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Die Royals, Teil 2: Das britische Königshaus auf dem Zenit seiner Macht - wie es einen Großteil des Planeten regierte

Am Samstag feiern Meghan Markle und Prinz Harry ihre Hochzeit. In einer vierteiligen Serie blickt der stern auf die über tausendjährige Geschichte der britischen Monarchie. Diesmal: Die Tudors gehen, die Stuarts kommen: Großbritannien erreicht den Zenit seiner Macht.

Von Stefanie Rosenkranz

King Charles I., Queen Elizabeth I. und Queen Victoria (v.l.)

King Charles I., Queen Elizabeth I. und Queen Victoria (v.l.)

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Als sie wusste, dass ihr Ende nahte, ließ sie sich ihren Krönungsring vom Finger feilen. Es war eine komplizierte Operation, weil ihre Haut eingewachsen war in den Schmuck, den sie fast 45 Jahre lang getragen hatte. Der Reif war gewissermaßen ihr Hochzeitsring - kein Symbol für die Ehe mit irgendeinem Mann, sondern mit England.

Elizabeth I. war die Monarchin, mit der niemand gerechnet hatte. Als ihr Vater Heinrich VIII. starb, hinterließ er drei Kinder: seinen neunjährigen Sohn Edward und die älteren Töchter Mary und Elizabeth.

Edward starb mit 15, fast noch ein Kind zwar, aber alt genug, um sich als protestantischer Fanatiker zu profilieren und seine Halbschwestern von der Erbfolge auszuschließen.

+++ Teil 1 dieser Serie zu Englands Königen und deren Kampf um die Macht lesen Sie hier +++ 

Indes regierte seine designierte Nachfolgerin und Cousine Lady Jane Grey nur neun Tage, bis sie zur Abdankung gezwungen wurde. Später wurde sie hingerichtet.

Auftritt Mary, später auch "die Blutige" ("Bloody Mary") genannt. Fanatisch war auch sie, allerdings war sie Katholikin.

Sie machte sämtliche religiösen Reformen Edwards rückgängig, heiratete den ebenfalls katholischen Philipp von Spanien, ließ mehr als 300 Protestanten bei lebendigem Leib verbrennen und beruhigte ihr Gewissen, indem sie dreimal am Tag in die Messe ging. Als sie 1558 kinderlos aus dem Leben schied, hielt sich die Trauer ihrer "Subjekte" in sehr engen Grenzen. Selbst Philipp, ihr Mann, bemerkte nur knapp: "Ich fühle angemessenes Bedauern." Elizabeth, von ihrer Halbschwester als protestantischer Bastard gehasst und gefürchtet, im Tower eingesperrt und unter Hausarrest gestellt, fühlte nichts dergleichen, sie jubelte. Die hochgebildete 25-Jährige übernahm ein bankrottes und zutiefst zerrissenes Land, in dem Katholiken und Protestanten einander belauerten. Als sie den Thron bestieg, dachten viele, Elizabeth werde nicht mehr sein als ein Aushängeschild, Königin zwar, aber demnächst verheiratet, und Wachs in den Händen der vielen Männer, die sie manipulieren wollten. Jahre später sagte ausgerechnet der Papst, der sie als Ketzerin verfolgte: "Sie ist nur eine Frau, und sie herrscht nur über die Hälfte einer Insel. Und dennoch wird sie gefürchtet in Spanien, in Frankreich, überall." Denn Elizabeth, groß, schlank und schlau, erwies sich als "politisches Genie", so der britische Historiker Simon Schama.

Niemand manipulierte die Königin, sie dagegen manipulierte alle. "Machen Sie, was Sie wollen", sagte sie einmal zu ihrem Parlament, "was mich betrifft, werde ich nichts anderes tun als das, was mir gefällt." Schon ihre Krönung in Westminster Abbey war ein brillanter PR-Coup: Zum Zeichen ihrer Jungfräulichkeit trug sie ihre rotgoldenen Haare offen.

In einem Land, das gerade erst dazu gezwungen worden war, den Kult der Jungfrau Maria aufzugeben, galt sie fortan als nationale Ersatz-Madonna.

Die Monarchin, mit der niemand gerechnet hatte: Elizabeth I.

Die Monarchin, mit der niemand gerechnet hatte: Elizabeth I.

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Die Geburt der "Church of England"

Kaum auf dem Thron, suchte sie einen religiösen Ausgleich, den sogenannten Mittelweg. Das Ergebnis war die "Church of England", protestantisch in der Doktrin, katholisch im Ritus. Deren "Oberster Gouverneur": sie selbst, und sämtliche britischen Monarchen seither. Mit diesem Kompromiss gelang es Elizabeth zumindest zu Lebzeiten, fast alle bis auf ein paar Extremisten zufriedenzustellen.

Wer war diese rätselhafte Frau, die England 44 Jahre lang regierte? Sie trank Bier, fluchte wie ein Kutscher, spuckte durch die Gegend und übersetzte Tacitus, Plutarch oder Horaz.

Sie war extrem sparsam und liebte die Extravaganz. Sie stylte sich als ätherisches, juwelenbehängtes Märchenwesen und ritt wie ein Teufel, jagte für ihr Leben gern und tanzte wie ein Derwisch. Als sie älter wurde, hatte sie schwarze Zähne, Pockennarben und dünne Haare; dennoch inspirierte sie gestandene Seeleute wie etwa Sir Walter Raleigh zu Zeilen, darin er sie mit Diana sowie Venus vergleicht und ihr die "reinen Wangen einer Nymphe" andichtet. Als er das schrieb, war die Königin fast 59 Jahre alt - eine Greisin für die damalige Zeit, aber eine Greisin mit Sex-Appeal.

Aus heutiger Sicht war Elizabeth zutiefst beschädigt: Ihr Vater liebte sie ganz bestimmt nicht, er kam nicht einmal zu ihrer Taufe. Sie war keine drei Jahre alt, als Heinrich VIII. ihre Mutter Anne Boleyn hinrichten ließ, weil die keinen Sohn zur Welt gebracht hatte, sondern nur sie. Später, als Teenager, wurde sie vermutlich von Thomas Seymour missbraucht, dem Mann ihrer Stiefmutter Katharina Parr. Unter der Schreckensherrschaft ihrer Schwester hatte sie "gelernt zu schweigen", wie sie einmal sagte.

Als Königin schwieg sie ausgiebig zu vielem.

Sie war eine Meisterin im Aussitzen.

Elizabeth ließ sich und ihrem Volk Zeit

Und dieser Regierungsstil war genau das, was England damals brauchte: Elizabeth ließ sich und ihrem Volk Zeit - Zeit, um selbstbewusst, protestantisch und patriotisch zu werden. Zeit, um aus Piraten wie etwa dem Weltumsegler Francis Drake wahre Gentlemen zu machen, um Handel mit Russland, Marokko, dem Osmanischen Reich, Amerika und Japan zu treiben und so die Grundsteine für das spätere britische Imperium zu legen. Zeit, um eine Kohle-, Eisen- und Textilindustrie aufzubauen, Spanien als größte Seemacht der Welt abzulösen und die Armada ihres ehemaligen Schwagers Philipp von Spanien vernichtend zu schlagen.

Sie liebte Männer, das ist gewiss, doch ob sie je einen Liebhaber hatte, weiß niemand. Dass sie nie heiratete, erwies sich letztlich als Vorteil für sie und ihr Land. An Kandidaten mangelte es nicht. Da gab es unter anderem Erik von Schweden, Karl von Österreich und gleich zwei spätere französische Könige. Elizabeth tat stets hochinteressiert, verhandelte hart und manchmal jahrelang um die Hochzeitsverträge, doch am Ende hatte sie an sämtlichen Prätendenten etwas auszusetzen: zu alt, zu jung, zu doof, zu katholisch, zu ausländisch.

"Ich bin bereits an einen Mann gebunden", sagte Elizabeth, "es ist das englische Königreich." So blieb England englisch, und die Königin konnte herrschen, ohne zu teilen. Ihre Familie war ihr Volk.

Martha Stuart

Den Krönungsring erbte ausgerechnet der schottische König James VI., der nach ihrem Tod 1603 als James I. auch zum Herrscher über die Engländer wurde. James war der Sohn Maria Stuarts, jener so theatralischen wie durchtriebenen Nervensäge, die Elizabeth I. zur Weißglut gebracht und zugleich fasziniert hatte. Die schottische Monarchin, in erster Ehe mit dem französischen König Franz II. verheiratet, kehrte nach dessen Tod in ihre Heimat zurück und beanspruchte ganz nebenbei auch den englischen Thron. Schließlich war sie nicht nur eine Stuart, sondern als Urenkelin von Heinrich VII. auch eine Tudor, und katholisch noch dazu, im Gegensatz zur "illegitimen" Elizabeth. Außerdem war sie bildschön und ziemlich blöd.

Die 19-jährige Königin kam als Adler in Schottland an und endete sieben Jahre später als Suppenhühnchen. Zweimal hintereinander heiratete sie unmögliche Männer - erst ihren geistig armen und eitlen Vetter Henry Stuart, Vater des bereits erwähnten James, und danach den mutmaßlichen Mörder ebenjenes Henry, den Graf von Bothwell. 1567 musste sie zugunsten ihres einjährigen Sohnes abdanken, und im Jahr darauf floh sie zu ihrer Cousine Elizabeth nach England.

Dort beanspruchte sie den Schutz ihrer Verwandten - und weiterhin deren Job. Elizabeth schickte dem unwillkommenen Flüchtling einige abgetragene Kleider und stellte Maria für die nächsten 19 Jahre unter Hausarrest. Die sägte unablässig an Elizabeths Thron und ließ sich in konfuse katholische Verschwörungen verwickeln. Elizabeth weinte sehr, als sie Maria 1587 hinrichten ließ - vielleicht auch aus Erleichterung.

Charles I. wurde 1649 nach kurzem Prozess enthauptet

Charles I. verlor einen zum Bürgerkrieg eskalierten Konflikt mit den Parlamentariern und wurde 1649 nach kurzem Prozess enthauptet

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Nach Elizabeths Tod wiederum saßen nun also die Stuarts auf dem britischen Thron, und sie erwiesen sich fast alle als politische Trampel: Da war zunächst James I., zugetan dem Herzog von Buckingham, den er selbst als "meine Frau" bezeichnete, und verheiratet mit Anna von Dänemark, die ihm sieben Kinder gebar. Der Mann hatte eine sehr hohe Meinung von sich selbst: Als König hielt er sich für Gott. Folgerichtig fand er das Parlament ziemlich überflüssig. Sein Sohn Charles I. teilte die Ansichten seines Vaters und regierte als absolutistischer Monarch. 1642 eskalierte der Konflikt mit den Parlamentariern in einen blutigen Bürgerkrieg, den der König verlor. An einem eiskalten Januartag 1649 wurde er nach kurzem Prozess enthauptet.

Der fanatische Puritaner Oliver Cromwell

Sein Nachfolger war kein Monarch, sondern der fanatische Puritaner Oliver Cromwell, ein Taliban der Christenheit.

Als Feldherr der parlamentarischen Truppen hatte er in Wales, Schottland und insbesondere Irland royalistische Rebellen auf das Brutalste niedergemetzelt und 40 Prozent des irischen Territoriums an englische Protestanten verteilt. Als Staatsmann war er nicht minder skrupellos: Vier Jahre nach der Hinrichtung des Königs löste er das Parlament auf, ernannte sich in einem Staatsstreich zum "Lord Protektor" und verwandelte Großbritannien in eine Militärdiktatur mit hehren Prinzipien: Seinem Volk wurde das Fluchen, Spielen, der Sport und das Theater verboten.

Nur 20 Monate nach seinem Tod beendeten die Briten das republikanische Experiment. Die Monarchie feierte ein Comeback in Gestalt des vergnügten Lebemanns Charles II., der nach der Enthauptung seines Vaters nach Frankreich geflohen war. Statt Zucht, Ordnung, Sittenstrenge und religiöser Erbauung waren jetzt Spaß, Spiele, Sport und Sex angesagt. "Ein König soll der Vater seiner Untertanen sein", so ein Zeitgenosse, "und Charles ist ganz bestimmt der Vater von ziemlich vielen von ihnen." Mindestens ein Dutzend Mätressen hatte er, die nicht weniger als 14 uneheliche Kinder zur Welt brachten. Zu seinen Nachfahren zählen Diana, Camilla und Sarah Ferguson, die zu unterschied lichen Zeiten die Bekanntschaft der heutigen Queen machen durften.

Indes, Charles' Frau Katharina von Braganza schenkte ihm keinen legitimen Nachkommen. Als der "merry monarch", wie er genannt wurde, nach einem prall gefüllten Lotterleben 54-jährig aus dem Leben schied, ging die Krone somit an seinen Bruder James, der zum Katholizismus konvertiert war. In bewährter Stuart-Manier machte der von Anfang an alles falsch. Er legte sich mit den protestantischen Bischöfen an und träumte vom Absolutismus seines großen Vorbilds, des französischen Sonnenkönigs Ludwig XIV. Nach gerade mal vier Jahren auf dem Thron musste er ein Schiff besteigen und ward in England nicht mehr gesehen.

Seine Nachfolger waren sein niederländischer Schwiegersohn Wilhelm von Oranien und seine Tochter Mary, die gemeinsam König und Königin wurden. William war knochentrocken, aber auch pragmatisch und klug; Mary war freundlich und fromm, und vor allem war sie englisch. "Ich besiege Feinde, sie gewinnt Freunde", so William. Die beiden bildeten ein Dream-Team und revolutionierten durch die "Glorious Revolution" das Verhältnis zwischen Krone und Parlament: Mit der 1689 verabschiedeten "Bill of Rights" wurde Großbritannien zur ersten konstitutionellen Monarchie der Welt.

Die "Bill of Rights"

Fortan regierte der König nicht mehr, er herrschte nur noch. Für die Aufstellung eines Heeres, die Erhebung von Steuern, die Aufhebung von Gesetzen benötigte er die Zustimmung eines frei gewählten Parlaments, dessen Mitglieder Immunität genossen.

"Damit wurde aus einem zerrissenen und rebellischen Land der zukünftig mächtigste Staat des Planeten", schreibt der Historiker David Starkey.

Die "Bill of Rights" kam womöglich gerade zur rechten Zeit. Denn der "Act of Settlement" von 1701 schloss Katholiken von der Thronfolge aus. Auf der Suche nach den nächsten protestantischen Verwandten der britischen Könige wurde man im Niedersächsischen fündig, wo Nachfahren von James I. über ein Meer von Rübenäckern herrschten. Als die letzte Stuart-Monarchin Anne 1714 ins Grab sank, ohne einen Nachfolger zu hinterlassen, übernahm somit das Haus Hannover das Zepter in London.

Die ersten vier Georgs aus Deutschland waren ein dermaßen deprimierendes Defilee von Vätern und Söhnen und Enkeln, die einander hassten, dass sie die Briten durchaus zu so hässlichen Dingen wie einer Revolution nach französischem Vorbild und einer Republik hätten inspirieren können.

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Doch weil die Monarchen de facto entmachtet waren und mehrheitlich dekorativen Zwecken dienten, erlebten ihre Untertanen in den nächsten zwei Jahrhunderten nur zwei Revolutionen - die amerikanische, bei der sie 13 Kolonien verloren, und die industrielle.

