Fabrice „Fab“ Morvan vom einstigen Pop-Duo Milli Vanilli hat seinen geplanten Auftritt bei der umstrittenen Konzertreihe zum 250. Jubiläum der USA abgesagt. „Das ist nicht das, wofür ich zugesagt habe“, sagte der 60-Jährige dem Sender CNN.
Noch vor wenigen Tagen hatte Morvan erklärt, er wolle bei den Konzerten auftreten und Menschen mit Musik zusammenbringen. Nachdem jedoch immer mehr Künstler ihre Teilnahme zurückgezogen hatten, kamen auch bei ihm Zweifel auf. „Im Laufe der Woche wurde daraus ein Zirkus“, sagte er. „Ich bin nicht in der Politik. Deshalb hören Sie es hier zuerst: Ich werde nicht an den Feierlichkeiten am 26. Juni teilnehmen.“
Trump sieht sich als „Nummer-eins-Attraktion der Welt“
Die Konzertreihe wird von einer nach eigenen Angaben gemeinnützigen Organisation veranstaltet, die sich den Jubiläumsfeierlichkeiten in der US-Hauptstadt widmet – diese selbst gehen jedoch auf einen Aufruf von Donald Trump zurück. Mehrere Künstler sagten ihre Teilnahme wieder ab, darunter The Commodores und Poison-Frontmann Bret Michaels. Viele begründeten ihren Rückzug damit, dass die Veranstaltung politischer sei als ursprünglich dargestellt.
Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte US-Präsident Donald Trump selbst. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete er die auftretenden Künstler als „überbezahlte Sänger, die niemand hören will“. Zugleich brachte er ins Spiel, die Konzertreihe durch die „Nummer-eins-Attraktion der Welt“ – er selbst – zu ersetzen.
Morovan: Nicht in den Streit hineinziehen lassen
Morvan verwies bei seiner Absage auch auf seine eigene Geschichte. Der Sänger war Ende der 1980er Jahre mit dem von Frank Farian produzierten Pop-Duo Milli Vanilli („Girl You Know It's True“) weltberühmt geworden, bevor der sogenannte Lip-Sync-Skandal um ihn und seinen Partner Robert „Rob“ Pilatus aufflog. Eigentlich waren andere Sänger die wahren Stimmen von Milli Vanilli.
„Ich bin gefallen, wieder aufgestanden, habe mich neu erfunden und weitergemacht“, sagte Morvan bei CNN. Gerade deshalb wolle er sich nicht in den aktuellen Streit hineinziehen lassen. „Ich weiß, wie es ist, wenn ein Narrativ immer wieder verändert wird, bis man es selbst kaum noch wiedererkennt“, sagte er. „Das ist mir passiert.“