich einer riesigen Fangemeinde. Die Handlung setzt bei der kindlichen Queen Elizabeth II. und ist in der aktuellen, vierten Staffel bei der Hochzeit von Prinz Charles und Prinzessin Diana angelangt. Und da beginnt das Problem.

Harry (und auch Meghan) betont, wie wichtig ihm Privatsphäre ist und wie sehr er die Grenzüberschreitungen der Paparazzi im Leben seiner Mutter gehasst hat. 2019 hatte er in einem Interview während der Reise durch Afrika bekannt: "Teil dieser Familie zu sein, in dieser, in diesem Job, jedes Mal, wenn ich eine Kamera sehe, ein Klicken höre, führt es mich zurück. Auf diese Art ist es die schrecklichste Erinnerung an ihr Leben, anstelle die schönste." 

"The Crown" nicht "respektvoll und mitfühlend" gegenüber Dianas Geschichte?

Dass "The Crown" in den privatesten Erlebnissen wühlt, seine Mutter in ihren verletzlichsten Momenten porträtiert, dürfte Harry nicht gefallen. Vor allem seit sich Dianas damalige Freundin Jemima Khan offiziell von der Serie distanzierte. Die Ex-Frau des früheren pakistanischen Cricket-Nationalspielers Imran Khan bewegte sich in den 90er-Jahren in denselben Kreisen wie die Prinzessin von Wales. Khan begleitete Diana nach Pakistan und erlebte sie während ihrer Beziehung mit dem Chirurgen Hasnat Khan (entfernt verwandt). 

2019 wurde sie von Peter Morgen, dem Schöpfer der Serie, um Mithilfe gebeten. Und so habe sie sich entschlossen, dabei zu helfen, Dianas Geschichte richtig zu erzählen. "Als unsere Vereinbarung über Co-Autorenschaft nicht eingehalten wurde und ich realisierte, dass bestimmte Erzählstränge nicht unbedingt so respektvoll und mitfühlend ausfielen, wie ich gehofft hatte, forderte ich, dass all mein Zutun zur Serie und mein Name entfernt werden" erklärte sie am Wochenende gegenüber der Zeitung "Sunday Times".

Ist es daher gerechtfertigt, dass Prinz Harry gemeinsame Sache mit Netflix macht?

Der Prinz und seine Frau werden sich überlegen müssen, ob sie mit der Zusammenarbeit das richtige Zeichen senden. Sie können nicht Berichte über Dianas Tiefpunkte und Fotos aus ihrem Privatleben verdammen und gleichzeitig für ein Unternehmen arbeiten, das in die Intimsphäre der verstorbenen Prinzessin posthum eindringt. Denn eines ist ganz klar: "The Crown" ist keine Dokumentation, wo ihre Familie zu Wort kommt, sondern eine Unterhaltungsserie. Die Erzählungen werden verkürzt und dramatisiert. Alleine deshalb kann "The Crown" nicht die Wahrheit sein. Das kann Harry nicht gutheißen. die Frage ist, ob die Sussexes aus dem Deal überhaupt noch herauskommen können. Die Produktion für ihre Beiträge läuft sicherlich schon.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker