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Silvester: Steigende Prominentendichte in Schweizer Hotelbetten

Madonna und Robbie Williams in St. Moritz, Prinz Charles in Klosters, Gunter Sachs in Gstaad: Die Schweizer Nobelkurorte sind immer noch stark gefragt. Warum? Weil Diskretion an oberster Stelle steht.

Madonna und Robbie Williams in St. Moritz, Prinz Charles in Klosters, Gunter Sachs in Gstaad: Die Schweizer Edelkurorte locken über die Festtage traditionell die Prominenz in Scharen in ihre Herbergen. Auch in diesem Jahr werden dort Stars, Sternchen und Wirtschaftsbosse aus aller Welt erwartet. Dank einer ausgeprägten Diskretion stehen die Schweizer Alpen bei ihnen höher im Kurs denn je.

Alpines Epizentrum für Jetset und Hochfinanz

"Auf unserer Gästeliste finden sich einige sehr interessante Namen", verriet Brigitte Jöhri vom St. Moritzer Gourmettempel "Jöhri's Talvo". Die Engadiner Sonnenterrasse scheint noch immer das alpine Epizentrum für Jetset und Hochfinanz zu sein. "Früher kamen Charlie Chaplin, Hitchcock und die Kennedys, in den vergangenen Jahren waren es Madonna, Robbie Williams oder die Agnellis", sagte Fabrizio D'Aloisio, PR-Fachmann bei St. Moritz Tourismus.

Kein Einblick in die Gästelisten

Ob die Hollywood-Stars auch in diesem Jahr Weihnachten in St. Moritz gefeiert haben, wird man allerdings erst im Nachhinein wissen: Die Hotels und Restaurants geben keinen Einblick in ihre Gästelisten. "Die Gäste schätzen die Privacy bei uns", sagte Jöhri.

Hohe Promidichte am Flüela-Pass

Ähnlich hoch wie in den Südalpen dürfte die Prominentendichte in der Neujahrswoche auf der anderen Seite des Passes Flüela sein. "In unserem VIP-Zelt erwarten wir täglich bis zu 800 Gäste", sagte der PR-Chef des Eishockey-Turniers Spengler-Cup, Alain Kappeler. Das Top-Management der Hauptsponsoren UBS, Swisscom, Zürich-Versicherungen und AMAG habe sich mit prominenten Gästen angemeldet. Die Namen der Stars werden aber vorerst nicht verraten.

Klosters wieder ohne Prince Charles?

"Zwei oder drei Top-Shots aus der Wirtschaft werden aber schon dabei sein", sagte Kappeler. Nicht entgehen lässt sich das hoch dotierte Eishockey-Turnier Sportminister Samuel Schmid. Auf die britische Königsfamilie muss das Prättigau jedoch verzichten: Prinz Charles hat sich in Klosters erneut nicht angemeldet, wie Tourismusdirektor Dennis Schneider sagte.

Alt-James-Bond in Crans-Montana

Auch in den Wintersportgebieten der Westschweiz wird zum Jahreswechsel viel Prominenz erwartet. James-Bond-Darsteller Roger Moore und seine Familie machen wie jedes Jahr in Crans-Montana Station, wie der Verkehrsverein mitteilte. An Neujahr wird der 76-Jährige allerdings einen Abstecher nach Wien machen.

Auch "Mr. Bean" und Lollobrigidan erwartet

In Crans-Montana könnten sich auch die Wege von Gina Lollobrigida und Rowan Atkinson, besser bekannt als "Mr. Bean", kreuzen. In Verbier wird Sarah Ferguson zu Gast sein, allerdings erst im Februar. Die Formel-1-Rennfahrer Jacques Villeneuve und David Coulthard wollen nach Villars in den Waadtländer Alpen reisen.

Gunter Sachs logiert in Gstaad

Gstaad erwartet Gunter Sachs, weitere Namen werden aber ebenso wenig verraten wie in Zermatt, wo man noch die Besuche der britischen Popstars Eric Clapton und Phil Collins in Erinnerung hat. Die Diskretion kommt nicht von ungefähr: "Viele Prominente kommen zu uns, weil sie sich hier wie normale Leute bewegen können und nicht ständig belästigt werden", sagte der PR-Chef von Gstaad-Tourismus, Eduardo Zwyssig. Die Destination im Berner Oberland sei bei den Reichen und Schönen "längst zu einem Selbstläufer geworden", sagte er. Allein die Immobilienpreise verhinderten eine Nivellierung nach unten. Die Zielgruppe habe allerdings geändert: Logierten früher Hollywood-Stars wie Liz Taylor oder Roger Moore in Gstaad, so seien es heute die Wirtschaftsstars, sagte Zwyssig.

Nach den Stars kommen die Wirtschaftsbosse

"Der wahre Reichtum zeigt weder Gesicht noch Namen", sagte Stephan Oehen, Partner bei der PR-Agentur von Klaus J. Stöhlker. Mit ihrer sprichwörtlichen Verschwiegenheit stehe die Schweiz bei der Wirtschaftsprominenz deshalb höher denn je im Kurs. Orte mit einem ausgeprägten Prominentenkult wie St. Moritz müssten aufpassen, dass sie nicht plötzlich gemieden würden. Beim internationalen Jetset könne die Schweiz ohnehin nicht mehr mithalten: "Diese Leute bevorzugen exotische Spots, urlauben auf Privatinseln oder jetten zum Heliskiing nach Kasachstan", sagte Oehen.

Guido Schätti / DPA