Nicht mehr die Könige prägten jetzt Großbritannien, sondern andere Männer: Premierminister wie Robert Walpole oder William Pitt der Ältere sowie der Jüngere etwa und Feldherren wie Robert Clive, der die Franzosen in Indien schlug und Bengalen erwarb, James Wolfe, der Québec eroberte, Horatio Nelson, der die Franzosen unter Napoleon in der Seeschlacht von Trafalgar schlug, und Feldmarschall Wellington, der Bonaparte gemeinsam mit den Preußen 1815 in Waterloo bezwang.

Während immer größere Teile des Planeten britisch wurden, fielen die Georgs entweder gar nicht oder nur unangenehm auf - besonders der letzte, eine aufgequollene Königs- Katastrophe, die riesige Mahlzeiten mit Seen von Alkohol hinunterspülte und die Briten mit einer Ehe in Atem hielt, die in der Hölle geschlossen worden war: Es war Hass auf den ersten Blick zwischen der streng riechenden Caroline von Braunschweig und Georg IV., der nur ein einziges Mal mit ihr schlief, nachdem er sich betrunken hatte, "um meinen Ekel vor dieser Person zu überwinden". Das Ergebnis war eine Tochter, doch kurz nach deren Geburt ergriff der Gatte die Flucht und versuchte vergebens, sich von seiner Frau scheiden zu lassen. Zu seiner Krönung durfte sie nicht kommen. Georg starb 1830 und wurde nicht betrauert.

Victoria rettet den ramponierten Ruf der Monarchie

Es war seine Nichte Victoria, die den ramponierten Ruf der Monarchie rettete und Großbritannien endgültig mit dem Haus Hannover versöhnte. Sie herrschte über ein Fünftel der Erde und ein Viertel der Weltbevölkerung zu einer Zeit, in der sich die Lebensbedingungen ihrer Untertanen durch die industrielle Revolution und rasanten technischen Fortschritt dramatisch änderten. Dazu trug sie wenig bei; sie dominierte die nach ihr benannte Ära hauptsächlich dadurch, dass sie einfach da war - eine kleine, mollige Person, willensstark und zu Wutanfällen neigend, starrköpfig und voller Vorurteile, selbstgerecht und auf eine verletzende Art direkt, aber auch scharfsinnig.

Queen Victoria hatte mit ihrem Mann und Cousin Albert von Sachsen-Coburg und Gotha neun Kinder

Queen Victoria hatte mit ihrem Mann und Cousin Albert von Sachsen-Coburg und Gotha neun Kinder

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Sie revolutionierte nicht ihr Land, aber sie revolutionierte das Bild der Monarchie, die unter ihr zu einer moralischen Institution wurde, von der man seither erwartet, dass sie allzeit und insbesondere durch ein vorbildliches Familienleben ein leuchtendes Beispiel gibt. Neun Kinder schenkte sie ihrem Mann und Cousin Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, in den sie verliebt war bis zu seinem Tod und darüber hinaus. Dass sie nach jeder Geburt an Depressionen litt, Säuglinge hässlich fand und Stillen widerlich, konnten ihre Untertanen nicht wissen: Die königliche Familie war fast so heilig wie die von Maria, Josef und Jesus.

Nach Alberts Tod 1861 trug Victoria bis zum Ende ihres Lebens Trauer und weigerte sich jahrelang, in der Öffentlichkeit aufzutreten. Zwar erfüllte sie weiterhin pflichtbewusst ihre Amtsgeschäfte, doch erschien sie in vier Dekaden der Witwenschaft nur siebenmal zur Parlamentseröffnung, und wenn sie sich ihren Subjekten zeigte, dann hauptsächlich, um Monumente einzuweihen, die Albert gewidmet waren.

Doch trotz - oder gerade wegen - dieses Lebens im Verborgenen mutierte sie zur nationalen Ikone.

Als die "Großmutter Europas" 1901 nach mehr als 63 Jahren auf dem Thron im Alter von 81 starb, folgten ihrem Sarg neben ihrem Sohn Edward VII. auch ihr Enkel, der deutsche Kaiser, sowie drei Könige und Kronprinzen aus ganz Europa.

"Niemals", so David Starkey, "schien die Welt so sicher für Könige."

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